Nostalgie-Check: So hart ist Super Probotector für das SNES heute noch

Victor Redman

Mit dem Fun-Shooter Splatoon 2 für die Switch konnte Nintendo im Juli ordentlich punkten. Doch auch auf anderen Nintendo-Konsolen gab es durchaus ein paar ausgefallene Shooter. Im Nostalgie-Check schauen wir uns Super Probotector: Alien Rebels für das SNES an.

Mit Splatoon 2 veröffentlichte Nintendo im Juli den lang erwarteten Nachfolger zum Überraschungshit aus dem Jahr 2015. Damit bedient Nintendo auch ein Segment von Gamern, die der Videospiel-Riese sonst eher stiefmütterlich behandelt: Shooter-Fans hatten es auf Nintendo-Konsolen nicht immer leicht.

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Wer etwa auf das altehrwürdige Super Nintendo zurückblickt, der findet großartige Spiele aus fast jedem Genre. Für seine abwechslungsreichen Jump ’n‘ Runs und fantasievolle Rollenspiele ist das SNES bis heute berühmt. Nur Freunde des virtuellen Geballers schauten (scheinbar) in die Röhre – gute Shooter waren Mangelware und die Handvoll, die es gab, sahen irgendwie alle gleich aus. Nach dem x-ten 16-Bit-Aufguss des Arcade-Hits Space Invaders wurde es doch irgendwann langweilig, Raumschiffe durchs All zu steuern.

Aus Contra wird Probotector

Und doch gibt es einen Shooter auf dem SNES, der mir bis heute in Erinnerung geblieben ist. Super Probotector: Alien Rebels war für eine Weile alles, womit ich mich beschäftigen konnte. Welcher Zehnjährige würde nicht gern in einer High-Tech-Rüstung die Erde gegen außerirdische Invasoren verteidigen?

Super Probotector 1
Dass es sich hier eigentlich um einen Teil der Contra-Reihe handelt, der in den USA als Contra III: The Alien Wars erschien, wusste ich damals nicht. Vermutlich wäre es mir aber auch egal gewesen. Ich war fasziniert von den schwer bewaffneten Robotern, die es zu steuern galt; von der stimmungsvoll inszenierten post-apokalyptischen Welt; von der dramatischen Musik und natürlich von den kreativen, unheimlichen Bossen, die wie aus einem Horror-Film entsprungen wirkten und auch dementsprechend animiert wurden.

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Dass Super Probotector mich derart fesseln konnte, ist eigentlich ein kleines Wunder, denn: Ich sah tagelang nur die ersten Minuten des Spiels. Eine gewöhnliche Runde lief in etwa folgendermaßen ab: Ich rannte los, ich ballerte, ich ballerte – ich war tot. Schuld daran war nicht nur meine kindliche Ungeduld, sondern auch der knackige Schwierigkeitsgrad des Spiels, der zumindest die PAL-Version mehr als nur herausfordernd machte: Du wirst zu jedem Zeitpunkt aus allen Richtungen angegriffen und darfst du dir kaum auch nur einen einzigen Fehltritt erlauben – oder du musst von vorne anfangen.

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Das musste ich sehr oft. Tatsächlich war Super Probotector eines der ersten Spiele, dass mich dazu brachte, den Controller frustiert in die Ecke zu werfen. Mehr als einmal riss ich das Spielmodul aus der Konsole, um mich stattdessen an einem meiner Lieblingsspiele abzureagieren. Aber irgendwas zog mich früher oder später doch immer wieder zurück zu diesem anstrengenden SNES-Shooter. Mit viel Zeit und Übung wurde ich nach und nach besser – aber gewinnen konnte ich nie.

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Super Probotector: Hart, aber stylisch

Wie herausfordernd ist Super Probotector heute noch? Diese Frage wollte ich beantworten, als ich das Spiel kürzlich wieder in meine Retro-Konsole einlegte. Inzwischen war ich älter und geduldiger und hatte nicht zuletzt auch wesentlich mehr Spielerfahrung gesammelt. Da sollte es doch möglich sein, auch eine harte Nuss wie Super Probotector endlich zu knacken, richtig? Falsch! Ich rannte los, ich ballerte, ich ballerte – ich war tot. Für einen kurzen Moment überkam mich der altbekannte Wunsch, den Controller in die nächste Ecke zu werfen und diesen Versuch ganz schnell zu beenden. Aber meine Ehre als Zocker stand auf dem Spiel. Also probierte ich es noch mal – und starb. Und starb, und starb, und starb…

Super Probotector 2
Super Probotector bietet eine extrem genaue Steuerung, welche dem Spieler viel Bewegungsfreiraum lässt, aber den zahllosen unterschiedlichen Gegnern auszuweichen, wird innerhalb von Minuten zum Spießrutenlauf. Jeder Fehltritt kostet – im Zweifel das Leben. Das wurde schnell so frustrierend wie schon vor 20 Jahren.

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Gleichzeitig hat Super Probotector aber auch in diesen 20 Jahren nichts von seiner Faszination eingebüßt. Die düsteren Level sehen immer noch spektakulär aus, die Bosse sind immer noch unheimlich und die Musik reißt immer noch mit. Nur bekam ich wieder viel zu wenig von der opulenten Spieltwelt zu sehen, weil der hohe Schwierigkeitsgrad mich ständig an den Anfang des Spiels katapultierte. Nach einer erfolglos durchzockten Nacht gab ich – wie schon vor 20 Jahren Jahren – erstmal auf. Damit ist Super Probotector: Alien Rebels vermutlich eines der Spiele meiner Kindheit, an die ich mich noch am genauesten erinnern kann. Es ist super-schwer, aber eben auch super-cool – und hat bis heute nichts von seinem besonderen Charme eingebüßt. Für entspanntes, weitgehend frustrationsfreies Zocken ist ein Spiel wie Splatoon 2 aber sicher besser geeignet.

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