Hunderte von TV-Modellen stehen bei den großen Händlern zur Auswahl: von spottbillig bis sauteuer, von kompakt bis riesig, garniert mit Kürzeln wie UHD, HDR und natürlich auch einem Begriff wie „Smart“. Da fällt es schwer, sich für ein Modell zu entscheiden. GIGA-Experte Frank erklärt, welche Fernseher sich 2020 wirklich lohnen – und worauf man beim TV-Kauf achten muss.

 

Kaufberatung

Facts 

Für den einen sind es die Olympischen Sommerspiele in Tokio, für den anderen die neue Serie auf Netflix oder Sky Ticket – es gibt viele gute Gründe, sich 2020 einen neuen Fernseher zu gönnen. In den letzten Jahren hat sich in dem Feld so einiges getan: Die Bildschirmdiagonalen sind weiter gewachsen, UHD-Auflösung (4K) hat sich etabliert, HDR setzt sich zunehmend durch und OLED ist kein unbezahlbarer Luxus mehr. GIGA-Experte Frank hat in diese Zusammenfassung eigene Erfahrungen und Recherche in Fachzeitschriften einfließen lassen. Vorgestellt werden hier aktuelle Fernseher-Modelle, die besonderes Lob von Presse und Kunden erhalten haben und sich daher für einen Kauf empfehlen.

Die besten Fernseher 2020: Alle Testsieger und Empfehlungen im Überblick

Platzierung Produkt Preis Angebot
Stiftung Warentest: Testsieger 43-Zoll-TV Samsung GQ43Q60R ca. 550 Euro Zu Amazon
Stiftung Warentest: Testsieger 49-Zoll-TV Samsung UE49RU7379 ca. 420 Euro Zu Otto
Für den kleinen Geldbeutel: 32-Zoll-Fernseher LG 32LK6200 ca. 300 Euro Zu Saturn
GIGA-Preis-Leistungs-Empfehlung: 55-Zoll-Fernseher Samsung 55RU7409 ca. 600 Euro Zu MediaMarkt
GIGA-Top-Empfehlung: Bester OLED-Fernseher LG OLED C97LA ca. 1.350 Euro Zu Saturn
Alternative: OLED-TV mit Ambilight Philips 55OLED804 ca. 1.500 Euro Zu Amazon

Stiftung Warentest 2020: Der beste 43-Zoll-Fernseher – Samsung GQ43Q60R

Samsung 4K QLED Q60R  (43 Zoll)

Samsung 4K QLED Q60R (43 Zoll)

In der Ausgabe 01/2020 hat die Stiftung Warentest 14 TV-Modelle mit Bildschirmdiagonalen zwischen 40 und 43 Zoll untersucht. Einer der Testsieger in dieser Größenklasse ist der Samsung GQ43Q60R für rund 550 Euro, der die Testnote „gut“ (2,0) erhielt und sich den Spitzenplatz mit dem LG 43UM76007LB (ebenfalls 2,0 „gut“) teilt.

Gelobt wird die Vielseitigkeit des mittelgroßen Samsung-TVs, der über vier HDMI-Anschlüsse und einen Doppeltuner (2 × DVB-C/S2/T2 HD) verfügt. Das Bild kann laut Stiftung Warentest auch bei schnellen Bewegungen überzeugen. Im Handel ist der Fernseher auch unter der etwas griffigeren Bezeichnung „QLED 4K Q60R“ zu finden, beim Kauf sollte man dann nach der Version mit 43-Zoll-Bildschirmdiagonale Ausschau halten.

Hinweis: Die Samsung-Modellserie Q60R verfügt erst bei den Versionen ab 55 Zoll Bildschirmdiagonale auch über Freesync (Technologie gegen Tearing und Mikroruckler).

