Es ist soweit, ein neuer Kaffeevollautomat muss her. Doch wie wählt man zwischen den unzähligen Modellen das richtige aus? GIGA-Experte Biagio kennt sich sehr gut mit Kaffee aus und bewertet die Testsieger der Stiftung Warentest. Dazu gibt es wichtige Tipps für den perfekten Espresso oder Cappuccino.

Für viele gehört der erste Kaffee des Tages zum Morgenritual und auch zwischendurch wird sich gerne ein Tässchen gegönnt. Nun haben alle Zubereitungsformen für das „heiße Gold“ Vor- und Nachteile. Manch ein passionierter Kaffeetrinker denkt über die Anschaffung eines Kaffeevollautomaten nach, der auf Knopfdruck die gewünschte Kreation kredenzt. Ob Espresso, Cappuccino oder Latte Macchiato, dank integriertem Milchaufschäumer kann ein solches Gerät selbst kompliziertere Kaffeegetränke mischen – das sehr einfach und mit zuverlässiger Qualität. Doch welche Maschine ist die teils hohe Investition wert? GIGA präsentiert die Testsieger unter den Kaffeevollautomaten und Empfehlungen aus der Redaktion, gefolgt von einigen Tipps zum Kauf eines Kaffeevollautomaten.

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Die besten Kaffeevollautomaten 2021: Alle Testsieger im Überblick

GIGA-Spar-Tipp Bester Allrounder Testsieger Stiftung Warentest Testsieger-Alternative
Pro­dukt Philips EP2220 Melitta Caffeo Passione OT Jura E6 De'Longhi Dinamica Plus
Preis (ca.)  ca. 280 Euro  ca. 550 Euro  ca. 750 Euro  ca. 750 Euro
Vor­teil feinporiger Espresso viele Kaffeeprogramme intensiver Espresso großer Bohnenbehälter
Nach­teil manuelle Aufschäumdüse lange Aufheizzeit Milchschaum etwas kalt App-Probleme
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GIGA-Spar-Tipp: Philips EP2220/10

Philips 2200 Serie EP2220/10 Kaffeevollautomat

Philips 2200 Serie EP2220/10 Kaffeevollautomat

Vorteile

  • produziert guten Espresso und Kaffee

Nachteile

  • Milch muss man manuell an der Düse schäumen

Doch es geht noch günstiger, bei genauso gutem Kaffee – nämlich, wenn man die Milch selbst schäumt. Wer sich davor nicht scheut oder sowieso meistens Espresso trinkt, sollte den Philips 2200 Serie EP2220/10 in die engere Wahl nehmen. Es handelt sich um einen Kaffeevollautomaten mit manuellem Milchschäumer: Wie bei mancher Siebträger-Maschine hält man das Glas so, dass die Düse vorne am Gerät in die Milch ragt. So wird die Milch erhitzt und geschäumt.

Die Philips-Maschine kann Kaffee und Espresso ausgeben. Mit der manuell geschäumten Milch gelingen zudem Cappuccino, Latte Macchiato und ähnliches. Bei der Stiftung Warentest erreichte dieses Modell die Gesamtnote 2,2 „gut“ und lag damit in der Kategorie der Vollautomaten mit manuellem Milchschäumer vor dem Konkurrenzmodell.

Bester Allrounder: Melitta Caffeo Passione OT

Melitta Caffeo Passione OT Kaffeevollautomat

Melitta Caffeo Passione OT Kaffeevollautomat

Vorteile

  • produziert sehr gute Kaffeegetränke
  • Zehn unterschiedliche Spezialitäten

Nachteile

  • Aufheizen dauert lange

Wer deutlich weniger für seinen Vollautomaten ausgeben möchte, als der Testsieger kostet, muss auf leckeren Cappuccino nicht verzichten. Zwar sind die Maschinen recht preisstabil, mit Melitta Caffeo Passione OT haben wir dennoch ein attraktives Modell zum guten Preis ermittelt. Die Stiftung Warentest vergab im Dezember 2017 die Gesamtnote 2,0 „gut“ an den Kaffeevollautomaten.  In der sensorischen Beurteilung übertrifft er mit Note 1,6 sogar den Testsieger von 2019. Sprich: Die Getränke sind top!

