Windows-10-Antivirus: Braucht man überhaupt einen?

Robert Schanze 5

Bei der Installation von Windows 10 stellt sich die Frage, welche Antivirus-Software man installieren sollte und, ob die Virenscanner auch mit Windows 10 kompatibel sind. Allerdings spielt das in der Regel kaum eine Rolle. Wir verraten euch, worauf es bei Virenscannern in Windows 10 ankommt.

Windows-10-Antivirus: Braucht man überhaupt einen?

Die meisten gängigen Virenscanner sind mittlerweile auch zu Windows 10 kompatibel. Aber viele Fragen sich: Welchen Virenscanner soll ich eigentlich installieren?

Windows-10-Antivirus: Welchen Virusscanner installieren?

Wenn ihr Windows 10 als Upgrade installiert, kann es vorkommen, dass euer alter Virenscanner durch den Antivirus von Microsoft ersetzt wird – dem Windows Defender, der mit den Microsoft Security Essentials installiert wird. Viele Nutzer wollen dann sofort einen anderen namhaften Virenscanner wie von Avira oder Avast installieren, aber ist das wirklich nötig?

Antivirus-Test bei Virenscannern mit fast gleichem Ergebnis

Die AV-Test GmbH testet regelmäßig Virenscanner auf ihre Schutzwirkung, Geschwindigkeit und Benutzbarkeit. Ein Test von August 2015 bezieht sich zwar auf Windows 7, dort sieht man aber Folgendes: Sortiert man die Liste nach der Schutzwirkung, erreichen 12 von 21 getesteten Virenscannern die volle Punktzahl. Darunter sind:

  • AVG Internet Security 2015
  • Avira Antivirus Pro 2015
  • Bitdefender Internet Security 2015
  • F-Secure Internet Security 2015
  • McAfee Internet Security 2015
  • Norton Norton Security 2015
  • Trend Micro Internet Security 2015 & 2016

Comodo Internet Security Premium 8.2 und Microsoft Security Essentials liegen stattdessen mit 3 von 6 Punkten auf dem letzten Platz.

Aber was sagt das aus? Um das Ergebnis wirklich erfassen zu können, muss man wissen, wie die AV-Test GmbH die Virenscanner testet. Dadurch erschließt sich dann, wie realistisch und praxisnah die Antivirus-Tests wirklich sind.

In der Vergangenheit etwa hat Microsoft die Testverfahren von AV-Test kritisiert wie die Webseite Drwindows berichtete: Microsoft betrachtete jede Variante einer Malware separat. Die AV-Test GmbH hatte aber ähnliche Malware-Programme zu Familien zusammengefasst. Wird dann nur eine Malware-Art beim Test nicht erkannt, wirkt sich das mit negativer Bewertung auf die ganze Gruppe aus.

So zeigt beispielsweise ein Test des Unternehmens Dennis Technology Labs (PDF) ein anderes Ergebnis: Dort liegt Microsoft Security Essentials mit unter den besten Plätzen.

Bei Tests kann es also passieren, dass ein Produkt im gleichen Test einmal sehr gut und einmal schlecht abschneidet, wenn man nur die Gewichtung einer Bewertung ändert. Genauso kann eine Funktion eines Virenscanners für die eine Person sehr wichtig und für die andere Person nutzlos sein. Der nach einem Test „beste“ Virenscanner, muss also nicht immer der Beste für jeden sein.

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Windows-10-Antivirus: Free ist nicht immer kostenlos

Viele der namhaften Antivirenhersteller bieten auch eine kostenlose Variante ihrer Software für Windows 10 an. Aber ist „Free“ wirklich kostenlos? Kostenlose Virenscanner blenden etwa beim Systemstart oder zwischendurch Werbung oder Popup-Meldungen ein, die man jedes Mal weg klicken muss. Das können auch Meldungen sein, die über aktuelle Virenfunde oder Bedrohungen informieren. Dabei kann dann auch suggeriert werden, dass man auf jeden Fall auf eine kostenpflichtige Virenscanner-Version upgraden sollte, da man sonst nicht so sehr sicher sei.

Entweder man fühlt sich dadurch beim Arbeiten mit Windows 10 gestört oder man ist interessiert. Wer das Upgrade in Erwägung zieht, sollte sich anschauen, welche Zusatz-Features die kostenpflichtige Variante im Vergleich zur Free-Edition hat und, ob er diese Funktionen überhaupt nutzt oder braucht.

Windows-10-Antivirus: Worauf kommt es an?

Wie oben erwähnt haben die meisten Virenscanner in Tests oft die gleiche Schutzwirkung. Und ein Virenscanner der schlechter abschneidet, muss in der Realität wie oben beschrieben nicht zwangsläufig schlechter sein als die Antivirus-Software auf Platz 1 – Stichwort: Testverfahren.

Daher spielen bei der Wahl des Virenscanners besonders drei Faktoren eine wichtige Rolle:

  • Wird Windows 10 langsam durch die Antivirus-Software?
    Ein Virenscanner, der merklich die Leistung des Betriebssystems senkt, kann sehr stören. Auch hier hängt die Aussagekraft von Virenscanner-Tests vom Testverfahren ab. Auf einer normalen Festplatte kann ein Virenscanner sehr schnell auch die Leistung des PCs beeinträchtigen. Auf einer SSD merkt man diesen Unterschied unter Umständen nicht mehr.
  • Verhält sich der Virenscanner unauffällig?
    Ein Virenscanner sollte sich nur dann bemerkbar machen, wenn er einen Virus gefunden hat und ein Eingreifen des Nutzers nötig wird. Ansonsten sollte er ruhig im Hintergrund vor sich hinarbeiten ohne Hinweise oder Einblendungen. Um beim Beispiel mit Microsoft Security Essentials zu bleiben: Der Virenscanner Microsoft Defender hat zwar im AV-Test nur 3 von 6 Punkten, belastet aber Windows 10 kaum bei der Leistung und blendet keine Popup-Meldungen mit Upgrade-Aufforderung ein.
  • Eigene Erfahrungen
    Es bleibt immer die Wahl auch andere Virenscanner auszuprobieren. Von der Schutzwirkung rangieren viele auf den oberen Plätzen. Verlasst euch aber am besten nicht nur auf einen Test, sondern schaut verschiedene Tests samt Testverfahren an. Dadurch kann man herausfinden, welcher Virenscanner den eigenen Bedürfnissen am besten entspricht.

Welchen Virenscanner ihr also installiert und nutzt, bleibt euch überlassen – Hauptsache ihr installiert einen. Ihr solltet darauf achten in Windows 10 den Defender zu deaktivieren, falls ihr einen anderen Antivirus installiert, da es sonst zu Problemen kommen kann.

Ein relativ angenehmes Antivirenprogramm ist in meinen Augen ESET Nod32 Antivirus:

ESET NOD32 Antivirus 2015.

Was ihr zu Windows 10 und Virenscannern wissen solltet:

Was haltet ihr von der Namensänderung von Windows 9 auf Windows 10?

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