Vorteile:

  • Gutes Bild
  • Viele Anschlüsse
  • Doppeltuner

Nachteile:

  • Keine Kopfhörerbuchse

Stiftung Warentest 2020: Der beste 49-Zoll-Fernseher – Samsung UE49RU7379

Samsung UE49RU7379 Curved-LED-Fernseher (49 Zoll)

Samsung UE49RU7379 Curved-LED-Fernseher (49 Zoll)

In der Größenklasse 49 bis 50 Zoll gab es in der Ausgabe 01/2020 der Stiftung Warentest gleich sechs Testsieger, alle mit 49 Zoll Bildschirmdiagonale und alle mit der Gesamtnote „gut“ (1,9). Das sind die Modellbezeichnungen und der aktuelle Straßenpreis (Stand 10.02.2020):

Empfehlenswert sind alle Modelle, besonders interessant ist allerdings der Samsung UE49RU7379. Es handelt sich um einen Curved-TV mit gewölbtem Display. Der Blickwinkel ist durch die besondere Bauweise etwas eingeschränkt, das Gerät bietet sich also eher weniger für eine Nutzung mehrerer Personen gleichzeitig an. Dafür entsteht durch die Krümmung ein beeindruckender Tiefeneffekt. Das Bild ist laut Stiftung Warentest gut, der Ton bekommt gar die Note „sehr gut“ (1,5). Abgesehen von den technischen Eigenschaften ist der Samsung UE49RU7379 auch der günstigste Fernseher unter den Siegern.

Vorteile:

  • Gutes Bild
  • Sehr guter Ton
  • Besonderer Tiefeneffekt dank Bildschirmkrümmung

Nachteile:

  • Keine Aufnahmefunktion, keine Kopfhörerbuchse
  • Eher weniger für mehrere Zuschauer gleichzeitig geeignet

Der beste kompakte Fernseher mit 32 Zoll – LG 32LK6200

LG 32LK6200PLA.AEE (32 Zoll)

LG 32LK6200PLA.AEE (32 Zoll)

Ob als Platzsparer in der Studentenwohnung oder als Zweitgerät fürs Schlafzimmer – die kompakten Geräte der 32-Zoll-Klasse haben nach wie vor ihre Daseinsberechtigung. Unsere Empfehlung in diesem Bereich ist der LG 32LK6200. Das Gerät verfügt über ein gutes Bild, die Software ist bewährt und leistungsfähig. Der Smart-TV lässt sich mit dem Internet verbinden, dank der großen App-Auswahl kann man auf dem Fernseher direkt Netflix, Amazon Prime Video, DAZN, Sky Ticket und dergleichen gucken.

Im 32-Zoll-Bereich haben praktisch alle Geräte 1080p-Auflösung (Full HD) – angesichts der Displaygröße ist das Fehlen von 4K kein Problem. Typisch für 32-Zoll-TVs wird jedoch auch beim Samsung-Modell der dünner Sound bemängelt. Soundbars machen hier wenig Sinn, da sie meist größer sind als der Fernseher selbst. Schon ein externer Lautsprecher kann den Klang deutlich verbessern. Mit einem Preis von rund 230 Euro reißt der Fernseher kein Loch in den Geldbeutel.

Vorteile:

  • Preisgünstig
  • Kompakt
  • Gute Software

Nachteile:

  • Magerer Sound
  • Bildgröße nur für geringen Sitzabstand geeignet

55-Zoll-TV mit 4K und Top-Preis-Leistungs-Verhältnis – Samsung 55RU7409

Samsung RU7409 138 cm (55 Zoll)

Samsung RU7409 138 cm (55 Zoll)

55-Zoll-Fernseher bieten den wohl besten Kompromiss aus Bildschirmgröße, Preis und „Aufstellbarkeit“ in den meisten Wohnzimmern. Die Preisspanne ist jedoch groß: Während mancher „Billigheimer“ bereits für unter 400 Euro zu haben ist, kosten teure Modelle deutlich über 1.000 Euro. Eine gute Balance aus Preis und Leistung bietet Samsungs Modell 55RU7409. Die hohe 4K-Auflösung, die HDR-Fähigkeit und ein realistisches Farbbild sind spitze in dieser Preisklasse.

Amazon Alexa, Google Assistant und Apple Airplay 2 sind integriert. Die Anschlussvielfalt, ein Game-Modus sowie die hervorragende Fernbedienung runden das Angebot ab. Nur Kopfhörer-Fans könnten aufgrund des Fehlens einer Klinkenbuchse verärgert sein. Trotzdem: Für rund 500 Euro bietet das Samsung-Gerät ein starkes Gesamtpaket! Bei Computerbild holte sich der Samsung RU7409 die Note „gut“ (2,0).