Vielleicht liegt ein Geheimnis im guten Geschmack in der speziellen Abdichtung der Kaffeebohnen. Zudem wird immer nur so viel gemahlen, wie gerade benötigt wird. 10 verschiedene Kaffeevariationen kann der Vollautomat zubereiten. Neben einer Abschaltautomatik gibt es einen „0-Watt“-Schalter, Standby-Verbrauch wird dadurch unterbunden. Trotz der umfangreichen Ausstattung und 15 bar Pumpendruck ist der Preis attraktiv.

Testsieger Kaffeevollautomaten: Jura E6

JURA E6 (2019) Kaffeevollautomat

JURA E6 (2019) Kaffeevollautomat

Vorteile

  • intensiver Espresso
  • Milchschaum wie vom Barista – sehr feinporig
  • Zwei-Tassen-System
  • 8 verschiedene Heißgetränke, 11 Variationen
  • Intuitive Menüführung
  • Energieeffizient

Nachteile

  • Milchschaum etwas kalt

In der Ausgabe 12/2020 hat die Stiftung Warentest einen neuen Kaffeevollautomaten zum Klassenprimus gekürt: die Jura E6 (2019). Der Kaffeevollautomat den bisherigen Testsieger des gleichen Unternehmens, den Jura ENA 8 (2019). Die Jura E6 gleicht die Schwächen der Vorjahressiegerin aus und erreicht mit der Note 1,8 die Gesamtwertung „gut“. Der Milchschaum sei „feinporig“, außerdem überzeugte die Tester der „sehr gute, intensive Espresso“. Im Gegensatz zum Vorjahressieger kann die Jura E6 zudem zwei Espresso gleichzeitig zubereiten. Insgesamt stehen 8 Direkttasten für verschiedene Heißgetränke zur Verfügung, dabei erklärt sich die Menüführung fast von selbst.

Interessant: In Italien wird der Espresso gar nicht so genannt. Er heißt dort einfach „Caffé“

Weiterer Testsieger: De'Longhi Dinamica Plus ECAM 370.95.T

De'Longhi Dinamica Plus ECAM 370.95.T Kaffeevollautomat

De'Longhi Dinamica Plus ECAM 370.95.T Kaffeevollautomat

Vorteile

  • Produziert gute Kaffeegetränke
  • Unterschiedliche Spezialitäten, auch größere Mengen Kaffee kochbar
  • Großer Bohnen- und Wasserbehälter

Nachteile

  • App funktioniert nicht mit jedem Handy

Andere Tests mit anderen Geräten und anderen Gewichtungen als die Untersuchungen der Stiftung Warentest, kürten einen anderen Sieger: ETM Testmagazin 12/2018 und Haus & Garten Test 05/2019 (beide über ein Readly-Abo im 1. Monat gratis lesbar) hoben den De'Longhi Dinamica Plus ECAM 370.95.T auf das Siegerpodest. Der Kaffeevollautomat besitzt ein 13-stufiges Kegelmahlwerk und ein patentiertes Milchaufschäumsystem für feinporigen Milchschaum. Die Brühgruppe lässt sich vollständig herausnehmen. So soll laut Hersteller auch die Reinigung des Maschineninnenraums einfach sein. Haus & Garten Test hebt das verständliche Bedienkonzept, die leise und zügige Arbeitsweise sowie die perfekte Kaffeetemperatur hervor.

Neben dem größeren Wassertank punktet das De'Longhi-Gerät mit einer modernen Eigenschaft: Den Vollautomat gibt es mit App-Steuerung. Damit kann man laut Hersteller auf alle Funktionen zugreifen, also die gesamten Getränkeeinstellungen vornehmen. Laut Bewertungen in den App-Stores gibt es mit manchen Geräten Verbindungsprobleme – aber man kann genauso auf das große Touchdisplay an der Maschine zurückgreifen.

