Das Ende von Final Fantasy 7 Remake ist unerwartet. Ein bisschen verwirrend – nein, sehr verwirrend und greift viele Aspekte auf, die ihr noch gar nicht verstehen könnt und selbst wenn ihr das Original bereits gespielt habt, kommt das Ende überraschend. Aus diesem Grund möchten wir in diesem Artikel ein bisschen Licht ins Dunkle bringen und dieses so gut es geht erklären.

 

Final Fantasy VII Remake

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Final Fantasy VII Remake
Achtung! Wie die Überschrift verlauten lässt, wird dieser Artikel sowohl Spoiler vom Remake als auch vom Original enthalten. Weiterlesen auf eigene Gefahr.

Während ihr vielleicht erwartet habt, dass das Remake von Final Fantasy 7 stringent der ursprünglichen Storyline folgt, müssen wir euch leider enttäuschen. Vor allem das Ende birgt einige Überraschungen und Wendungen, mit denen wohl niemand gerechnet hätte. Der Abschluss des ersten Teils ist mehrdeutig, verwirrend und wir bezweifeln, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt auf alles eine Antwort finden werden. Trotzdem möchten wir euch den letzten Teil der ersten Episode herunterbrechen und signifikante Aspekte für euch erklären.

Final Fantasy 7 - Remake: Die vollständige Eröffnungssequenz

Wer ist der SOLDAT mit den schwarzen Haaren?

Ist Final Fantasy 7 Remake euer erster Berührungspunkt mit der Serie werdet ihr ihn nicht kennen – für uns hingegen war sein Anblick ein Trigger, der uns zurück zu dem Moment führte, in dem wir unter Tränen den Abspann von Crisis Core schauten. Als Prequel zu Final Fantasy 7 kam Crisis Core 2007 auf der PSP raus und brach unsere Herzen, auch wenn wir wussten, was welches Ende es nehmen würde.

Der SOLDAT heißt Zack Fair und ist einer der wichtigsten Charaktere von Clouds Vergangenheit. Das Remake verrät wenig über ihn – zurecht, denn einer der wichtigsten Twists im Original kommt erst noch – wichtig ist, dass Cloud und Zack für Shinra gearbeitet haben, dass die beiden zusammen mit Sephiroth auf einer wichtigen Mission in Nibelheim (Clouds Heimatstadt) unterwegs waren und dass er zufälligerweise der Exfreund von Aerith ist.

Im Original ist Zack tot. Mausetot. Denn die Mission, die Sephiroth zusammen mit den beiden in Nibelheim bestreitet, endet damit, dass dieser die Wahrheit über seine Identität erfährt. Statt ein Nachkomme des alten Volkes zu sein, ist er ein Experiment von Professor Hojo: Ein Klon, geschaffen aus den Zellen von Jenova, dem Alien, das daran Schuld ist, dass das alte Volk ausgelöscht wurde. Wutentbrannt fackelt Sephiroth die ganze Stadt ab. Nachdem Cloud und Zack ihn stoppen, werden sie von den Strapazen bewusstlos. So gelingt es Professor Hojo die beiden gefangen zu nehmen.

In den folgenden Jahren werden sowohl an Zack als auch an Cloud Experimente ausgeführt, in denen ihnen Zellen von Jenova injiziert werden – Jenova ist übrigens auch das Ding, dessen Kopf Sephiroth im Shinra-Hauptquartier in den Armen hält und Mutter nennt. Shinra glaubt auch, dass Jenova der Schlüssel zum „Verheißenen Land“ ist.

Cloud und Zack sind nicht allein – eine Vielzahl von Menschen erhalten während der Jahre Zellen von Jenova/Sephiroth eingepflanzt. Jeder von ihnen wird durch eine Nummer gekennzeichnet. Der vermummte Mann, der neben Cloud in Sektor 7 lebte, ist einer von ihnen. Dadurch, dass er (und viele andere) dieselben Zellen, wie Sephiroth in sich trägt, gelingt es ihm ihn zu kontrollieren. Genauso schafft er es Cloud zu manipulieren und seinen Geist mit Visionen von ihm zu schwächen.

Nach vier Jahren schaffen es Zack und Cloud den Fängen von Hojo zu entkommen. Naja – eigentlich gelingt es vorrangig Zack, der so stark ist, dass er durch das eingeflößte Mako und die Zellen von Jenova wenig Schaden genommen hat. Cloud hingegen erleidet eine schwere Mako-Vergiftung, an der auch Jessies Vater leidet. Auf dem Weg nach Midgar werden sie von einer Gruppe Shinra-Soldaten aufgehalten, die Zack brutal hinrichten, während Cloud fast leblos auf dem Boden liegt und von ihnen nicht als Gefahr wahrgenommen wird. Im Finale von Final Fantasy 7 Remake hingegen sehen wir, dass Zack den Kampf mit den Shinra-Soldaten überlebt. Den Großteil der Szene kennen wir bereits aus Crisis Core – dass er wieder aufsteht hingegen ... nicht.

Er schultert Cloud und zieht weiter Richtung Midgar.

Ist Zack jetzt am Leben?

Irgendwie ja. Die Frage ist aber auf welcher Zeitlinie? In der selben Szene sehen wir eine Snacktüte vorbeifliegen, die einen Hund zeigt, der eine grüne Mütze trägt. Den Hund namens Stamp kennen wir, denn er zieht sich durch das ganze Spiel. Doch sieht er hier ganz anders aus? Anstatt eines Beagles mit grünem Helm sehen wir hier einen Terrier mit Cap. Das hingegen verrät uns, dass es eigentlich (mindestens) zwei Zeitlinien gibt: Eine, in der Zack am Leben ist und eine, in der er stirbt.

