Mit der TUF-Reihe bietet Asus Gaming-Laptops für PC-Spieler an, deren Budget eher begrenzt ist – die „Gut und Günstig“-Version der ROG-Reihe quasi. Doch wo wird bei der preiswerten Alternative gespart? Und lohnt sich der Kauf der 17-Zoll-Variante in Form des Asus TUF Gaming A17? GIGA hat es im Test für euch herausgefunden.

Asus TUF Gaming A17 im Test: Fazit

Auf dem Papier macht der Asus TUF Gaming A17 einen durchaus soliden Eindruck. Mit dem Ryzen 7 4800H kommt ein aktueller und leistungsstarker Prozessor zum Einsatz, die GTX 1660 Ti versorgt das 120-Hz-Display in vielen Spielen mit genug FPS, um von der hohen Bildwiederholfrequenz profitieren zu können. 16 GB RAM und die 512 GB große SSD reichen für den Einsatz im Alltag dicke aus. Hardware und Leistungswerte lassen die rund 1.170 Euro teure Version des Asus TUF Gaming A17 wie einen echten Preis-Leistungs-Brecher wirken.

Doch man merkt, dass Asus dafür an anderer Stelle gespart hat. Das Plastikgehäuse lasse ich aufgrund des verhältnismäßig günstigen Preises noch durchgehen, anders hingegen sieht das beim Akku aus. Mit einer Kapazität von 48 Wh macht der Gaming-Laptop bereits nach knapp 3 Stunden im normalen Office-Betrieb schlapp. Unter Last gehen dem Notebook bereits nach etwas mehr als 50 Minuten die Lichter aus.

Ebenfalls nervig ist das laute Geräusch der Lüfter unter Last. Diese drehen in Spielen so richtig auf und können selbst mit aufgesetzten geschlossenen Kopfhörern als störend wahrgenommen werden. Ein weiterer Minuspunkt des Asus TUF Gaming A17 ist das Display. Obwohl hier ein IPS-Panel verbaut wird, wirken Farben unglaublich blass und leblos – vor allem beim Schauen von Serien und Filmen macht sich dieser Umstand bemerkbar.

Spätestens dann fällt auch auf, dass die maximale Lautstärke der Lautsprecher sehr gering ausfällt. In Kombination mit dem Lüfter, der gerne schon beim Streaming von Videoinhalten anspringt, entwickelt sich das je nach Video zu einem echten Problem. Vor allem tiefe Frequenzen werden vom Asus TUF Gaming A17 eher stiefmütterlich behandelt – Action-Filmen fehlt etwa die typisch brachiale Tongewalt.

Bei den Anschlüssen hingegen gibt es fast nicht zu beanstanden. Neben zwei USB-3.0-Typ-A-Ports gibt es auch einen 10-GBit/s-fähigen USB-C-Anschluss, eine Audio-Kombo-Buchse, einen USB-2.0-Anschluss sowie einen klassischen LAN-Port und einen HDMI-Anschluss. Lediglich ein SD-Kartenleser wird vermisst.

Positiv hervorzuheben ist ebenfalls die schicke RGB-Beleuchtung der Tastatur sowie der vorhandene Ziffernblock auf der rechten Seite. Das Layout der Tasten ist stimmig, die Druckpunkte fühlen sich trotz des Fehlens mechanischer Switches erstaunlich klar an.

Alles in allem richtet sich Asus mit dem TUF Gaming A17 ganz klar an PC-Spieler, die eines wollen: Hohe Leistung zum kleinen Preis. Denn genau das bekommt man mit dem Gaming-Laptop geboten. Dafür müssen die Kunden jedoch auf zahlreiche Annehmlichkeiten verzichten und sich mit einem blassen Display, unterdurchschnittlicher Akkulaufzeit und leisen Lautsprechern zufriedengeben. Wer damit leben kann, der sollte sich das Asus TUF Gaming A17 einmal näher ansehen.

Vorteile

  • hohe Leistungsfähigkeit
  • flüssiges 120-Hz-Display mit geringen Reaktionszeiten
  • viele Upgrademöglichkeiten (Massenspeicher + RAM)
  • schicke RGB-Beleuchtung
  • verhältnismäßig günstig

Nachteile:

  • Display fehlt es an Farbbrillianz
  • niedrige Akkulaufzeit
  • wird unter Last sehr laut
  • Videoqualität der Webcam unterdurchschnittlich
  • Lautsprecher sind zu leise

Testwertung zum Asus TUF Gaming A17

  • Verarbeitung, Haptik und Design: 7/10
  • Display: 6/10
  • Performance: 8/10
  • Video und Audio: 7/10
  • Konnektivität und Speicher: 9/10
  • Akku und Alltag: 6/10

Gesamt: 7.2 / 10

Asus TUF Gaming A17 – Gaming-Laptop

Asus TUF Gaming A17 – Gaming-Laptop

Asus TUF Gaming A17 im Test: Ein Leistungsmonster zum kleinen Preis

Aktueller Achtkern-Prozessor von AMD, 16 GB RAM, Nvidia GTX 1660 Ti und ein 120-Hz-Display – schon die Auflistung der technischen Eckdaten reicht aus, um PC-Spielern klarzumachen: Dieser Gaming-Laptop hat was auf dem Kasten. Das spiegelt sich auch in der Leistung des 17-Zoll-Notebooks wider – sowohl in Benchmarks als auch in normalen Spielen.