Tipp: Samsung bietet das Modell auch in anderen Größenvarianten an, die ebenfalls viel Leistung für verhältnismäßig wenig Geld bieten.

Vorteile:

  • Gute Bildqualität, 4K & HDR
  • Preiswert
  • Großes Display
  • Gute Software

Nachteile:

  • Keine USB-Aufnahmefunktion
  • Keine Kopfhörerbuchse

Der beste OLED-Fernseher – LG OLED C97LA

LG OLED 55C97LA (55 Zoll)

LG OLED 55C97LA (55 Zoll)

Filmfans schwören aufgrund der hervorragenden Bildqualität auf Fernseher mit OLED-Panel. LG aktualisiert seine OLED-TVs mittlerweile im Jahrestakt, das aktuelle Spitzenmodell stellt der „C9“ dar. Mehr Fernseher, abgesehen von fast unbezahlbaren Luxusausführungen der „Signature“-Reihe, gibt es bei LG aktuell nicht.

Testsieger bei Stiftung Warentest (Ausgabe 12/2019) mit der Gesamtnote „sehr gut“ (1,5) ist der LG OLED C97LA. Das Modell bietet eine Ausstattung, die praktisch keine Wünsche offen lässt: Diverse Anschlüsse, unter anderem das zukunftssichere HDMI 2.1, ein betörendes Design, guten Sound über die integrierten Speaker, neueste Technologien zur Bildverbesserung sowie LGs funktionales webOS-Betriebssystem. Gamer freuen sich zudem über die Unterstützung variabler Bildraten bis 120 Hz, die für angeschlossene Xbox-One-Konsolen und PCs besonders ruhige Bilder garantieren.

Dazu 4K-Auflösung mit gutem Upscaling von niedriger auflösenden Bildern, HDR, Dolby-Vision- und Dolby-Atmos-Support, eine klasse Fernbedienung mit Sprachsuche und per Luftgesten ausführbarer „Maussteuerung“. Apps für die gängigen Streaming-Dienste und der Google Assistant sind auch an Bord, zukünftig können per Software-Update auch Alexa und Apple AirPlay 2 integriert werden. Den C9 gibt es mit 55 Zoll Bilddiagonale für rund 1.300 Euro, mit 65 Zoll für etwa 1.900 Euro.

Vorteile:

  • Hohe Bildqualität für alle Inhalte
  • Anschlussvielfalt
  • Guter Sound
  • Effektive Bildverbesserungen
  • Gute Software und Apps
  • Gute Fernbedienung

Nachteile:

  • Geringere Helligkeit und Burn-In-Gefahr bei statischen Inhalten

OLED-TV-Alternative mit Ambilight und mehr HDR-Optionen – Philips 55OLED804/65OLED804

Philips Ambilight 55OLED804 139 cm (55 Zoll)

Philips Ambilight 55OLED804 139 cm (55 Zoll)

Philips hat ebenfalls eine Smart-TV-Linie mit OLED-Panels im Angebot, die sogar durch Ambilight besticht. Die 2019 vorgestellten Modellreihen OLED804 und OLED854 sind jeweils in 55 und 65 Zoll erhältlich, unterscheiden sich allerdings nur im Preis und Standfuß – der teurere 854 hat einen T-förmigen Fuß und ist seitlich schwenkbar.

Vorteil gegenüber den Geräten anderer Hersteller ist die verbaute Ambilight-Technologie. Diese wirft per LEDs farbiges Licht auf die Wand hinter dem Fernseher, das dem Bildinhalt entspricht – beim 804 in drei Richtungen. Im Effekt wirkt das Bild in abgedunkelten Räumen „größer“, angenehmer fürs Auge und stimmungsvoller – auch wenn natürlich nicht mehr Bild zu sehen ist. Als Gimmick kann man sich von Ambilight in Verbindung mit Musik jetzt auch wecken lassen. Ein weiterer Vorteil der Philips-Geräte ist die Unterstützung aller gängigen HDR-Standards, also neben HDR10 auch HDR10+, Dolby Vision und HLG – diese Kombination bietet derzeit kein Konkurrent. Als Betriebssystem kommt Android TV 9 zur Anwendung, der Google Assistant ist für Sprachsteuerung integriert. Die mitgelieferte Fernbedienung hat keine AirMouse-Funktion wie bei LG, dafür eine Tastatur auf der Rückseite.