Kaffeevollautomaten-Test 2021: So wurde getestet

Die Stiftung Warentest nahm in ihrem Test mehrere Gesichtspunkte unter die Lupe, die für die Endnote unterschiedlich stark gewichtet wurden. Wichtigste Teilnote mit 35 Prozent war die sensorische Beurteilung. Der Geschmack wurde von acht geschulten Personen im Blindtest bewertet.

Bei der technischen Prüfung (25 Prozent) wurden unter anderem die Aufheizzeit, und Ausgabedauer, Espressotemperatur und Schaumkonsistenz unter die Lupe genommen. Gebrauchsanleitung, Befüllung des Vollautomaten, Säubern etc. gingen in die Teilnote „Handhabung“ (Gewichtung: 20 Prozent) ein. Außerdem untersuchte die Stiftung Warentest die Sicherheit, Umwelteigenschaften und Schadstoffe.

Kaffeevollautomat kaufen: Das sollte man außerdem wissen

Kaffeevollautomaten: Das müsst ihr vor dem Kauf wissen!

Kaffeevollautomat, Kaffeemaschine, Siebträgermaschine, Kapselmaschine – was ist der Unterschied?

Unter einer Kaffeemaschine (siehe Kauf-Tipps) versteht man landläufig eine Maschine zur Zubereitung von Filterkaffee. In den Trichter über der Kanne wird ein Papierfilter eingelegt, in den der gemahlene Kaffee kommt. Hier tröpfelt das heiße Wasser hinein und hinunter bis in die Kanne. Die Geräte können technisch relativ einfach gestaltet sein, entsprechend günstig sind sie. Alternativ gibt es Espresso-Kapselmaschinen (unsere Kaufberatung) Deutlicher Nachteil daran ist die Menge an Müll, die mit jeder gebrühten Tasse Kaffee produziert wird.

Wer in einem Café oder Restaurant einen Espresso bestellt, sieht den Barista in der Regel an einer Siebträgermaschine (unsere Kaufberatung). Das gemahlene Kaffee- oder Espressopulver kommt in eine kleine Metallform über der Tasse. Hier wird das heiße Wasser durchgepresst. Viele Siebträgermaschinen besitzen eine Düse zum Aufschäumen von Milch. Die Preisübersicht zeigt: sie liegen zwischen Kaffeemaschinen und Vollautomaten.

Kaffeevollautomaten sind quasi eine große Erweiterung von Siebträgermaschinen. Sie mahlen die Bohnen, füllen die Metallform, können oft auch noch Milch erhitzen und schäumen und alles in der richtigen Reihenfolge in die Tasse füllen.

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Kann ein Kaffeevollautomat Kaffee kochen?

Klingt erst mal nach einer doofen Frage, ist es aber nicht: Kaffeevollautomaten kochen normalerweise Espresso. Der bildet für viele Kaffee-Kreationen wie Cappuccino und Latte Macchiato die Basis. Viele Kaffeevollautomaten schummeln beim Kaffee – es handelt sich eigentlich um einen gestreckten Espresso. Schmecken tut er trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen. Denn bei Kaffee in Pulverform geht meist mehr Aroma verloren als bei Espressobohnen, die erst kurz vor dem Brühvorgang gemahlen werden.

Ihr möchtet nicht nur den Prozess des Kaffeekochens automatisieren, sondern auch die Zubereitung eurer Mahlzeiten deutlich vereinfachen? Dann wäre die Anschaffung eines Thermomix eine Überlegung wert:

Aufwand und Reinigung: Wie automatisch sind Kaffeevollautomaten?

Auf Knopfdruck ein Kaffeegetränk ausgeben, dabei Kaffee mahlen und Milch schäumen, Spülprogramm laufen lassen – das können die Maschinen. Ohne Zuwendung und Wartung geht es dennoch nicht: Wasser und Bohnen nachfüllen, Milch (oder Milchbehälter) aus dem Kühlschrank holen bleiben einem nicht erspart. Wasserfilter gilt es regelmäßig zu ersetzen, Entkalkungsmittel einzufüllen und Reinigungsprogramme zu starten – die Maschine erinnert von selbst daran, wenn es mal wieder an der Zeit ist, Ersatzfilter und Reinigungsmittel (je nach Maschine flüssig oder als Tabs) gibt es im Fachhandel und Elektronikmärkten.

Tipp: Statt der teuren Hersteller-Reinigungsmittel kann man auch zu günstigen Produkten von Drittanbietern greifen, die wesentlich preiswerter sind.

Zudem muss man unabhängig von den automatischen Spülvorgängen den Vollautomaten immer mal auseinanderbauen und reinigen, sonst kann sich Schimmel bilden. Immerhin lässt sich die Abtropfschale von vielen Modellen einfach in die Spülmaschine stecken.

Mittlerweile bieten manche Maschinen sogar eine App Steuerung oder gar Smart-Home-Anbindung:

Saeco GranBaristo Avanti: Der weltweit erste vernetzte Kaffeevollautomat! IFA 2014 Neuheit

Welcher Kaffee ist geeignet?

In Kaffeevollautomaten füllt man in der Regel Bohnen. Einige können aber auch mit klassischem Pulver umgehen. Vorteil im Vergleich zu Kapsel- und Padmaschinen: Es fällt weniger Müll an, außerdem erzeugen Bohnen einen aromatischeren Geschmack.

Die derzeit beliebtesten Kaffeebohnen-Sorten bei Amazon (Stand: 14.03.2021) in absteigender Reihenfolge sind diese:

 

Lavazza Caffè Crema Classico, 1 kg

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Jacobs Barista Editions Crema, 1 kg

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Schwiizer Schüümli Crema (Stärkegrad 3/5, Premium Arabica), 1 kg

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Schümli Espresso (1 kg, Stärkegrad 3/5, Premium Arabica)

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Wer auf Nachhaltigkeit Wert legt, kann hier zugreifen:

Mount Hagen (Bio, FairTrade, 1 kg)

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Tipp: Wer häufig Kaffeebohnen bestellt, kann sich seine Lieblingssorte(n) per Amazon-Spar-Abo automatisch ins Haus kommen lassen und dabei Geld sparen. Weil das Abo den Rabatt schon bei der ersten Versendung gewährt und die Lieferung jederzeit gekündigt werden kann, lohnt sich das auch schon beim 1. Mal.

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Kaffeebohnen wie lagern?

Ein Kaffeevollautomat hat nur begrenzten Platz für Bohnen und muss regelmäßig nachgefüllt werden. Damit die Bohnen nach der Öffnung eines Pakets frisch und aromatisch bleiben und vor Schimmel geschützt sind, sollte man es an einem dunklen, kühlen und trockenen Ort lagern. Der Kühlschrank ist aufgrund der Luftfeuchtigkeit im Kühlraum nicht geeignet, Speiseschrank oder Abstellkammer sind zu empfehlen. Profis lagern angebrochenen Kaffee in einer lichtundurchlässigen und luftdichten Dose wie dieser.

Xavax Kaffeedose luftdicht für 1 kg Kaffeebohnen, Edelstahl

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Ist Kaffee ungesund?

Genaueres zu dieser Frage siehe in unserem Ratgeber zum Kaffeegenuss. Kurz gesagt: Kaffee hat aktuell einen schlechteren Ruf, als er verdient. Normaltrinker werden weit entfernt von den Kaffee- und Koffeinmengen bleiben, die die Weltgesundheitsorganisation als kritisch ansieht. Im Gegenteil, Kaffee hat sogar positive Eigenschaften auf den Körper.

Na dann: Augen auf und guten Morgen!