Android 10 „Q“: Google stellt neue Features und 3. Beta während Keynote vor

Robert Kägler

Android 9 „Pie“ ist noch lange nicht auf allen Smartphones mit Android-Betriebssystem zu finden. Während der eigenen Entwicklerkonferenz hat Google aber bereits viele Details zur Ausrichtung vom Nachfolger Android 10 „Q“ verraten. Hier bekommt ihr einen Überblick über die neuen Funktionen und die aktuelle „Android Q Beta 3“.

Auch dieses Jahr wird Google wieder eine neue Android-Version vorstellen, die neue Funktionen und Anpassungen liefern soll. Nachdem man im vergangenen Jahr mit Android Pie unter anderem ein runderes UI-Design, Notch-Unterstützung, intelligentes Akku-Management und eine neue Gestensteuerung in das System integrierte, widmet Google sich auch in 2019 verschiedenen Baustellen.

Während der großen Entwicklerkonferenz „Google I/O 2019“ hat das Suchmaschinen-Unternehmen nicht nur vieles zu aktuellen Projekten erzählt, sondern auch weitere Einblicke in das kommende Versions-Update „Q“ gewährt. Für Entwickler und Interessierte wurde außerdem die 3. Beta der 10. Version von Android für insgesamt 21 teilnehmende Geräte veröffentlicht.

Android 10 „Q“: Name noch nicht bekannt – es wird schwierig

Zum offiziellen Namen von Android 10.0 ist noch nichts Genaueres bekannt. Google folgte bis jetzt dem „Tasty Treat“-Motto. Dieses Jahr wird es allerdings schwerer als bei vergangenen Versions-Namen. Nicht viele Süßigkeiten fangen mit dem Buchstaben „Q“ an.

Aktuell brodelt die Gerüchteküche, wenn es um potentielle Namen geht. Wie auch die vorangegangenen Beta-Versionen, verrät die 3. Beta hier ebenfalls nichts Neues. Quiche, Quesadilla und Quince sind einige Vorschläge, die das selbst auferlegte Motto etwas dehnen dürften. Auch eine Abkehr vom gewohnten Schema wäre denkbar. Üblicherweise gibt Google den Namen immer erst spät bekannt. Während der diesjährigen „Google I/O 2019“ hat man sich traditionell weiterhin in Schweigen gehüllt.

Android Q: Diese Features werden erwartet – Beta 3 rückt Sicherheit & Privatsphäre in den Mittelpunkt

Google hat während der Eröffnungspräsentation der Konferenz weitere Features von Android 10 „Q“ vorgestellt, die mit der 3. Beta für Entwickler eingeführt wurden und für den finalen Release geplant sind. Der „Dark Mode“, ein besonders von Nutzern gewünschtes Feature, wurde unter anderem endlich offiziell gezeigt.

Focus Mode: Keine Ablenkung durch Benachrichtigungen

Mit dem „Focus Mode“ soll Ablenkung durch Benachrichtigungen und Apps minimiert werden, wenn man produktiv sein möchte. Sobald man diesen Modus einschaltet, werden zuvor ausgewählte Apps „abgekapselt“, damit sie den Arbeitsfluss nicht mehr stören. Verlässt man den Modus wieder, werden sie wieder aktiviert. Wichtige Anrufe und Nachrichten erhaltet ihr aber weiterhin. Das Feature soll im Herbst nicht nur für Android Q, sondern auch Android 9 „Pie“ per Update verteilt werden.

„Dark Theme“: Dunkles Design offiziell vorgestellt (Beta 3)

In Android Pie kann man zwar einen dunklen Modus auswählen, dieser ist aber nur auf einzelne Elemente der Benutzeroberfläche beschränkt. Die weißen Einstellungs-Menüs bleiben davon unberührt. Mit der 3. Beta wird sich das nun ändern. Das Update wird einen systemweiten dunklen Modus einführen, der über einen Shortcut in der Benachrichtigungsleiste oder den Energiesparmodus aktiviert werden kann.

Privatsphäre: Mehr Kontrolle über Rechte (Beta 3)

Um Nutzern ein größeres Gefühl der Sicherheit zu geben, wird in Android 10 das Interface für App-Berechtigungen überarbeitet und übersichtlicher gestaltet. Die neuen Einstellungen sollen euch mehr Kontrolle über einzelne Berechtigungen geben. So könnt ihr dann auch einstellen, ob eine App jederzeit oder nur bei aktiver Nutzung Gebrauch von den eingeräumten Rechten machen kann. Sicherheitseinstellungen sind zudem jetzt nicht mehr in komplizierten Untermenüs verkramt, sondern werden direkt in den Einstellungen als ein übergeordneter und gebündelter Menüpunkt aufrufbar sein.

Außerdem hat Google einige Berechnungen und Dienste, die zuvor maschinelles Lernen über einen Upload in die Cloud verwendet haben, auf Offline-Prozesse direkt auf dem Smartphone umgestellt.

„Foldables“: Faltbare Smartphones (Beta 3)

Mit Android 10 wird die Unterstützung für faltbare Smartphones und Displays eingeführt. Hier wurde an einem nahtlosen Übergang von verschiedenen Bildschirmgrößen gearbeitet, um den Wechsel so flüssig wie möglich zu machen. Apps sollen ohne Unterbrechung fortgesetzt werden, wenn man beispielsweise ein faltbares Smartphone aufklappt.