In der Szene im Abspann, in der Zack von den Shinra-Soldaten umzingelt ist, sehen wir, wie Midgar von einem Schwarm Moiren bedeckt ist – das wiederum lässt darauf schließen, dass Cloud und seine Gruppe auf der Hauptzeitlinie, die Zeitachse beeinflussen, auf der Zack sich befindet. Das zeigt auch die (verwirrende) Szene, in der Zack und Cloud zwischen der Gruppe hindurchlaufen und Aerith Zacks Präsenz sichtbar wahrnimmt.

Was sind diese Moiren?

Schon zu Anfang macht ihr Bekanntschaft mit Dementor-ähnlichen Wesen, die in der Luft herumfliegen und euch unter anderem von bestimmten Aktionen abhalten. Red XIII erklärt uns, dass Moiren Wesen sind, die nur existieren, damit die Welt ihren Lauf nimmt und (jeder) ihr Schicksal erfüllt.

Ihre Aktionen sind weder gut noch böse, obgleich sie so gedeutet werden können. Die Moiren dienen allein dem Schicksal und versuchen die ursprüngliche Zeitachse im Lot zu halten: Quasi die Hauptachse, in der Zack verstorben ist und die Gruppe zusammen gegen Sephiroth antritt, um ihn zu besiegen.

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Final Fantasy 7 Remake: Alle Waffen und ihre Fundorte

Das jedoch verkompliziert sich, sobald sich die Gruppe in Kapitel 18 entscheidet, gegen das Schicksal anzutreten. Im Glauben, dass die Erde durch Shinra eh dem Untergang geweiht ist, gewinnen Cloud und Co. gegen das Schicksal. Der Fakt die Moiren zu schlagen, bedeutet, dass die Zukunft nun ungewiss ist – dass das Schicksal, was ihnen einst blühte, nicht mehr passieren muss. Alles ist offen. Das, was vor uns liegt, ist noch nicht geschehen. Auch nicht im Original von Final Fantasy 7.

Wer ist eigentlich dieser Sephiroth und warum will er alle töten?

Während wir Sephiroth in vielen Szene des Remakes sehen, wird nie richtig erklärt, wer er eigentlich ist und warum er so ein fieser Möpp ist – und auch wenn wir wissen, wer Sephiroth im Original ist, bedeutet das nicht, dass wir wissen wer er im Remake ist und was seine Beweggründe sind.

Was wir aus dem Remake erfahren? Nicht viel. Er sei ein Shinra-Kriegsheld, der jetzt die Erde zerstören will. Doch warum bekämpfen wir ihn eigentlich?

Im Original zumindest will Sephiroth, wie viele Superschurken, ein Gott werden. Ein Teil seines Plans ist es das verheißene Land zu finden, in dem einst Aeriths Vorfahren, die Cetra gelebt haben sollen. Super-Spoiler: Sephiroth möchte gottgleiche Kräfte erhalten, indem er den Lebensstrom absorbiert. Der Lebensstrom ist das, von dem gesprochen wird, wenn Menschen nach ihrem Tod zum Planeten zurückkehren. Es ist das, aus dem Shinra Makoenergie zapft und ist auch das türkis-leuchtende Zeugs, wenn Gegner sterben und in einer kleinen Wolke aufsteigen.

Sephiroth glaubt, dass er es mit einem Meteor schafft, die Erde soweit aufzureißen, um so den Lebensstrom in sich aufnehmen zu können. Das verheißene Land sei er ideale Fleck, um diese Katastrophe heraufzubeschwören. Während Sephiroth dadurch zwar unendliche Kraft tankt – würde ein Meteor den kompletten Planeten verwüsten.

Das Remake hingegen nimmt diesen Fakt und verkompliziert ihn (schon wieder). Sephiroths Worten zufolge weiß er bereits, das sein Plan scheitern wird und, dass die Gruppe ihn aufhält. Das könnte wiederum dafür sprechen, dass Sephiroth aus der originalen Zeitlinie stammt, in der das alles schon passiert ist. So weiß er ebenfalls von den berühmten sieben Sekunden, die er erwähnt, in denen passiert, was ... na, ihr wisst schon. (Noch mehr Spoiler.)

Er sieht diese Zeitlinie als eine Chance doch zu gewinnen und versucht die Gruppe dahingehend zu beeinflussen. Es könnte aber auch sein, dass dieser Sephiroth von dem aus der originalen Zeitlinie bereits informiert wurde. Es ist so verwirrend – wie es weitergehen wird, werden wir wohl erst im nächsten Teil erfahren.

Und was ist diese unbekannte Reise?

Die letzten Momente des Abspanns sprechen von einer unbekannten Reise, die weitergehen wird. Das weist darauf hin, dass die Gruppe das einstige Schicksal mit dem Sieg über die Moiren verändert hat und alles passieren kann und wird. Wir wissen zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht, inwiefern das Szenario mit dem Original übereinstimmen wird.

Allerdings gehen wir davon aus, dass Sephiroths Plan ein Gott zu werden noch derselbe ist – daher wird dieser ihn ebenfalls zum Tempel des alten Volkes führen, wo er die eine Materia finden wird und ... – doch die Chancen darauf, dass die Story andere Wege einschlagen wird, sind hoch. Besonders mit dem Hinblick auf alternative Zeitlinien. Und wie wird Zack involviert sein? Die Zeit wird es zeigen.

Habt ihr Theorien, was passieren könnte? Oder habt ihr die Ereignisse anders gedeutet als wir? Schreibt es und gern in die Kommentare!

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Laura Li Tung
Laura Li Tung, GIGA-Expertin für J-RPGs, Action-Adventures und Monster Hunter.

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