App-Berechtigungen spielen im Play Store eine wichtige Rolle. Vor der Installation einer neuen App müsst ihr den App-Berechtigungen zustimmen. Aber welche Bedeutung haben die App-Berechtigungen? Warum gibt es sie? Und braucht eine App die eingeforderten Rechte überhaupt? Was erlaubt man der App im schlimmsten Falle? Und wie kann man App-Berechtigungen blockieren? Wir erklären es euch.

Video-Tipp | Vorsicht, Play Store App-Berechtigungen

Play Store App Berechtigungen
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Warum gibt es App-Berechtigungen?

In einer Welt, in der es primär um das Geld-Verdienen geht (Kapitalismus), müssen auch “kostenlose” Apps Gewinn erwirtschaften. Auch wenn ihr dafür nicht mit Geld bezahlt, werdet ihr ersatzweise mit der Preisgabe eurer persönlichen Daten zur Kasse gebeten: Willkommen bei den App-Berechtigungen. Zwar gibt es im Play Store auch “vernünftige Apps”, die nur die Berechtigungen einfordern, die sie für ihre Funktion auch wirklich benötigen. Mittlerweile sind das aber eher Ausnahmen; erst recht, wenn die Apps kein Geld kosten.

Damit Entwickler und Co. auf der sicheren Seite sind, wenn sie eure persönlichen Daten abfragen, werdet IHR vor der App-Installation aufgefordert den App-Berechtigungen zuzustimmen. Damit geht ihr also einen Vertrag ein, indem ihr zustimmt, dass ihr mit eurem persönlichen Daten bezahlt.

Allerdings sind hier nicht nur die Entwickler die “Bösen”: Solange die meisten Menschen für gute Apps nichts bezahlen wollen, wird es dieses Wirtschafts-Modell noch sehr lange geben.

Braucht die App alle diese Android-Berechtigungen?

Seid ehrlich: In den meisten Fällen beachtet man die von einer App bei der Installation oder einem Update eingeforderten Rechte kaum und klickt einfach auf Akzeptieren. Und wenn man sie beachtet, fragt man sich beispielsweise: Wozu braucht eine Taschenlampen-App Zugriff auf die Kamera? Die Antwort: Nur mit dieser Berechtigung kann sie den LED-Blitz ansprechen, der technisch gesehen zur Kamera gehört.

Keine Frage: Einige Berechtigungen klingen beunruhigend – und können es auch sein. Jedoch muss man beachten, in welchem Kontext die jeweilige Android-App die eingeforderten Rechte tatsächlich benötigt. So fragt man sich etwa, warum WhatsApp SMS lesen sowie schreiben möchte, dieser Zugriff ist jedoch beispielsweise für den Registrierungsprozess als Legitimation erforderlich. Zur Registrierung und/oder Authentifizierung des Nutzers wird eine SMS an den Dienst aus der App heraus gesendet und wiederum eine Antwort-SMS mit dem Authentifizierungscode empfangen. Der Code wird aus der SMS direkt von der WhatsApp-App ausgelesen, sodass der Nutzer diesen nicht abtippen muss. Ohne die beiden SMS-Berechtigungen wäre diese Komfortfunktion schlicht nicht möglich.

Fazit: Es ist also für den Laien nicht einfach zu erkennen, ob eine App die Berechtigung wirklich benötigt. Daher zeigen wir im Folgenden App-Berechtigungen und Anwendungsbeispiele, damit ihr Bescheid wisst und ein Gefühl dafür bekommt, ob die geforderten App-Berechtigungen in Ordnung sind.

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Android-Berechtigungen: Bedeutung erklärt mit Beispielen

Im Play Store werden einzelne Berechtigungen in so genannte Berechtigungsgruppen zusammengefasst. Als Beispiel: Die Berechtigungsgruppe SMS besteht aus der App-Berechtigung „SMS lesen“ und „SMS schreiben“. Beim Download von Anwendungen werden seit Mitte des Jahres 2014 nur noch die eingeforderten App-Berechtigungsgruppen angezeigt. Habt ihr automatische Updates aktiviert und verlangt eine App bei der Aktualisierung nach weiteren Rechten innerhalb einer von euch bereits freigegebenen Gruppe, erhaltet ihr keine Benachrichtigung darüber. „Die App erfordert keine besonderen zusätzlichen Berechtigungen“ meldet der Play Store einfach so, auch wenn das so nicht immer wirklich so stimmt.

