Sony: Gingerbread ist Verkaufsnachteil – wegen der Verkäufer

Amir Tamannai 11

Sean Coulson, seines Zeichens Marketing Manager bei Sony Mobile in Australien hat interessante Ansichten zur Aktualität der auf den Smartphones aus seinem Hause installierten OS-Version: Ja, Geräte mit Gingerbread hätten durchaus einen schwereren Stand am Markt – allerdings nur, weil sie von den unverschämten Elektronik-Verkäufern immer so schlecht gemacht würden.

Sony: Gingerbread ist Verkaufsnachteil – wegen der Verkäufer

Bislang hat Sony noch kein Gerät mit der neuesten Version von Android herausgebracht, ICS wurde maximal auf die Smartphones und Tablets aus dem Vorjahr verteilt – selbst das aktuelle Flaggschiff Xperia S gurkt noch mit Gingerbread herum, was Frank in seinem Test des ansonsten sehr gefälligen Smartphones auch zu recht anprangerte.

Sony sieht inzwischen auch ein, dass das durchaus einen Wettbewerbsnachteil darstelle – allerdings nicht etwa, weil es für die Kunden grundsätzlich besser sei, die neueste Version des Betriebssystems auf ihrem Smartphone nutzen zu dürfen, sondern vielmehr, weil die Gingerbread-Geräte von den Verkäufern der Elektromärkte schlecht geredet werden würden:

The main disadvantage is the perception from retail staff. When they are recommending phones they always recommend you the latest and greatest. From a consumer perspective I don’t think it’s a huge disadvantage.

Zu deutsch: „Der größte Nachteil [für Geräte mit Gingerbread] ist die Wahrnehmung durch das Verkaufspersonal. Die empfehlen eben immer nur das Neueste und Tollste. Ich denke, aus Kundenperspektive ist es kein großer Nachteil [Gingerbread auf dem Smartphone zu haben].“

Ähm, naja, Herr Coulson, Sie haben zwar grundsätzlich recht, dass das Verkaufspersonal tendenziell eher neuere Technologien empfehlen wird – aber das ja nicht ohne Grund. Auch ich würde keinem Leser auf die Frage, ob er sich lieber ein Smartphone mit ICS oder Gingerbread holen sollte, ohne Warnung zur älteren Version raten. Hier davon zu sprechen, dass es für den Kunden per se egal sei, welche Software er nutze, ist gerade in Anbetracht der gewaltigen Performance- und Akkulaufzeit-Unterschiede zwischen den beiden Android-Iterationen schon ziemlich ignorant.

Das Argument, dass man sich bei Sony eben für einen früheren Gerätelaunch entschieden habe, statt die Smartphones so lange zu verschieben, bis das ICS-Update fertig sei, zieht da schon eher. So erklärte Coulson, mit Bezug auf die vorgestellten Geräte Xperia P und Xperia U:

We would never deliberately launch not on the latest version of Android but it comes down to a choice between delaying the launch or going to market with an older version. We’ve made a really public commitment to ensure it is upgradeable.

Deutsch: „Wir würden niemals mit Vorsatz ein Gerät auf den Markt bringen, das nicht auf der neuesten Version von Android basiert, aber es kommt auf eine Entscheidung hinaus: Den Launch verschieben oder ein Gerät mit einer älteren Version auf den Markt bringen. Wir sind ein wahrlich öffentliches Versprechen eingegangen, um sicherzustellen, dass es Upgrade-fähig ist.“

Wir gehen jetzt einfach mal davon aus, dass Herr Coulson vielleicht nicht so ganz firm in Sachen Android ist und deswegen den Unterschied zwischen Gingerbread und ICS möglicherweise gar nicht abschätzen kann. Und so sei ihm der kleine Lapsus dann auch verziehen – zumal wir sicher sind, dass die Sony-Entwicklungsabteilungen – also die, die sich auskennen – weiterhin mit Hochdruck an den bis Ende Juli versprochenen ICS-Updates für (fast) alle aktuellen Sony-Modelle arbeiten.

Quelle: PC World Australien

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