Gewinner und Verlierer des Amazon Prime Day 2018: Kaufrausch trifft Arbeitskampf

Sven Kaulfuss

Die angespannte politische Lage, die Klimaerwärmung und Donald Trump – alle diese kurzweiligen Themen mussten am Anfang der Woche einer „wichtigeren“ Materie weichen, dem Amazon Prime Day. Deutschland und die Welt war im Amazon-Schnäppchenrausch, zumindest dann, wenn man eine Prime-Mitgliedschaft vorzuweisen hatte. Andernorts hingegen wurde gestreikt – passt dies zusammen?

Gewinner und Verlierer des Amazon Prime Day 2018: Kaufrausch trifft Arbeitskampf
Bildquelle: GIGA.

Vorab zur Klarstellung: Der heutige Abriss innerhalb meiner Kolumne soll mitnichten eine grundsätzliche Kritik am Onlineshopping sein. Auch der Autor dieser Zeilen kaufte ein. Ich beschränkte mich allerdings auf Schuhe, keine Technik – eigentlich untypisch für einen männlichen Nerd, oder?

Kisten schieben am Amazon Prime Day 2018: Die Bestseller

Rückblickend feiert Amazon das diesjährige Shopping-Fest als vollen Erfolg. Konkrete Umsatzzahlen gibt’s nicht, dafür verrät der Händler seine Topseller hierzulande. Neben den Amazon-Geräten wie Fire TV Stick, Echo und Kindle griffen die Käufer besonders beherzt bei der , einer und einer zu. Gleichfalls brachte Amazon noch

  • über 1.200.000 Artikel aus dem Bereich Beauty, Drogerie & Körperpflege unters Volk
  • über 1.200.000 Artikel aus dem Bereich Home
  • über 1.100.000 Artikel aus dem Bereich Fashion & Schuhe
  • über 900.000 Artikel aus dem Bereich Sport & Freizeit
  • über 700.000 Artikel aus dem Bereich Baumarkt
  • über 500.000 Artikel aus dem Bereich PC & Zubehör

Kurzum: Der Rubel beziehungsweise Euro rollte.

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21 verdammt kuriose Bücher, die du wirklich auf Amazon kaufen kannst.

Verlierer des Prime Day: Die eigenen Angestellten

Gab es also nur Gewinner beim „Prime Day“ an den beiden Tagen (16. und 17. Juli 2018)? Nicht ganz, denn neben kaufwilligen Kunden und dem motivierten Amazon-Management wollten einige „Spielverderber“ dem Online-Riesen dagegen in die Suppe spucken. Da erdreisteten sich doch tatsächlich Tausende von Amazon-Mitarbeitern an diesen Tagen in Deutschland zu streiken. Amazon musste deswegen Ersatzmannschaften heranholen, in den Amazon-Zentren Graben und Rheinberg mussten sogar Manager selber mit anpacken, so hört man.

Meine Gedanken zum Wochenende: Die Kolumne möchte Denkanstöße liefern, zur Diskussion aufrufen und den „News-Schwall“ der Woche zum Ende hin reflektieren. Eine kleine Auswahl der bisherigen Artikel der Kolumne:

Dennoch: Tatsächliche Lieferprobleme für Amazon gab es auch dieses Mal nicht. Schon seit 2013 besteht der Konflikt, Amazon weigert sich bis heute mit Verdi als Vertreter der Belegschaft zu verhandeln. Deshalb gibt’s zu Stoßzeiten immer wieder Streiks – für die Arbeiter am Ende ohne Erfolg. Amazon selbst betont, auch ohne Tarifvertrag, könne man ein fairer und verantwortungsvoller Arbeitgeber sein. Mag sein, aber warum fürchtet der reichste Mann der Welt (Amazon-Chef Jeff Bezos, jüngst mit über 150 Milliarden an der Spitze) eigentlich die deutschen Tarifverträge? Gegenüber den Kunden ist man doch sonst auch weitestgehend kulant?

Da lohnt es sich doch an einem Sonntag wie diesen mal wieder darüber nachzudenken, so meine ich. Die aktuellen dürft ihr euch dann danach anschauen.

Anmerkung: Die in diesem Artikel ausgedrückten Ansichten und Meinungen sind die des Autors und stellen nicht zwingend den Standpunkt der GIGA-Redaktion dar.

Quellen: und Handelsblatt

Täglich bestellen Millionenen von Menschen bei Amazon, das riesige Internet-Kaufhaus ist aus den Köpfen vieler nicht mehr wegzudenken. Es gibt quasi nichts, was man nicht bei Amazon kaufen kann. Doch was weißt du über den größten Online-Händler der Welt? Teste dein Wissen mit diesem Quiz!

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