Wer viel unterwegs ist, braucht gute ANC-Kopfhörer, um Musik ohne störende Außengeräusche genießen zu können. Huawei möchte mit den FreeBuds Pro genau solche Kopfhörer anbieten und punktet gleich mit mehreren positiven Eigenschaften. Komplett überzeugen können die Huawei FreeBuds Pro im Test von GIGA aber nicht.

 

Huawei

Facts 
Huawei FreeBuds Pro vorgestellt

Huawei FreeBuds Pro im Test: Fazit

Huawei hat ohne Zweifel die bisher besten ANC-Kopfhörer des Unternehmens gebaut. Überzeugt haben mich in erster Linie der Klang, Tragekomfort und die aktive Geräuschunterdrückung. Zudem haben Gesprächspartner den Klang meiner Stimme beim Telefonieren als sehr gut empfunden, was an der Bone-Conduction-Technologie liegen dürfte. Die Akkulaufzeit würde ich als ausreichend bezeichnen. Mit aktiver Geräuschunterdrückung habe ich etwa vier Stunden erreicht.

Die Huawei FreeBuds Pro überzeugen zwar in Situationen, in denen man sich kaum bewegt, beispielsweise bei einer Fahrt im Zug, enttäuschen aber beim Gehen oder Joggen. Es ist keine Technologie gegen Schritthall integriert. Zudem ist die Windempfindlichkeit sehr groß, was an der Form der Kopfhörer liegen dürfte. Beides verschlechtert den Klang in Situationen, in denen man sich bewegt. Die AirPods Pro von Apple können das besser. Hier sollte Huawei ansetzen, um die FreeBuds Pro der nächsten Generation noch besser zu machen.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt bei den Huawei FreeBuds Pro mit 179 Euro, wenn man mit den wenigen Nachteilen leben kann. Vorbesteller erhalten zudem eine Waage kostenlos.

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Vorteile:

  • Klang
  • ANC
  • Tragekomfort
  • Gesprächsqualität
  • Bedienung
  • Preis
  • Wireless Charing
  • Multipoint Bluetooth

Nachteile:

  • Akkulaufzeit
  • Windempfindlichkeit
  • Schritthall

Huawei FreeBuds Pro im Test: Wertung

  • Klang: 8/10
  • Tragekomfort: 9/10
  • Hardware, Design & Funktionen: 8/10
  • Akku: 6/10

Gesamt: 7.8 / 10

Huawei FreeBuds Pro im Test: Klang, ANC und Gesprächsqualität

Ich bin etwas vom Klang der Sony WF-1000XM3 und Bose QuietComfort 35 II verwöhnt, die ich sonst verwende. Die Huawei FreeBuds Pro bieten einen ähnlich guten Klang und überzeugen gleichzeitig mit einem besseren ANC. Besonders in Situationen, in denen die Umgebungsgeräusche sehr laut sind, kann der Huawei-Kopfhörer mit seiner intensiven Geräuschunterdrückung überzeugen. Sitze ich in meinem Büro und der Nachbar schmeißt seinen Rasenmäher an, muss ich normalerweise das Fenster schließen. Bei den Huawei FreeBuds Pro schalte ich auf den „Ultra“-ANC-Modus um und mach die Musik etwas lauter. Das reicht, um die Störgeräusche fast komplett auszublenden. Das hat mich wirklich beeindruckt.

Die überzeugende Geräuschunterdrückung funktioniert aber auch nur so gut, weil die Kopfhörer in meinem Ohr so gut sitzen. Ich habe oft das Problem, dass In-Ear-Kopfhörer mindestens in einem Ohr nicht richtig passen. Hier war es zum ersten Mal nicht der Fall. Das liegt an den zusätzlichen Auflagepunkten im Ohr, die den Kopfhörer sicher in Position halten. Dadurch kann ich die FreeBuds Pro länger tragen und spüre sie kaum.

