Ist der Windows Defender wirklich ausreichend?

Robert Schanze

Viele Nutzer fragen sich, ob der Windows Defender in Windows mittlerweile ausreichend als Virenschutz ist. Hier ist unsere Antwort.

Schützt der Windows Defender ausreichend vor Viren und Co.?

Der Windows Defender von Microsoft ist mittlerweile fest in Windows 10, 7 und 8 integriert und lässt sich selbst für Windows XP, Windows Server 2003 und 2008 nutzen. Aber taugt er auch, um auf Drittanbieter-Virenscanner verzichten zu können?

3 Top-Vorteile des Windows Defender

1. Nervt nicht!

Nutzer wollen in der Regel einen Virenschutz, der einfach funktioniert und nicht weiter nervt. Bei kostenlosen Virenscannern von Drittanbietern wie Avira und Avast ist das oft nicht der Fall, da diese sich oft durch ablenkende Werbeeinblendungen finanzieren (müssen). Der Windows Defender ist hingegen recht unauffällig.

2. Der gleiche Hersteller

Ein weiterer Vorteil ist, dass sowohl Windows als auch der Windows Defender vom gleichen Hersteller, also Microsoft, entwickelt werden. Demnach müsste Microsoft auch am besten wissen, worauf man im eigenen Betriebssystem achten sollte, wenn man Viren und Bedrohungen aufspüren möchte.

3. Antiviren-Schutz von Drittanbietern VERURSACHT Sicherheitslücken?

In der Vergangenheit empfahl der Ex-Mozilla-Entwickler Robert O’Callahan, Drittanbieter-Virenscanner zu deinstallieren und nur den Windows Defender von Microsoft zu nutzen, da Antiviren-Software selber überhaupt erst Sicherheitsprobleme verursache und effektive Schutzmechanismen verhindere.

Wenn das stimmt, wäre der Windows Defender als „Grundschutz“ wohl die bessere Wahl für Endanwender, da Microsoft durch den Windows Defender (hoffentlich?) keine Sicherheitslücken in Windows verursachen würde.

Wer Avira nicht nutzen möchte, findet ihr eine Anleitung zur Deinstallation:

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Anleitung: Avira Antivirus manuell deinstallieren.

Nachteile des Windows Defender

Dem Windows Defender haftet ein schlechter Ruf an: Er sei nicht „gut genug“, „nicht ausgereift“ oder böte „weniger Sicherheit“. Diese Aussagen basieren oft auf Zahlen von bekannten Test-Webseiten und sagen für den Einzelnen fast nichts aus. Man muss sich ebenfalls die Testverfahren anschauen, um zu wissen, welche Bereiche des Antivirus-Schutzes im Test wie stark oder schwach gewichtet wurden. Aber wer macht das schon?

Meine Fazit: Ausreichender Schutz mit Windows Defender

Unter Windows 7 und 10 nutze ich seit ungefähr 5 Jahren nur den Windows Defender. Auch wenn ich zwischenzeitlich „zur Kontrolle“ mit anderen Virenscannern gescannt habe, wurde nichts gefunden. Für meine Ansprüche (Recherche, Surfen) kann ich also sagen: Ja, der Windows Defender reicht!

  • Allerdings nutze ich in meinem Firefox-Browser auch Add-ons wie NoScript, um schadhafte Skripte auf Webseiten von vornherein zu blockieren (hier gibt es Chrome-Alternativen zu NoScript).
  • Außerdem achte ich darauf, keine unbekannten Dateien aus nicht-vertrauenswürdigen Quellen auszuführen (E-Mails, Downloads etc.).
  • Außerdem sollte man alle aktuellen Betriebssystem-Updates installiert haben und keine nicht mehr unterstützten Betriebssysteme wie XP nutzen.
  • Wer aber einen Drittanbieter nutzen möchte, kann sich die Antivirus-Testsieger anschauen.

Es kommt also vor allem auch auf das eigenen Nutzerverhalten an. Auch ist es etwas anderes, ob man in einem Unternehmen tätig ist, wo die Sicherheits-Standards in der Regel um einiges höher sind als privat.

Anmerkung: Diese Meinung ist die des Autors und stellt nicht zwingend den Standpunkt der GIGA-Redaktion dar.

Mein erstes Betriebssystem war Windows 3.1. Danach kam Windows 98, ME, XP und 7. Vista, Windows 8 oder Windows 10 sind nicht meine Betriebssysteme. Mittlerweile bin ich bei Linux Mint Cinnamon gelandet. Wie sehen eure Erfahrungen aus? Schreibt sie uns gerne in die Kommentare.

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