Philips aktuelle OLEDs bieten ein breites Paket an Features in einem tollen Design, allerdings sind sie in Sachen Gaming-Features und integriertem Sound nicht ganz auf dem Stand von LG. Dafür hat es der Preis in sich: Das 55-Zoll-Modell kostet rund 1.500 Euro, der 65-Zoller etwa 2.350 Euro.

Vorteile:

  • Hohe Bildqualität für alle Inhalte
  • Anschlussvielfalt
  • Software mit breiter App-Unterstützung
  • HDR-Standards
  • Ambilight macht das Bild stimmungsvoller

Nachteile:

  • Geringere Helligkeit und Burn-In-Gefahr bei statischen Inhalten
  • Hinkt bei den Gaming-Features und dem Sound leicht hinter LG her

Fernseher kaufen: Was man wissen muss

Der Markt für Fernseher ist fast unüberschaubar. Neben den von uns vorgestellten Exemplaren gibt es hunderte Modelle, teilweise im Angebot zu Spottpreisen. Wenn ihr einen Fernseher kauft, solltet ihr wissen, worauf ihr achten müsst. Deswegen hier ein paar der wichtigsten Infos.

Welche Größe für welchen Sitz-Abstand?

Die Frage nach der optimalen Größe des Fernsehers hängt von vier Faktoren ab:

  • Wie sind die Bedingungen des Raums, in dem der Fernseher stehen soll?
  • Wie groß ist mein Sitzabstand zum TV?
  • Für welche Inhalte nutze ich den Fernseher?
  • Persönliche Präferenzen und Anforderungen

Laut einer bekannten Faustregel soll der Abstand zum Fernseher etwa das 2- bis 3-fache der Bildschirmdiagonale betragen. Ein Fernseher hat zum Beispiel einen Bildschirm mit 55 Zoll in der Diagonale, das sind rund 140 cm – der optimale Sitzabstand zum Gerät beträgt demnach 2,80 m bis 4,20 m. Höhere Abstände erfordern größere Bildschirme, wer aufgrund von Platzmangel näher am TV sitzt, darf auch guten Gewissens zu einem kleineren Gerät greifen.

Wenn man viel hochauflösendes Material schaut, also beispielsweise Filme und Serien in 4K, ist auch ein geringer Abstand oder größerer Fernseher vertretbar, um die Schärfe des Bildes richtig genießen zu können. Konsolenspieler sollten sich im Zweifel ebenfalls für ein größeres Modell entscheiden – schließlich sind die Menü-Punkte in Spielen inzwischen immer kleinteiliger, auch die Schrift ist oft nicht sonderlich groß. Natürlich können bei der Wahl der Größe auch Faktoren wie der individuelle Geschmack oder Sehschwächen eine Rolle spielen.

Preisspanne von Fernsehern: Wie viel kostet ein gutes Produkt?

Fernseher bewegen sich je nach Größe und Funktion in sehr unterschiedlichen Preiskategorien. Gute 22-Zoll-Fernseher sind bereits für 200 Euro erhältlich. 50- bis 55-Zoll-Geräte beginnen bei 450 Euro. Wer einen riesigen Bildschirm schätzt, zahlt für 65-Zoll-Fernseher 600 Euro aufwärts. Je nach Zusatzfunktion kann der Preis noch höher werden: 4K-Fernseher in der Grüße 55 Zoll beginnen bei 500 bis 800 Euro, wer OLED will, ist schnell bei 1.500 Euro.

