Leuchtidiotie: Schluss mit dem LED-Terror in technischen Geräten! [Meinung]

Frank Ritter 58

Etliche technische Geräte haben bunte Leuchtdioden, die sinnlos leuchten oder gar nervtötend blinken und nicht abschaltbar sind. Damit muss endlich Schluss sein! Ein Plädoyer für die Abschaffung von sinnlosen LEDs in technischen Geräten.

Ich gehöre zu denjenigen, die ein Smartphone auf dem Nachtisch neben sich liegen haben. Das ist grundsätzlich in den Flugmodus versetzt, fungiert aber als Wecker, dabei lädt der Akku auf – kein ungewöhnliches Szenario. Das Gerät ist nun mit einer LED ausgerüstet. An sich ein gutes Feature, schließlich hat man so einen visuellen Indikator für eintreffende Benachrichtigungen. Nun leuchtet oder pulsiert allerdings nahezu jedes Smartphone, das ich teste, beim Laden. Das hat eine nervige Konsequenz, die als „Lichtsmog“ zu bezeichnen durchaus gerechtfertigt ist. Wenn ich keine Maßnahme ergreife – sprich: das Smartphone falsch herum auf den Nachttisch lege – blinkt es die ganze Nacht über dümmlich-grün und stört mich in meinem sowieso schon meist viel zu kurzen Schönheitsschlaf.

Das ist aber nur die Spitze des Eisbergs: Vollständige Dunkelheit gibt es im Prinzip nicht mehr in meiner, ich würde sagen, durchschnittlich technisierten Wohnung. Neben zweier Smartphones und eines Tablets leuchten in unserem Haushalt eine Qi-Ladestation mit insgesamt 4 LEDs (rot, weiß, grün, gelb) ein WLAN-Router-Telefon-Splitter-DSL-Modem, (mindestens vierfach gleißendes Grüngelb), ein Laptop (pulsierend-weiß), dessen Ladegerät (hellgrün) und diverse Steckdosenleisten mit Kippschalter (orangerot) – von den leuchtenden Uhren an Uhrenradios, Kaffeemaschinen und Backöfen gar nicht zu reden. Immerhin: Damit mein PC, Drucker und der Monitor nicht dummdämlich Licht emittieren, trenne ich sie des Abends vom Strom. Einen Fernseher und entsprechende Peripherie besitze ich nicht, dieser Kelch zusätzlicher Sinnlos-LEDs geht also immerhin an mir vorüber.

Der Gipfel war sicher die Ladestation eines Drittanbieters, die ich mir seinerzeit für mein Galaxy S2 (selig ruhe es bis zum Ende der Zeit mit zerschmettertem Bildschirm in meiner Schreibtischschublade) zulegte – dieses leuchtete mit einer einzigen LED so unerträglich hell, dass selbst drei Streifen angeblich blickdichten Klebebands die Helligkeit kaum dämpfen konnten. Ich musste ein Stück Pappe zuschneiden und festkleben, um der LED-Zwangsbeschallung zu bändigen. Dass diese MacGyver-Lösung nicht eben der Gipfel der Ästhetik ist, muss man kaum betonen. In der Diskussion berichteten mir zahlreiche andere Kollegen von ähnlichen Problemen unter anderem mit einem rosa leuchtenden externen Soundsystem und grell illuminierten DVB-T-Antennen.

Effekt: Wenn ich nachts wie fast die Hälfte der Deutschen mal „raus“ muss, brauche ich kein Licht einzuschalten, da die Wohnung taghell erleuchtet ist – und ich übertreibe hier nur leicht. Würde man für die Verfilmung eines Stephen King-Filmes ein Horrorset benötigen, aus dem den Protagonisten aus jedem Winkel Katzenaugen anstarren, man könnte mein Wohnzimmer ab Mitternacht verwenden. Überall gleißendes Licht in allerlei Farben.

Ernsthaft: Was zur Hölle? Es ist ja schön und gut, dass mich ein technisches Gerät darüber informiert, dass es funktioniert. Und ich kann mir auch vorstellen, warum zu diesem Zweck gerne LEDs verwendet werden: Sie sind billig, haben ob ihrer Buntheit einen unmittelbaren visuellen Effekt, sie verbrauchen kaum Strom und halten ewig. Allein: Sie erfüllen in der Regel keinen sinnvollen Zweck. Denn so richtig zuverlässig zeigt die LED das Funktionieren des Gerätes nicht an. Und Laden könnte eine Ladestation auch ohne Beleuchtung. Dieses ordinäre Leuchten ist für mich eher ein technopubertäres Buhlen um Aufmerksamkeit – als schrien mich Router, Ladegerät und Monitor an: „Schaut her, ich existiere! Ich bin mein Geld wert“. Sorry, ich brauche das nicht und ich will das nicht. Technik hat mir zu dienen, nicht mich zu belästigen. Also, liebe Hersteller: Lasst ab von LEDs. Solltet ihr doch welche verbauen müssen, dann macht sie wenigstens dezent und abschaltbar.

Ich kann nicht der einzige sein, der so empfindet. Seht ihr den LED-Overkill in heutiger Technologie auch als so stressig an? Oder rege ich mich hier nur grundlos auf? Eure Meinung in die Kommentare.

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