Symfonisk im Test: Warum man zwei Ikea-Lautsprecher mit Sonos-Technik nehmen sollte

Sebastian Trepesch

Ikea baut mit Sonos-Technik Netzwerklautsprecher für jedermann – was für eine interessante Kooperation. Als GIGA-Autor Sebastian die Testgeräte auspackte, schallte Gelächter durch die Redaktion. Warum, und was die Lautsprecher drauf haben, klärt der Test der Symfonisk-Produkte.

Symfonisk im Test: Warum man zwei Ikea-Lautsprecher mit Sonos-Technik nehmen sollte
Bildquelle: GIGA.

Design ist Geschmacksache, doch hier ist sich die GIGA-Redaktion einig: Die Symfonisk Tischleuchte mit WiFi-Speaker finden wir so unschön, dass wir uns das Lachen nicht verkneifen können. Sie sieht aus, als hätte man einem HomePod eine unförmige Milchglaskugel aufgesetzt. Nur, dass der Mesh-Bezug aus Stoff verschoben über dem Lautsprecher liegt und wirkt, als wären der Maschine einige Strickfehler unterlaufen.

Doch andererseits findet die Leuchte vielleicht durch ihr eigenwilliges – Achtung, seltsamer Widerspruch – modernes 60er-Jahre-Design mitsamt Plastikdrehschalter doch seine Freunde. Mit der platzsparenden Kombination aus Licht und Lautsprecher könnte er Pragmatiker ansprechen. Und wer damit nichts anfangen kann: Wir haben im Test ja noch zwei Exemplare des Symfonisk Regal-Speakers, der ein neutraleres und doch irgendwie Ikea-typisches Design bietet. Sowohl der Regallautsprecher, als auch die Tischlampe enthält Sonos-Technik, was da bedeutet: In diesen Boxen steckt ein etabliertes und bewährtes System. Playlist ausgewählt und: Play!

Ikea Symfonisk-Lautsprecher im Test: Fazit

Symfonisk Tischleuchte mit WiFi-Speaker und Symfonisk Regal-WiFi-Speaker sind Ikea-Produkte, die ihrem Klischee gerecht werden: Sie sind günstig, gerade so hochwertig wie notwendig und haben ihren eigenen Stil. Die Lautsprecher profitieren ungemein von der Kooperation mit Sonos. Der Sound mit vernünftigem Bass ist gut, aber nicht ganz so gut wie der des Originals. Doch kombiniert man zwei Regal-Lautsprecher zu einer Stereogruppe, freut man sich über einen ordentlichen und nicht zu schmalbrüstigen Klang zu einem bislang ungeschlagenen Preis: , für eine sehr günstige und solide Streaming-Anlage.

Allerdings: Wer nicht dauernd sein Smartphone zu Hause bereitliegen hat, für den sind die Lautsprecher nichts. Das Handy ist der einzig mögliche Zuspieler, ob über die Wartezeiten verursachende Sonos-App oder Apples AirPlay 2. Ein analoger Anschluss oder ein Sprachassistent mit direkter Anbindung an Streamingdienste ist nämlich nicht integriert.

Ikea Symfonisk Tischleuchte im Test: Wertung

  • Klang: 75 Prozent
  • Ausstattung: 85 Prozent
  • Praxis: 75 Prozent

Gesamt: 78 Prozent (der Klang bildet 50 Prozent der Gesamtnote)

Ikea Symfonisk Regal-WiFi-Speaker im Test: Wertung

  • Klang: 70 Prozent
  • Ausstattung: 85 Prozent
  • Praxis: 75 Prozent

Gesamt: 75 Prozent (der Klang bildet 50 Prozent der Gesamtnote)

Meine persönliche Empfehlung: Wer 200 Euro für einen WLAN-Lautsprecher ausgeben möchte, als eine Sonos-Box oder andere Konkurrenz. Mit einer Stereo-Kombi fährt man am besten und beim Regallautsprecher preislich sehr gut (die Lampe kostet einzeln ). Daraus folgt für mich auch: Nimm zwei Regal-WiFi-Speaker oder gar keinen Ikea-Lautsprecher.