Smart Reply: Vorschläge für alle Messenger (Beta 3)

Das aus Google Mail bekannte Feature „Smart Reply“ wird nun für alle Messenger in der Benachrichtigungsleiste verfügbar gemacht. Wer mit einem Messenger wie Signal eine Nachricht erhält, bekommt nun direkt in der Benachrichtigungsleiste Textvorschläge oder Verknüpfungen zu Diensten wie Google Maps.

Live Caption: Untertitel systemweit (Beta 3)

„Live Caption“ nutzt maschinelles Lernen, um Untertitel systemweit für Videos jeder Art zu ermöglichen. Dabei werden die Berechnungen nur auf dem Gerät selbst ausgeführt und nicht in die Cloud geladen. Die Untertitel sollen komplett unabhängig von der genutzten App oder einem eigenen Video funktionieren.

„Chat Bubbles“ (Beta 2)

In der 2. Beta sind nun die „Chat Bubbles“ integriert worden. Der neue Benachrichtigungs-Stil erinnert stark an die vom Facebook Messenger verwendeten „Chat-Symbole“ (Chat Heads). Bekommt ihr eine Benachrichtigung, wird diese als schwebende Blase angezeigt. Über die „Bubbles“ lassen sich dann Nachrichten als eine Art „Overlay“ öffnen, ohne die aktuelle App zu verlassen. Dieser Benachrichtigungs-Typ kann auf dem Bildschirm verschoben werden und soll nicht auf Messenger-Apps beschränkt sein.

Neue Benachrichtigungs-Optionen (Beta 1)

Wenn man eine einzelne Benachrichtigung in Android Pie länger gedrückt hielt, konnte man wählen, ob diese weiterhin gezeigt oder die App zukünftig blockiert werden sollte. In der Android Q Beta 1 bekommt man nun mehr Optionen, die mit Symbolen deutlich dargestellt werden. Man kann zwischen „blockieren“, „still anzeigen“ und „weiterhin benachrichtigen“ wählen. Außerdem lassen sich Benachrichtigungen nur noch über eine Wischgeste nach rechts entfernen. Wischt man nach links, ruft man die „Snooze“-Funktion und oben genannte Optionen auf.

Ihr seht außerdem anhand einer kleinen Glocke, welche Benachrichtigung ihr vor kurzem erhalten habt, wenn noch ältere Nachrichten in der Statusleiste vorhanden sind.

Desktop-Modus (Beta 1)

Eine Art Desktop-Modus soll in Arbeit sein. Samsung und Huawei bieten eine solche Option bereits seit einer Weile an. Die erste Beta-Version enthält diese Funktion jetzt auch. Google selbst hat im offiziellen Blog-Post zur Beta 1 darüber aber kein Wort verloren. Es kann also durchaus sein, dass das Feature nur testweise integriert wurde und in der fertigen Version nicht vorhanden sein wird.

Schnelle „Sharing Shortcuts“ (Beta 1)

Wenn man Inhalte teilen will, ruft man das „Share Menu“ auf, um dort die jeweilige App zu wählen und beispielsweise eine Person anzuschreiben. Mit den neuen „Sharing Shortcuts“ soll das endlich wesentlich schneller gehen. Zuvor musste man oft einige Sekunden warten, bis weitere Teilen-Funktionen angezeigt wurden.

SIM-Lock: Mehr Kontrolle für Mobilfunkanbieter

Weniger erfreulich sind Hinweise, dass Google den Netzanbietern mehr Möglichkeiten der Kontrolle von verwendeten SIM-Karten einräumen will. Es soll zukünftig möglich sein, einzelne Provider auf Black- und White-Listen zu setzen und so die Nutzung kontrolliert einzuschränken. Allerdings sind hiervon nur direkt vom Netzanbieter vertriebene Smartphones betroffen. Handys ohne Branding sind derzeit davon ausgeschlossen.

Weitere Funktionen: Bildschirmaufnahme, Wi-Fi-Sharing

Natürlich ist das nicht alles, was in Android Q neu sein wird. Auch eine Bildschirmaufnahme-Funktion wird man vermutlich zukünftig nutzen können. Wi-Fi-Informationen lassen sich in der Beta über einen QR-Code einfacher teilen.

Zudem zeigen sich kleine Design-Änderungen: Der Datei-Manager, App-Switcher, die PIN-Eingabe und weitere Elemente wurden weiter an die Material-Designsprache angepasst. Kürzlich gelöschte Widgets und Icons können zurück auf den Homescreen geholt werden, indem man einen eingeblendeten „Rückgängig“-Button nutzt. Backups sollen sich komplett manuell ausführen lassen.

Welchen Namen wird Google für Android 10.0 "Q" wählen?

Google steht vor einer schwierigen Aufgabe mit der nächsten Namensgebung von Android-Version 10.0 "Q". Nicht viele Süßigkeiten und Gebäcke fangen mit dem Buchstaben an. Wird Google sein Schema beibehalten? Was glaubt ihr, wie Android Q heißen wird? Lasst es uns wissen!

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