Etwas enttäuscht bin ich hingegen, dass Huawei in seine High-End-Kopfhörer zu wenig gegen Schritthall und die Windempfindlichkeit getan hat. Joggen oder Radfahren macht mit dem Kopfhörer keinen so großen Spaß. Die Klangqualität leidet enorm darunter. Das hat Apple mit den AirPods Pro deutlich besser gelöst. Positiv ist hingegen die Gesprächsqualität aufgefallen und das selbst in lauten Umgebungen. Der Bone-Conduction-Technologie ist dieses Ergebnis zu verdanken.

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Huawei FreeBuds Pro im Test: Bedienung

Wenn man die Huawei FreeBuds Pro mal aus dem Ladecase bekommen hat, was durch die glatte Oberfläche gar nicht so einfach ist, dann fällt die Bedienung nach einiger Eingewöhnungszeit sehr einfach. In meinem ersten Erfahrungsbericht hatte ich noch leichte Probleme, da ich beim Überspringen eines Songs oft auch die Lautstärke verändert habe. Das hat sich mittlerweile gelegt. Man muss den Stängel des Kopfhörers einfach mit etwas mehr Druck betätigen, dann klappt es zuverlässig. Das Wischen zur Veränderung der Lautstärke funktioniert auch gut.

Für den Test hat uns Huawei die Android-App der Kopfhörer als APK zur Verfügung gestellt, um die FreeBuds Pro einstellen zu können. Der Marktstart findet nämlich erst am 2. Oktober statt, sodass die Kopfhörer sonst nicht unterstützt würden. Eine App für iOS gibt es im Übrigen nicht. In der App kann man sehen, wie viel Restkapazität die Akkus der Kopfhörer und des Ladecase noch haben. Außerdem kann man die Geräuschunterdrückung einstellen, die Bedienung anschauen und einen Passtest durchführen. Die Kopfhörer lassen sich dort auch aktualisieren, was kürzlich der Fall war.

Mit dem letzten Update hat Huawei den FreeBuds Pro Multipoint Bluetooth spendiert. Damit lassen sich zwei Geräte verbinden. In meinem Fall das Samsung Galaxy Note 20 Ultra und ein MacBook Pro. Der Wechsel soll automatisch funktionieren, wenn die eine oder andere Quelle Sound ausgibt. Tatsächlich funktioniert das einigermaßen gut – aber nicht immer. Oft wird der Wechsel zwischen MacBook und Handy erkannt, wenn beispielsweise ein Anruf reinkommt, der Wechsel des Klangs dauert mit etwa 5 Sekunden aber relativ lang. Der Weg zurück zum MacBook klappt zudem nicht immer. Hier bedarf es also noch etwas Feinschliff. Die Funktion ist aber extrem praktisch und sollte bei jedem Kopfhörer vorhanden sein.

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Huawei FreeBuds Pro im Test: Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit der Kopfhörer liegt mit aktivem ANC bei mir bei etwa vier Stunden. Das ist in Ordnung, wenn man nicht zu lange unterwegs ist. Auf einem Flug oder einer langen Zugfahrt, was jetzt durch Corona ohnehin nicht empfehlenswert ist, dürfte es knapp werden. Da würde ich wohl zu meinen Bose-Kopfhörern greifen. Was mich aber stutzig macht, ist der extreme Akkuverbrauch des Ladecase, wenn man es nicht benutzt. Obwohl ich die Kopfhörer fast voll ins Ladecase gelegt habe, war dieses nach 2-3 Tagen Nichtbenutzung leer. Die Kopfhörer waren aber noch aufgeladen. Ein sehr kurioses Verhalten. Vielleicht kann Huawei das mit einem Update beheben.

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Immerhin sind das Ladecase und die Kopfhörer zügig wieder aufgeladen. Praktischerweise kann man das Case nicht nur per USB C schnell aufladen, sondern auch kabellos auf einer Qi-Ladestation. Dazu muss man das Ladecase aber mit der Front auf die Ladestation legen.

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Wertung

7.8/10
“Ich benutze die FreeBuds Pro von Huawei aktuell lieber als die Sony WF-1000XM3. Für längere Ausflüge greife ich aber dann doch zu den großen Bose-Kopfhörern, die eine längere Laufzeit bieten.”
Peter Hryciuk
Peter Hryciuk, GIGA-Experte für Smartphones, Tablets, Android, Windows und Deals.

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