Weg vom Index: Warum Dead Island acht Jahre zu spät erscheint

Marina Hänsel

Zombie-Gore-Fest Dead Island schlachtet sich 2011 in den Release, erschien aber nie in Deutschland. Der Grund: Zu brutal, zu blutig; also ab auf den Index. Das Spiel wurde indiziert und blieb im roten Buch der bösen Spiele – bis heute.

Mit Resident Evil 2 auf unseren Bildschirmen mögen so manche ältere Index-Spiele beinahe harmlos erscheinen: Ein fleischiger Unterkiefer, der wie ein Stück Mettwurst abbricht und schleimig zu Boden gleitet? Check. Ein Torso-Zombie, dessen Gedärme eine Schleifspur hinterlassen? Check. Was könnten ältere Horror-Shooter schon zeigen, das noch schlimmer ist? Nichts, wie es aussieht – zumindest, wenn wir über bis eben noch indizierten Zombie-Shooter Dead Island sowie Dead Island: Riptide sprechen.

Wie Schnittberichte.de erklärt, wurden die beiden Gore-Shooter den Behörden ein zweites Mal vorgelegt, und violá: Das Gremium entschied sich gegen den Index, sodass die Spiele acht Jahre nach Release auch in Deutschland erscheinen dürfen. Was ist also mit Dying Light, fragst du? Das stammt immerhin auch von Entwickler Techland, wurde aber zum Release 2015 indiziert. In Folge vom Dead Island-Release besteht also durchaus die Chance, dass Dying Light doch noch in die Läden krabbelt – oder zumindest Dying Light 2, das irgendwann 2019 erscheinen soll.

Dead Island im – wirklich fantastischen – Trailer. Leider kommt das Spiel nicht ganz an das Video heran:

Dead Island - Reveal Trailer.

Werden Spiele mit der Zeit weniger brutal?

Natürlich hat sich an der Gewalt in Dead Island nichts geändert. Was sich geändert hat, ist unsere Wahrnehmung von Gewalt – und die Grenzen dessen, was die Bundesprüfstelle für Jugendgefährdende Medien (BPjM) durchgehen lässt. Die Grafik wird realistischer und Blut gehört mittlerweile in vielen Spiele-Blockbustern zum guten Ton. Graduell werden einst schlimme Dinge weniger schlimm, denn wir kennen sie schon, wir sehen sie jeden Tag.

ZU brutal? Kollege Daniel hat die USK gefragt und erklärt dir, warum plötzlich so viele brutale Spiele in Deutschland erscheinen dürfen.

Der ganze Prozess ist nicht wirklich neu: Wusstest du, dass die Originalfassung des ersten Terminator-Teils einst indiziert gewesen ist? Oder auch Scarface, der 1983 erschien und mittlerweile zum Pflichtprogramm in jeder Filmhochschule gehört. Da Computerspiele ein jüngeres Medium als Filme sind, durften die ohnehin nie so brutal sein, wie Filme zur gleichen Zeit – die Frage der Interaktivität spielt hier besonders eine Rolle, wenngleich es dennoch dabei bleibt: Mit der Zeit fallen ältere Spiele aus dem Index; nicht alle, aber viele.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung