Das Bundeskriminalamt (BKA) genießt Vertrauen in der Bevölkerung. Wer würde also an der Wahrheit eines Anrufs oder einer E-Mail des Amtes zweifeln? Das machen sich derzeit Betrüger zunutze, vor denen auch das BKA warnt. GIGA nennt die  Fakten.

 
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Da kommt ein Anruf aus Wiesbaden und am anderen Ende meldet sich das BKA – das ist schon außergewöhnlich genug. Wenn nun eine Überprüfung der Personalausweisnummer folgt, dann gehorcht der Normalbürger. Falls eine E-Mail vom BKA kommt, sieht das ähnlich aus. Aber in beiden Fällen handelt es sich um Fälschungen!

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Was steckt hinter den BKA-Fake-E-Mails?

  • Die E-Mails scheinen vom Bundeskriminalamt zu kommen, aber die E-Mail-Adressen stammen zum Beispiel von Domains wie europamel.net, die mit dem BKA nichts zu tun haben.
  • Der Absender ist angeblich der Direktor des BKA, der mit „Holzer.BKA“ unterzeichnet hat.
  • In der E-Mail wird behauptet, der Empfänger habe „kinderpornografisches Material“ im Internet abgerufen, weshalb bereits ein „Gerichtsverfahren“ eingeleitet worden sei.
  • Um einer harten Strafe zu entgehen, solle man sich unter einer E-Mail-Adresse äußern, die von der französischen Domain „tnpf.fr“ stammt.
  • Die Gefahr steckt hauptsächlich in den Mail-Anhängen: Diese wirken auf den ersten Blick wie PDF-Dateien, aber tatsächlich handelt es sich vermutlich um Trojaner, mit denen persönliche Daten vom Computer gestohlen oder Daten verschlüsselt werden sollen, um Geld zu erpressen.

Das BKA rät, nicht auf diese E-Mails zu reagieren, sie zu löschen und keinesfalls die E-Mail-Anhänge zu öffnen.

Was tun, wenn das BKA angeblich anruft?

Bei den angeblichen Anrufen des BKA handelt es sich ebenfalls um Fälschungen. Was genau damit erreicht werden soll, ist nicht ganz klar, aber immerhin werden persönliche Daten und sogar die Personalausweisnummer abgefragt. Betrüger können solche Angaben für ungewollte Vertragsabschlüsse nutzen.

Das ist über die Fake-BKA-Anrufe bekannt:

  • Die Anrufe haben die Wiesbadener Vorwahl 0611 und beginnen häufig mit 916. Es ist aber damit zu rechnen, dass diese Anzeige durch „Call-ID-Spoofing“ zustande kommt, wobei ein Computer gefälschte Rufnummern übergibt. Die Täter sitzen – im Gegensatz zum BKA – sicher nicht in Wiesbaden.
  • Eine Bandansage behauptet, dass das BKA ein Strafverfahren eingeleitet habe und nun Daten überprüfen will.
  • Dazu soll man die „1“ drücken und anschließend die Personalausweisnummer eingeben.
  • Möglicherweise werden die Daten missbraucht. Es ist aber auch möglich, dass man durch das Drücken der „1“ an eine teure, kostenpflichtige Nummer weitergeleitet wird. Wenn ihr ein Handy nutzt, solltet ihr unbedingt eine Drittanbietersperre einrichten, wodurch verhindert wird, dass solche Verbindungen eure Rechnung belasten.

Das Bundeskriminalamt weist außerdem darauf hin, dass weder Tatverdächtige anrufen noch solche Daten abfragen würde. Wenn so ein Anruf kommt, legt am besten sofort auf und macht eine Anzeige bei der Polizei.

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