Project Treble: Was ist das? Welches Android-Gerät wird unterstützt?

Robert Kägler

Google stellt jedes Jahr Verbesserungen für das eigene Betriebssystem vor. Auch Project Treble für Android ist eine solche Neuerung, die mit Android Oreo eingeführt wurde. Doch was ist Project Treble eigentlich und welche Smartphones werden unterstützt?

Während der Entwicklerkonferenz „Google I/O“ stellt das Unternehmen jährlich Neuerungen bei Google und Android vor. Ein wichtiges Thema ist natürlich die neuste Android-Version. Doch nicht jeder kann von dem Android-Update profitieren. Viele Hersteller hinken mit zeitnahen Updates hinterher. Das soll sich ab Android Oreo ändern.

Project Treble: Was ist das?

Project Treble nennt Google eine Überarbeitung der Struktur des Android-Betriebssystems. Android leidet besonders unter hoher Fragmentation der verschiedenen Versionen, da die Hersteller viele Geräte nur langsam oder gar nicht auf neuere Android-Versionen updaten. Anders als bei Apple, wo die Software und Hardware zentral und alleinig von Apple verwaltet wird, liegen bei Google die unzähligen Smartphone- und Hardwarekomponenten-Hersteller dazwischen. Mit Project Treble will man diesen Prozess vereinfachen, um schnelle Updates möglich zu machen.

Dazu hat Google mit Project Treble eine neue Ebene zwischen dem eigentlichen Betriebssystem und den Hardware-Komponenten geschaffen. Zuvor waren Hersteller wie Samsung oder LG von Chip- und Modul-Herstellern abhängig, die nach dem Release einer neuen Android-OS-Version erst die eigenen Komponenten (z.B. Kamera, WLAN-Module, SoCs) anpassen mussten, damit sie mit der neuen Version funktionieren. Erst dann konnten die Smartphone-Hersteller selbst die Software abstimmen, damit sie auf den verschiedenen Geräten fehlerfrei läuft.

Um das zu vereinfachen, hat Google die unterste Ebene mit Treibern von dem eigentlichen Android-Betriebssystem abgetrennt und durch eine Zwischenschicht (Vendor Interface genannt) verbunden, die eine problemlose Kommunikation der Komponenten ermöglichen soll. Dadurch können Gerätehersteller nun direkt die eigenen Anpassungen an der obersten Schicht des Betriebssystems vornehmen, ohne auf Updates durch Komponenten-Hersteller warten zu müssen. In der Theorie sollten dadurch Updates wesentlich schneller realisierbar werden, weil nicht der komplette Code angepasst werden muss. Google zeigt dies auch in einem Schema im Android Developers Blog.

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Project Treble: Welche Android-Smartphones werden unterstützt?

Allgemein werden Android-Geräte erst ab der System-Version 8.0 Oreo zwingend mit Treble ausgeliefert. Aber auch ältere Geräte, die ein Update auf Android 8.0 erhalten, sollten die neue Struktur unterstützen – müssen es aber nicht. Seid ihr euch nicht sicher, ob euer Smartphone kompatibel ist, gibt es im Google Play Store die App „Treble Check“, mit der ihr einfach überprüfen könnt, ob euer Handy Project Treble unterstützt.

App-Download für Android:

Treble Check
Entwickler:
Arjan Vlek
Preis: Kostenlos

Android: Treble effektiv genug?

Durch die neue Struktur sollte es Geräteherstellern möglich sein, alle ihre Geräte zeitnah mit einem angepassten Android-Update zu versorgen, ohne zwischen Einsteiger-Geräten oder High-End-Flaggschiff trennen zu müssen. Einige Custom-ROM-Entwickler des beliebten Entwicklerforums „XDA Developers“ konnten dies bereits innerhalb nur eines Tages unter Beweis stellen.

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Bekommen alle Smartphone-Besitzer dadurch schnellere, garantierte Updates? Das wird die Zeit zeigen. Aktuell gibt es durch die angesprochene Fragmentierung immer noch verhältnismäßig wenige Geräte mit Android 8.0. Sobald das neue Android P (Android 9.0) vorgestellt wird, wird man sehen, wie schnell die Gerätehersteller ihre Android-Oreo-Geräte auf den neusten Stand bringen.

Es wird Zeit, dass Android P mal einen vernünftigen Namen bekommt. Unsere Favoriten sind Android Puffmais oder Android Pudding. Wie sollte Android P eurer Meinung nach benannt werden?

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