Stiftung Warentest warnt: Warum man keinen Supermarkt-Fernseher kaufen sollte

Während der Discounter Aldi bei TVs seit Jahren auf die Marke Medion setzt, sieht es bei anderen Supermärkten etwas vielfältiger aus: Hier erblickt der Kunde beim Einkauf zwischen Käsetheke und Waschmittelregalen nicht selten verlockend günstige Fernseher von Toshiba, Hitachi, Blaupunkt, Sharp und anderen (wohlklingenden) Namen. Die Stiftung Warentest hat sich in einem umfangreichen Test dieser „Aktionsfernseher“ angenommen und sie gegen „Dauerläufer“ antreten lassen. Unter „Dauerläufer“ (Dauerangebot) versteht man ein TV-Modell, das für gewöhnlich über Monate oder sogar Jahre im (Fach-)Handel zu finden ist. Ein „Aktionsmodell“ wird hingegen in geringer Stückzahl produziert und nur für einen kurzen Zeitraum angeboten, meist sind es nur einige Wochen.

Das Fazit der Stiftung Warentest: Lieber etwas mehr ausgeben und ein echtes Markengerät statt günstiger Aktionsware erwerben. Die scheinbaren Schnäppchen haben nämlich mit ruckelnder Darstellung bei schnellen Bewegungen (Sportsendungen), Feature-Armut (kein Internet, kein UHD) und schlechtem Sound zu kämpfen. Nur selten sind qualitative Lichtblicke bei den Supermarkt-TVs zu finden. Für „ein paar Euro mehr“ lohne es sich meist, ein höherwertiges Gerät (z.B. LG, Philips, Metz) zu kaufen und die nur kurzfristig verfügbaren Aktionsfernseher zu umgehen. Der 8-seitige Heftartikel „Fernseher: Vorsicht, Schnäppchenfalle“ ist bei Stiftung Warentest als PDF erhältlich (Bezahlartikel).

Die Aktionsfernseher sind oft mit klangvollen Markennamen versehen, die leider ihre beste Zeit schon hinter sich haben. Ein TV von Blaupunkt stammt zwar vom slowakischen Hersteller UMC, wird aber – vor allem von älterer Kundschaft – noch immer für ein Premiumprodukt „made in Germany“ gehalten.  Hinter Markennamen wie JVC, Kendo, Hitachi, Toshiba, Techwood und Telefunken steht längst der türkische Elektronik-Riese und OEM-Hersteller Vestel, der hierzulande noch weniger bekannt ist. Was natürlich nicht zwangsläufig bedeuten muss, dass es sich um ein schlechtes Gerät handelt. Es ist einfach schwerer, unabhängige Testberichte zu bestimmten Modellen zu finden, denn sie sind nur kurzfristig erhältlich.

Blaupunkt BN24H1032EEB (24 Zoll, HD)

Blaupunkt BN24H1032EEB (24 Zoll, HD)

Allerdings gilt: Ein Küchen-TV, der morgens kurz die Nachrichten zeigt, bevor man auf die Arbeit eilt, muss kein UHD, HDR, Top-Sound und zahlreiche Anschlüsse bieten. Er muss die Nachrichten zeigen, mehr nicht – das schafft auch der 99-Euro-Fernseher vom Supermarkt locker. Wer aber Kinofeeling im Wohnzimmer aufkommen lassen will und die neueste Panel-Generation sowie alle Smart-TV-Funktionen erwartet, wird kaum umher kommen, sich im Fachhandel umzuschauen.

Fernseher kaufen: Die bekanntesten Marken, verbreitete Features und beliebtesten Größen

Besonders gängig sind gerade Geräte von LG und Samsung, wobei sich beide Marken besonders durch das intuitive und vielfältige Menü auszeichnen. Samsung bietet darüberhinaus eine besonders übersichtlich gestaltete Fernbedienung, die bei vielen als Standard gilt. Aber auch Geräte von Sony, Philips, und Panasonic sind geläufig.

 

 

Zur Größe: Für das Wohnzimmer bietet sich meistens ein 43- bis 55-Zoll-Fernseher an. Damit ist das Bild nicht zu klein, man sitzt aber auch nicht zu nahe auf der Mattscheibe. Wer viel Platz hat und sich wie im Kino fühlen will, der kann auch zu einem 65-Zoll-Gerät greifen – am besten in Kombination mit externen Boxen und gemütlichem Schummerlicht. Für kleine Räume bieten sich Fernseher mit der Größe 32 Zoll an, da diese einen geringeren Sitzabstand erlauben.