Im Cinebench R15 erreicht der Asus TUF Gaming A17 im Turbo-Modus stolze 1.799 Punkte und kann damit fast mit dem Ryzen 7 2700X mithalten. Auch im aktuelleren R20-Run kann der verbaute Ryzen 7 4800H eine gute Figur machen. Am Ende des Tests stehen 4.138 Punkte auf der Anzeige – ein Top-Ergebnis!

Doch nicht nur die CPU kann überzeugen. Im Zusammenspiel mit der GTX 1660 Ti erreicht der Gaming-Laptop im Firestrike-Benchmark von 3DMark eine Gesamtwertung von 13.917 Punkten.

Diese Leistung zeigt sich zum Glück nicht nur in handelsüblicher Benchmark-Software, sondern auch in aktuellen Spielen. Getestet wurde die Performance in den Titeln Hitman 2, Call of Duty: Warzone, Valorant und Counter-Strike: Global Offensive. Alle Spiele wurden in Full-HD-Auflösung ausgeführt, die Grafikeinstellungen auf „Hoch“ gesetzt:

Spiel ∅-Performance 
Hitman 2 (Miami-Benchmark) 79 FPS
Call of Duty: Warzone (Plunder) 83 FPS
Valorant (Deathmatch) 171 FPS
Counter-Strike: Global Offensive (Deathmatch mit Bots / Dust 2) 155 FPS

In grafisch opulenteren Spielen wie Metro Exodus kann die Bildrate auf maximalen Einstellungen auch mal unter 60 FPS fallen – da geht der GTX 1660 Ti dann doch die Puste aus. Die getesteten Spiele erreichen im Schnitt jedoch weit mehr als 60 FPS und profitieren daher vom 120-Hz-Display des Gaming-Laptops. Dank FreeSync-Unterstützung kam es zudem zu keiner zu störenden Tearing-Artefakten. Und obwohl es sich bei dem Display um ein IPS-Panel handelt, fallen die Reaktionszeiten nicht negativ auf. Bei schnellen Bewegungen sind Gegner zwar nicht mehr glasklar erkennbar, gleichzeitig können die groben Umrisse jederzeit ausgemacht und problemlos ihren zugehörigen Spielobjekten zugeordnet werden.

Im Video erklären wir euch den Unterschied zwischen FPS und Hz – und warum in diesem Fall mehr auch wirklich besser ist:

TECHfacts: FPS vs. Bildwiederholrate

Alles in allem kann die Leistungsfähigkeit des Asus TUF Gaming in Spielen allemal überzeugen. Für einen Preis von 1.170 Euro bekommt man hier erstaunlich viel Performance geboten.

Asus TUF Gaming A17 bei Notebooksbilliger anschauen

Asus TUF Gaming A17 im Test: Warum Performance nicht alles ist

Die Gaming-Erfahrung mit dem Asus TUF Gaming A17 ist unterm Strich sehr zufriedenstellend. Spiele konnten dank der PCIe-SSD schnell geladen werden, die Bildraten blieben stets stabil und flüssig und das 120-Hz-Display spielt seine Stärken vor allem in Ego-Shootern aus. Doch auch ein Gaming-Laptop muss in anderen Bereichen bestehen können – und das ist beim Asus TUF Gaming A17 nicht immer der Fall.

Die angezeigten Farben auf dem Display wirken unglaublich trist, beinahe leblos. Das ist unter anderem der eher schlechten Farbraumabdeckung geschuldet. Mit anderen Worten: Bild- oder Videobearbeitung sind mit diesem Gerät nur möglich, wenn man einen externen Monitor anschließt. Auch die maximale Displayhelligkeit von 250 cd/m² lässt zu wünschen übrig. Im „stillen Kämmerlein“ reicht der Wert zwar vollkommen aus, um Bildinhalte problemlos erkennen zu können – doch strahlt euch mal die Sonne aufs Display, werdet ihr euch schnell einen neuen Arbeitsplatz suchen müssen.

Bei der Suche solltet ihr zudem stets beachten, dass der entsprechende Ort auf jeden Fall eine Steckdose bietet, denn ein Dauerläufer ist das Asus TUF Gaming A17 wahrlich nicht. Der 48-Wh-Akku macht selbst bei leichten Office-Arbeiten bei 75 Prozent Helligkeit nach etwa 3 Stunden Schluss. Immerhin, mit einem Gewicht von 2,6 Kilogramm wiegt der 17 Zoll große Laptop verhältnismäßig wenig. Den ganzen Tag im Rucksack möchte man ihn aber dennoch nicht transportieren.