Hier erklären wir die einzelnen App-Berechtigungen unter Android im Einzelnen:

Android-Berechtigungen: Besser das „Kleingedruckte“ lesen

 

Welche Rechte eine App genau eingefordert hat, könnt ihr im Play Store im unteren Bereich einer App-Produktseite über den Punkt „Berechtigungsdetails“ herausfinden. Dort werden nicht nur die App-Berechtigungsgruppen, sondern auch detailliert die eingeforderten einzelnen Rechte angezeigt.

Achtung: Der Internet-Zugriff wird in jedem Fall nicht mehr aufgelistet, da dieser standardmäßig erteilt wird. Das heißt, daß ihr nicht erkennt, ob eine App auf das Internet zugreifen kann oder nicht. Mit der App Permissions Watchdog (Berechtigungs-Wachhund) könnt ihr euch aber aber darüber benachrichtigen lassen, wenn eine App Internet-Zugriff hat.

App-Berechtigungen blockieren: Android 6.0 und früher – Anleitung

Bereits seit Android 4.3 Jelly Bean steckt im Code des mobilen Betriebssystems von Google das Tool „AppOps“. In Android 4.3 und 4.4 lag das Feature tief im Android-Code versteckt, in 5.0 und 5.1 ist es nicht mehr aufrufbar. Mit der Funktion war es möglich, bestimmten Apps einzelne Berechtigungen zu entziehen. Durch AppOps entzogene Android-Berechtigungen sorgten jedoch meist dafür, dass sich die App nicht mehr starten ließ oder unter bestimmten Umständen abstürzte. Durch Root konnte man jedoch mit Apps wie LBE Security Master andere App-Berechtigungen blockieren und so etwa verhindert, dass Apps auf das Internet zugreifen. Damit waren die weiteren geforderten Berechtigungen sowieso egal, weil die App die persönlichen Daten ja nicht übertragen konnte.

Ab Android 6.0 Marshmallow gibt es “AppsOps” in verbesserter Funktion auch offiziell mit folgenden Änderungen:

  • Apps fragen nach dem Start den Nutzer, ob er der App den Zugriff auf eine bestimmte Funktion wie Standort, Kontakte etc. erlaubt.
  • In den Einstellungen von Android könnt ihr Apps nachträglich einzelne Berechtigungen entziehen.

Hinweis: Dabei kann es passieren, dass Apps nach der Berechtigungs-Blockierung nicht mehr richtig funktionieren. In dem Fall kann man die Berechtigung wieder aktivieren. Hier hilft im Grunde nur Ausprobieren.

So könnt ihr in Android 6.0 App-Berechtigungen blockieren:

  1. Öffnet die Einstellungen in Android.
  2. Tippt auf Apps, um die Liste aller Apps zu öffnen. Dieser Punkt kann bei euch auch anders heißen.
  3. Klickt in den App-Infos der App auf den Schriftzug Berechtigungen.
  4. Hier könnt ihr per Schalter nun die einzelnen App-Berechtigungen aktivieren oder deaktivieren.

Alternativ geht es meistens auch so:

  1. Klickt in den Android-Einstellungen auf Datenschutz.
  2. Wählt erneut Datenschutz aus.
  3. Tippt nun länger auf einen App-Eintrag in der unteren Liste.
  4. Nun könnt ihr sehr genau einstellen, welche App was darf, z.B. Zwischenablage ändern oder WLAN-Nutzung verhindern.

Hinweis: Wenn euer Smartphone gerootet ist, habt ihr hier unter Umständen sehr viel mehr Einstellungsmöglichkeiten.

Auf den folgenden Seiten erklären wir die wichtigsten App-Berechtigungen und was sie bedeuten.

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