Welche Unterschiede es bei TVs inzwischen gibt

LCD vs. LED vs. QLED vs. OLED: Kampf der Bildschirm-Technologien

Wichtigste Eigenschaft eines Fernsehers ist die Bildqualität. Und die hängt im Wesentlichen vom Panel ab, also dem Bildschirm. Inwiefern sich die einzelnen Bildschirm-Technologien voneinander unterscheiden, welche Vor- und Nachteile sie bieten – das haben wir für euch in diesem Video zusammengefasst:

LCD vs. OLED: Was ist wirklich besser? – TECHfacts.

Röhren- und Plasmabildschirme sind technisch überholt und spielen heute praktisch keine Rolle mehr. Die verbreitetsten Panels sind LC-basierte Displays, auch LCDs genannt. Diese werden von vielen Herstellern gefertigt, haben unterschiedliche technische Eigenschaften und eine breite Streuung was die Qualität angeht. Vor- wie Nachteil aller LC-basierten Technologien ist die externe Beleuchtung. So gibt es kein „echtes“ Schwarz auf diesen Bildschirmen und die Beleuchtung kann unregelmäßig sein, dafür können deutlich höhere Helligkeitswerte als bei OLEDs erreicht werden.

In Sachen Beleuchtung gibt es bei LCDs diverse Fachbegriffe, die ebenfalls eine Rolle spielen:

Edge-Lit bedeutet, dass entweder der gesamte Bildschirm oder, mit Local Dimming, zumindest große Teile des Bildschirms auch in dunklen Szenen beleuchtet werden. Das ist in dunklen Szenen nachteilig für die Bildqualität. Im Zweifel sollte man sich mindestens für einen Fernseher mit Direct-Lit-Beleuchtung entscheiden. Hier liegt die Beleuchtung hinter dem Display statt an der Seite des Panels, was die Beleuchtung gleichmäßiger erscheinen lässt.

Eine Stufe besser sind Geräte mit Full Array Local Dimming (FALD). Hier besteht die rückwärtige Beleuchtung aus speziell unterteilten Zonen, deren Helligkeit separat geregelt werden kann. Gerade in dunklen Szenen ist das ein deutlicher optischer Vorteil, so werden beispielsweise die schwarzen Balken in Filmen so auch in „echtem“ Schwarz dargestellt. Die Technik erhöht zudem die möglichen Kontraste und verbessert den HDR-Effekt. Allgemein gilt für Fernseher mit Full-Array-Beleuchtung: Je mehr Zonen, desto besser.

LG stellt in seiner LCD-Linie „Nano-Cell“-TVs her, Samsung hält mit seinen Marketingbegriff „QLED“ dagegen. Beides sind Technologien für verbesserte Farbabstimmung und ein helleres, kontrastreicheres Bild – allerdings mit klassischer LCD-Technologie. Vorteil von LCD-basierten TVs gegenüber OLED sind, zumindest im hochpreisigen Bereich, deutlich höhere Helligkeitswerte und eine sehr natürliche Farbwiedergabe. Außerdem findet kein „Burn-In-Effekt“ statt. Dafür sind LED-TVs in dunklen Farbbereichen weniger gut, wiewohl Samsungs QLED-TVs und die TVs anderer Hersteller mit Full Array Local Dimming hier aufgeholt haben.

Bei Fernsehern mit OLED-Technik müssen Pixel nicht rückwärtig beleuchtet werden, die Dioden leuchten selbst, was zunächst einmal noch dünnere Fernseher ermöglicht. Großer Vorteil von OLED-Fernsehern sind folglich die „echten“ Schwarztöne, die hervorragende Kontraste und Detailnuancen auch in extrem dunklen Szenen ermöglichen. Außerdem sprechen für OLEDs die intensiven, tiefen Farben mit extrem guten seitlichen Blickwinkeln. Zwar kommt die Maximalhelligkeit nicht ganz an die klassischer LCD-TVs heran und es gibt den so genannten Burn-In-Effekt, der bei längerer Darstellung desselben Motivs über tausende Stunden dauerhafte „Schatten“ im Bild erzeugt – beide Probleme können bei normaler Nutzung aber vernachlässigt werden.