Der Vorteil des kleinen 48-Wh-Akkus wird erst offenbart, wenn man das Notebook umdreht und aufschraubt. Das funktioniert übrigens dank klassischen Kreuzschlitz-Schrauben vollkommen problemlos. Danke Asus! Neben zwei M.2-Slots befindet sich im Laptop-Gehäuse auch noch eine Vorrichtung für eine 2,5-Zoll-Festplatte oder -SSD. Auf diese Weise kann der Speicherplatz des Gaming-Laptops zusätzlich erweitert werden – für Daten-Messis bestimmt eine nette Option.

Wovon es auch gerne etwas mehr hätte sein können, ist Pegel – und zwar bei den Lautsprechern. Selbst auf maximaler Lautstärke sind die verbauten Treiber alles andere als laut. Zudem fehlt es ihnen etwas an Bass. Zusammen mit dem eher schlechten Display und dem deutlich sichtbaren Backlight-Bleeding macht das Schauen von Serien und Filmen in den Abendstunden auf dem Asus TUF Gaming A17 so wirklich keinen Spaß.

Laptops: Was man vor dem Kauf wissen sollte

Asus TUF Gaming A17 im Test: Office-Arbeiten hinterlassen ein gemischtes Ergebnis

Die Tastatur des Asus TUF Gaming A17 hinterlässt durchgehend einen positiven Gesamteindruck. Das Betätigen der einzelnen Tasten fühlt sich gut an, das Layout stimmt. Vertipper kommen auf diese Weise nur selten vor. Die Platzierung der Raute über der Enter-Taste hingegen hat mich beinahe in den Wahnsinn getrieben.

Positiv hervorzuheben ist der vorhandene Ziffernblock, der im Vergleich zur „normalen“ Tastatur jedoch in seiner Breite gekürzt wurde. Daran muss man sich als Nutzer anfangs erstmal gewöhnen. Regelrecht genial ist hingegen die Tastenkombination +. Mit diesem Duo lässt sich der Windows-Rechner öffnen – und sind wir mal ehrlich, in 90 Prozent der Fälle ist das genau das Programm, was man sowieso mit dem Ziffernblock benutzen möchte.

Das Touchpad überträgt das Gleiten der Fingerspitzen präzise aufs Betriebssystem, die Haptik kann ebenfalls überzeugen. Lediglich besonders „schlau“ scheint das Trackpad nicht zu sein. Ein verirrter Fussel reicht aus, um das Touchpad lahmzulegen. Ein kurzes Wischen über die Oberfläche reicht in diesem Fall zwar aus, um den Störenfried zu beseitigen, ärgerlich ist es dennoch. Die beiden Maustasten wurden aus dem Touchpad auf zwei zusätzliche Pads ausgelagert, die einen guten Druckpunkt bieten. Lediglich ein richtiges Klicken vermisse ich.

Durchgefallen ist hingegen die 0,9-MP-Webcam des Asus TUF Gaming A17. Die Qualität des internen Mikros ist zwar durchaus passabel, sodass man es problemlos in einem Anruf benutzen kann, die Videoaufzeichnungen hingegen sind alles andere als gut. Vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen hat die Kamera zu kämpfen und verpasst der kompletten Umgebung einen ungesunden Gelbstich. Auch Kontrast und Farbsättigung können nicht überzeugen. Aber immerhin hat der Gaming-Laptop eine Webcam. Beim deutlich teureren Asus ROG Zephyrus 14 wurde die ja gestrichen.

Da das Asus TUF Gaming A17 in der von mir getesteten Konfiguration aktuell nur ohne vorinstalliertes Betriebssystem erhältlich ist, wird auf etwaige Ausführungen dazu verzichtet. Auf dem zur Verfügung gestellten Test-Laptop war Windows 10 jedoch bereits vorinstalliert.

Asus TUF Gaming A17 – Gaming-Laptop

Asus TUF Gaming A17 – Gaming-Laptop

Asus TUF Gaming A17 im Test: Technische Daten im Überblick

Display 17,3 Zoll Full-HD-Bildschirm mit IPS-Panel @ 120 Hz, matt
Prozessor AMD Ryzen 7 4800H (8 Kerne, 16 Threads, maximaler Boost-Takt 4,2 GHz)
Grafikkarte Nvidia GeForce GTX 1660 Ti mit 6 GB VRAM
Speicher 512 GB PCIe-SSD
Arbeitsspeicher 16 GB DDR4 RAM (zwei Slots, beide belegt)
Anschlüsse
  • 3x USB Typ-C (davon 2x Thunderbolt)
  • 1x Kopfhörer/Mikrofon-Kombianschluss
Akku 48 Wh
Betriebssystem -
Gewicht 2,6 kg
Preis 1.170 Euro

Wertung

7.2/10
“Ein gescheiter Gaming-Laptop zum kleinen Preis – aber auch nicht mehr. Der Asus TUF Gaming A17 bietet ordentliche Leistung, müssen jedoch zahlreiche Abstriche in Kauf nehmen. Wer sich damit arrangieren kann, sollte dem Gaming-Notebook eine Chance geben.”
Robert Kohlick
Robert Kohlick, GIGA-Experte für Gaming-Hardware, -PCs und -Laptops.

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