Die EU nimmt Google ins Visier: Laut Financial Times steht der Abschluss des Wettbewerbsverfahrens gegen den US-Konzern kurz vor dem Abschluss. Google soll die Marktmacht seines Android-Betriebssystems ausgenutzt haben, um sich Vorteile gegenüber der Konkurrenz zu verschaffen. Im schlimmsten Fall drohen bis zu 11 Milliarden US-Dollar Strafe. 

 

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Seit 2016 untersucht die EU Vorwürfe, wonach Google die marktbeherrschende Stellung seines Android-Betriebssystems ausnutzt, um dem Wettbewerb zu schaden. Wie die britische Financial Times jetzt unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, steht der Abschluss des Wettbewerbsverfahrens kurz bevor. In den kommenden Wochen soll die zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager das Ergebnis im wichtigsten von insgesamt drei Wettbewerbsverfahren bekanntgeben.

Wettbewerbsverfahren um Android: Google drohen 11 Milliarden US-Dollar Strafe

Sollte die EU die Vorwürfe gegen Google als erwiesen ansehen, droht dem kalifornischen Unternehmen eine Bußgeld von bis 10 Prozent des weltweiten Umsatzes der Muttergesellschaft Alphabet. In diesem Fall müsste sich Google auf eine Strafe von 11 Milliarden US-Dollar (9,3 Milliarden Euro) einstellen. Dass die EU-Kommission ein Bußgeld verhängt, wird von Beobachtern erwartet. Wie hoch die Strafe ausfällt, ist noch unklar. In der Regel orientiert sich die EU aber am unteren Ende des Spektrums.

Bündelung von Google-Apps wird kritisiert

Konkret stört sich die EU-Wettbewerbsbehörde unter anderem daran, dass Smartphone-Hersteller, die Zugang zum Google Play Store haben möchten, gleich ein ganzes Paket an Google-Apps auf ihren Geräten vorinstallieren müssen. Ein weiterer Kritikpunkt besteht darin, dass Hersteller von Google-zertifizierten Smartphones gehindert werden, Geräte mit abgewandelten Android-Versionen zu verkaufen.

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Google selbst ist sich hingegen keiner Schuld bewusst und hat die Vorwürfe der Wettbewerbshüter zurückgewiesen. Nach Ansicht des Internetkonzerns lasse die EU völlig außer Acht, dass Android in Konkurrenz mit Apples iOS stehe und es daher genügend Wettbewerb auf dem Mobilfunkmarkt gebe. Bislang scheint die EU dieser Argumentation aber nicht zu folgen.

Quelle: Financial Times (Bezahlschranke), via Golem