Darüber, ob (Q)LED- oder OLED-TVs die bessere Bildqualität aufweisen, herrschen unterschiedliche Meinungen vor. Die Frage hängt vom persönlichen Geschmack ab, tolle Bilder können beide Technologien produzieren.

4K-Fernseher kaufen oder auf 8K setzen?

4K-Auflösung, auch UHD genannt, besitzt viermal so viele Bildpunkte wie Full-HD. Schaut man Inhalte an, die in 4K-Auflösung vorliegen, profitiert man von einem schärferen und lebensnaheren Bild. Wer nur klassisches Fernsehen und DVDs schauen möchte und nicht vorhat, das in naher Zukunft zu ändern, braucht keinen 4K-Fernseher. Aber: 4K ist mittlerweile etabliert, insbesondere für Streaming-Dienste und 4K-BluRays sowie Gaming auf der PS4 Pro oder Xbox One X lohnt es sich, sich einen 4K-TV zuzulegen. Ab einer Bildschirmgröße von 49 Zoll raten wir daher zu 4K, zumal es in diesen Größen in absehbarer Zeit sowieso kaum noch gute Full-HD-Geräte geben wird.

2019 starteten auch die ersten 8K-Fernseher im Massenmarkt. Die entsprechenden Geräte sind angesichts der, zumindest auf normalen Bildschirmgrößen, kaum wahrnehmbar besseren Bildqualität noch viel zu teuer. Außerdem verbrauchen sie mehr Strom, sie erzeugen viel Wärme und es fehlt aktuell noch an entsprechenden Medien. Für Anfang 2020 raten wir Normalverbrauchern also noch vom Kauf von 8K-Fernsehern ab. Es gilt hier abzuwarten, wie sich die Technik noch entwickelt.

Zum neuen Fernseher braucht man natürlich auch ein passendes Lowboard, auf dem er platziert werden kann – wie dieses Modell bei Otto:

KITALY Lowboard Genio

KITALY Lowboard Genio

HDR – eine Investition in die Zukunft

HDR, kurz für „High Dynamic Range“, sorgt für ein breiteres Farbspektrum, stärkere Kontraste und eine höhere Maximalhelligkeit gegenüber dem „normalen“ SDR (Standard Dynamic Range). Wenn HDR vom abgespielten Inhalt und dem Fernseher genutzt wird, ist der Effekt überzeugend und ein echter Mehrwert.

Allerdings gibt es noch nicht allzu viele Medien, Standards konkurrieren miteinander (HDR10, HDR10+, Dolby Vision) und gerade Fernseher in unteren Preisbereichen nutzen HDR nicht richtig. Dadurch kann es sein, dass der Unterschied entweder kaum bemerkbar ist oder das Bild auf schlechten Geräten sogar schlechter aussieht als bei SDR. Derzeit ist HDR nur in höheren Preisregionen „Pflicht“. Aber auch dort empfiehlt sich, nicht blind zu kaufen, sondern jeweils Testberichte im Netz zu lesen.

Wichtig für Streaming-Fans: Netflix liefert HDR-Inhalte in den Standards HDR10 und Dolby Vision aus, Amazon Prime unterstützt HDR10 und HDR10+. Samsungs und Philips neuere High-End-Fernseher unterstützen HDR10 und HDR10+, die LG-Geräte HDR10 und Dolby Vision. Soll heißen: Ein optimales Netflix-Bild gibt’s bei LG, hübschere Amazon-Prime-Inhalte bei Samsung und Philips – natürlich nur, wenn die Inhalte die jeweiligen Standards unterstützen. Einige wenige TV-Modelle unterstützen mittlerweile sowohl HDR10+ als auch Dolby Vision, etwa die oben genannten 2019er OLED-TVs von Philips.

Was heißt Smart TV – und brauche ich das?

Smart-TV-Funktionen sind für jeden sinnvoll, der sich Inhalte aus dem Netz anschauen möchte – von YouTube über Netflix und Amazon Prime bis hin zu Sky, Maxdome und DAZN. Zudem erleichtern Smart-TVs die Bedienung über ausgefeilte Benutzer-Oberflächen. Eine weitere wichtige Funktion ist schließlich das Abspielen von lokalen Inhalten per USB-Datenträger oder im Netzwerk.

