Forscher entdecken 7 Planeten: Wasser und Leben wie auf der Erde möglich

Stefan Bubeck 2

Sie sind nicht weit von uns entfernt: Sieben Planeten umkreisen den Stern „Trappist-1“ – davon drei in der „bewohnbaren Zone“. Es handelt sich um eine wissenschaftliche Sensation.

NASA & TRAPPIST-1: Sieben erdähnliche Planeten entdeckt (Englisch).

Ein Forschungsteam um den belgischen Astronomen Michaël Gillon (Université de Liège) hat den roten Zwergstern Trappist-1 beobachtet und nun in dessen Umlaufbahn aufgespürt, wonach alle suchen: Erdähnliche Exoplaneten, auf denen sich wahrscheinlich Wasser und vielleicht sogar außerirdisches Leben befindet. Entdeckt wurden die sieben Himmelskörper mit dem „Transiting Planets and Planetesimals Small Telescope“ in Chile und dem Spitzer Space Telescope (früher SIRTF) der NASA.

Thomas Zurbuchen, Wissenschaftsdirektor der NASA: „Eine Antwort auf die Frage ‚Sind wir allein?‘ zu finden, ist eine der Top-Prioritäten in der Wissenschaft – und viele Planeten innerhalb der habitablen Zone zu finden, das ist ein bemerkenswerter Schritt in Richtung dieses Ziels.“

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Gemäßigte Temperaturen könnten außerirdisches Leben möglich machen

Trappist-1 ist 39,5 Lichtjahre von der Erde entfernt und hat in etwa die Größe des Jupiters – damit ist er deutlich kleiner als unsere Sonne, außerdem ist er auch kühler. Die Trabanten, die Trappist-1 umkreisen, haben eine vergleichsweise enge Umlaufbahn und weisen sehr kurze Umlaufzeiten auf, die nur zwischen 6 und 12 Tagen betragen. Man könnte auch sagen: Ein Jahr (im astronomischen Sinne) dauert dort nur 1-2 Wochen.

Alle sieben neu entdeckte Planeten sind wahrscheinlich aus Gestein, drei von ihnen befinden sich in einem Abstand zu Trappist-1, der als habitable (bewohnbare) Zone bezeichnet wird. Dort könnte sich flüssiges Wasser befinden, denn die Temperaturen sind wie bei uns weder zu kalt noch zu heiß. Das wiederum ist eine wichtige Voraussetzung für mögliches Leben. In unserem Sonnensystem ist die Erde der einzige Planet, der sich in einer bewohnbaren Zone befindet – bereits auf unserem nächstgelegenen Nachbarn Venus herrschen Durchschnittstemperaturen von 464 Grad Celsius.

Gillon beschreibt die Aussicht dort: „Wenn man auf einem der Planeten stünde, hätte man einen wunderbaren Blick auf die anderen. Nicht als Lichtpunkte am Himmel, sondern wie wir den Mond sehen. Strukturen, so groß wie der Mond, teilweise größer.“ Die Planeten sind immer mit der selben Seite zu ihrem Stern zugewandt – das würde bedeuten, dass eine Seite immer im Licht ist und die andere immer im Dunklen. Einen Wechsel von Tag und Nacht würde man dort nicht erleben.

Mit dem James Webb Space Telescope, dessen Start für Oktober 2018 vorgesehen ist, könnte die NASA zukünftig die Atmosphären der Planeten genauer untersuchen. Sollte man im Trappist-1-System Spuren von Ozon finden, dann wäre das ein spannender Hinweis auf organisches Leben.

Quellen: Tagesschau, NASA

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