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Symfonisk im Test: Das hat uns an den Ikea-Lautsprechern gut gefallen

  • Die Lautsprecher steuert man über die Sonos-App. Hier bündelt man gleiche Lautsprecher zu Stereogruppen oder sogar zum Surround-Set. Über iPhones ist eine Raumeinmessung möglich, nicht aber über Android-Geräte (wegen der Vielzahl an unterschiedlich verbauten Mikrofonen).
  • Gemessen an der Preisklasse ist der Klang der Ikea-Lautsprecher gut, für den Preis bekommt man aktuell noch nicht mehr. Der Bass reicht tief hinunter, was den Sound schließlich hörenswert macht. Insgesamt klingen beide Modelle leicht nach Plastik (was für einen einzelnen Regallautsprecher etwas mehr gilt als für die Lampe oder eine Stereo-Kombi). Die Handbremse ist leicht angezogen, ein bisschen mehr Esprit würde den Symfonisk nicht schaden. In unserem Test hob die Sonos-Einmessautomatik die Höhen etwas an, was für einen klareren Klang sorgte. Besonders seitliches Hören profitiert davon: Trotz HomePod-Design bietet die Lampe keinen gleichmäßigen 360-Grad-Sound, sondern strahlt nach vorne.
  • Die Testprodukte mögen gut produzierte Musiktitel, ob das nun Pop, Elektro oder gar manch Orchester-Aufnahme ist. Andererseits schmerzt es etwas, was die Symfonisk-Lautsprecher zum Beispiel aus der Bridge der machen: Die Instrumente im Hintergrund werden zum diffusen Matsch. Zugegeben, auch der Sonos One tut sich da schwer. HiFi-Lautsprecher spielen dann doch in einer anderen Liga.
  • Räumlichkeit bekommt man im Doppelpack: Mit einem Stereopaar der Regallautsprecher kann man die Party in einem kleinen Studentenzimmer durchaus beschallen – freilich ohne HiFi-Qualitäten, aber mit einem Klang, der vor 10 Jahren in dieser Gehäusegröße und zu diesem Preis noch nicht denkbar gewesen wäre. Das kann dann auch ein besserer, einzelner smarte Lautsprecher nicht besser. Kein Sonos One, erst recht kein Amazon Echo 2.
  • Die Lautsprecherlampe vereint zwei in einem. Das Licht schaltet man unabhängig vom Lautsprecher an oder aus – übrigens passt auch eine Philips-Hue-Birne inklusive Gewindeadapter unter das Milchglas (E 14, max. 7 Watt; im Lieferumfang ist weder ein smartes, noch ein gewöhnliches Leuchtmittel enthalten).
  • Regallautsprecher“ ist ein doppeldeutiger Begriff: Die Lautsprecher kann man ins Regal stellen oder legen, aber auch an die Wand hängen und somit als Regalbrett nutzen.
  • In der App lassen sich einige Streamingdienste anbinden, darunter Spotify, Apple Music und TuneIn Radio. Die Musik schickt man an einen oder mehrere Sonos- und Ikea-Lautsprecher, wobei man für jede einzelne Box die Lautstärke festlegt.
  • Neben der WLAN-Einbindung bieten die Lautsprecher einen Ethernet-Port – eine gute Option, wenn das Funknetz schlecht oder überlastet ist. Sendet man Musik über die Sonos-App an die Boxen, empfangen sie den Stream direkt aus dem Internet, also ohne den Umweg über das Smartphone.

Das hat uns an den Symfonisk-Lautsprechern nicht so gut gefallen

  • Mit HomePod und Co können die WiFi-Lautsprecher von Ikea nicht mithalten. Der Bass der Symfonisk ist weniger präzise, die Mitten etwas dürftiger als bei dem Sonos One. Und das, obwohl der Körper der Tischlampe größer als der Konkurrent ist.
  • Die Hardware-Qualität ist gut bis schlecht – negativ fallen das Gehäuse der Regallautsprecher und der Stoffüberzug der Tischlampe auf.
  • Die Sonos-App ist zu langsam. Zumindest iPhone-Nutzer greifen da lieber auf andere iOS-Zuspieler zurück und senden die Musik über AirPlay 2 an die Lautsprecher.
  • Außer die Sonos-App und AirPlay 2 gibt es keine weitere Zuspiel- oder Verbindungsmöglichkeit – kein Bluetooth, keinen weiteren Analog- oder Digitalanschluss.
  • Einen Sprachassistenten, dem man einfach mal „leiser“ oder „nächster Song“ zurufen könnte, gibt es nicht.
  • Trotzdem ist der Stromverbrauch im Standby nicht zu vernachlässigen, einfach der dauernden Verfügbarkeit im Netz geschuldet. Wir haben 2,2 bis 2,5 Watt pro Gerät gemessen – immerhin weniger als beim Sonos One, der 1 Watt mehr benötigt. Da ist der Einsatz einer oder einer sinnvoll. Bei zwei Lautsprechern verbraucht man sonst ja schon 5 Watt rund um die Uhr – damit kann man auch ein Licht brennen lassen.

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