Es gibt eine ganze Reihe von Smart-TV-Plattformen, dank denen vor allem Apps und Streaming-Dienste genutzt werden können. Die wichtigsten sind Tizen (Samsung), webOS (LG) und Android TV (Sony, Philips und andere).

Wer einen alten oder leistungsschwachen Fernseher hat, ein Gerät mit mangelhaften Smart-TV-Funktionen oder einen Bildschirm, der keine Smart-TV-Eigenschaften besitzt (viele Projektoren, PC-Monitore und dergleichen), kann trotzdem zum Smart-TV „aufrüsten“. Dafür muss man ein zusätzliches Gerät anschließen. Neben Spielkonsolen wie der PlayStation 4 und Xbox One, die teilweise auch Smart TV-Funktionalität bieten, gibt es günstigere oder spezialisierte Optionen.

Preiswert: Chromecast

Google Chromecast ist ein kleines Gerät, das direkt an einem HDMI-Port des Fernsehers eingestöpselt wird. Damit können Medieninhalte von Netflix und anderen Diensten gestreamt werden. Die Steuerung findet komplett über das Smartphone statt. Chromecast kostet rund 40 Euro in der Basis-Version Chromecast 3, 70 Euro zahlt ihr für den 4K-fähigen Chromecast Ultra. Mehr zum Thema Google Chromecast bei GIGA.

Chromecast-Alternative von Amazon: Fire TV Stick 4K

Fire TV Stick 4K Ultra HD mit Alexa-Sprachfernbedienung

Fire TV Stick 4K Ultra HD mit Alexa-Sprachfernbedienung

Ähnlich viel wie ein Chromecast kostet Amazons Alternative, der Fire TV Stick. Vorteil: eine eigene Nutzeroberfläche, die man per mitgelieferter Fernbedienung direkt auf dem Fernseher bedienen und über die man auch neue Apps installieren kann. Nachteil: Werbung und ein starker Fokus auf Amazons eigene Inhalte. Mehr in unserem Test zum Fire TV Stick 4K.

Vielseitig: Nvidia Shield TV

NVIDIA SHIELD TV Pro

NVIDIA SHIELD TV Pro

Die Nvidia Shield TV Pro (2019) ist eine leistungsfähige Box, über die man ein komplettes Android-TV-System erhält, alle relevanten Streaming-Dienste nutzen kann und lokale Medien per USB-Anschluss oder per Freigabe im Netzwerk abspielt. Der separat erhältliche Game Controller lässt das Gerät zur Spielkonsole werden – entweder direkt auf dem Gerät (Spiele-Apps aus dem Play Store), gestreamt vom PC im lokalen Netzwerk (Nvidia-Geforce-Grafikkarte im PC notwendig) oder aus dem Internet über Nvidias kostenpflichtigen Geforce Now Service.

Für Apple-Fans: Apple TV 4K

Apple TV 4K 32GB

Apple TV 4K 32GB

Mit der Streaming-Set-Top-Box Apple TV 4K lassen sich Apples eigene und andere Streaming-Dienste nutzen, natürlich mit 4K- und HDR-Unterstützung. Die Benutzeroberfläche ist vorbildlich gestaltet, über den App Store lädt man, in Verbindung mit zusätzlich erhältlichen Controllern, Spiele herunter. Regelmäßige Updates und eine optimale Unterstützung von AirPlay 2 zeichnen die Box außerdem aus. Die beste Option, wenn man bereits andere Apple-Geräte hat. Mehr in unserem Test zu Apple TV 4K. Kostenpunkt: rund 190 Euro.

Artikel-Historie:

  • 28.06.2019: Initiale Veröffentlichung
  • 18.09.2019: Update: Ambilight-TV ergänzt, Infos zu 8K-TVs ergänzt, Preise aktualisiert, Inhaltsverzeichnis angepasst
  • 10.02.2020: Update: neue Stiftung-Warentest-Testsieger integriert, LCD-Hintergrundbeleuchtung besser erklärt
  • 24.03.2020: Update: Preise aktualisiert, Stiftung-Warentest-Hinweis zu Supermarkt-TVs ergänzt