Mahnung von Kinox.to erhalten: Ist das echt? Hier erfahrt ihr es

Selim Baykara

Im Moment finden zahlreiche Verbraucher eine äußerst unschöne Abmahnung in ihrem E-Mail-Postfach. Weil sie angeblich das verbotene Streaming-Portal kinox.to genutzt hätten, droht eine Anwaltskanzlei mit hohen Strafzahlungen, um ein Gerichtsverfahren zu abzuwenden. Was steckt hinter der Kinox.to-Mahnung? Und muss man jetzt wirklich zahlen? Wir haben uns die Sache mal genauer angeschaut.

Von der Mahnung sind derzeit verschiedene Versionen im Umlauf. Einmal stammt das Schreiben von der Anwaltskanzlei Kertas, ein anderes Mal heißt der Absender Dr. Thomas Stephan. Der Inhalt ist im Prinzip aber identisch: Weil man sich Videos auf der Seite Kinox.to angesehen habe, läge der Straftatbestand einer Urheberrechtsverletzung vor. Um ein drohendes Gerichtsverfahren abzuwenden, solle man eine bestimmte Geldsumme an die Kläger überweisen.

Die Höhe des Betrags dürfte so manchem Verbraucher die Tränen in die Augen treiben: Fast 1000 Euro soll man für die außergerichtliche Einigung zahlen.

Mahnung von Kinox.to: Beim Streamen erwischt – Was tun?

Vom Aufbau und vom Inhalt her wirkt die Mail zunächst plausibel. Die Nachricht verfügt über einen Briefkopf, ein gerichtliches Aktenzeichen und eine Belehrung über die Rechtsgrundlage der Mahnung. Außerdem gibt es eine Aufschlüsselung, wie sich der fragliche Betrag zusammensetzt.

 

Noch genauer wird es, wenn man auf den enthaltenen Button Abmahnung bezahlen in der Mail klickt. Auf der nächsten Seite sieht man dann eine detaillierte Liste mit den technischen Daten, etwa seine eigene IP-Adresse, den verwendeten Browser oder das Betriebssystem. Für den Empfänger der Nachricht sieht das auf den ersten Blick ziemlich authentisch aus. Anscheinend wissen die Kläger ganz genau Bescheid und haben alles bestens dokumentiert.

Soll man also trotz des hohen Betrags lieber zahlen, um weitere Kosten zu vermeiden?

Mahnschreiben von Kinox ist fake: Das steckt dahinter

Natürlich nicht! Es handelt sich hierbei um ein gefälschtes Schreiben, allerdings um eines, das täuschend echt wirkt. Im Unterschied zu den zahllosen anderen Fake-Mahnungen, die man regelmäßig zu Gesicht bekommt, haben sich die Betrüger hier wirklich Mühe gegeben.

Der Grund dafür ist klar: Dem Nutzer soll Angst eingejagt werden, sodass er bereit ist die Zahlung vorzunehmen. Bei dem Ganzen handelt es sich natürlich um ein abgekartetes Spiel. Die angeblichen Rechtsanwälte existieren nicht und auch der Trick mit der IP-Adresse ist schnell erklärt. Dabei handelt es sich einfach um die eigenen Browserdaten, die dynamisch in die Mail eingebunden werden. Dazu gibt es sogar spezielle Seiten im Netz. Das Entscheidende ist, dass niemand Anderes diese Daten zu Gesicht bekommen hat.

Das solltet ihr machen, wenn ihr die Mahnung erhalten habt

Falls ihr dieses oder ein ähnliches Schreiben erhaltet, solltet ihr auf keinen Fall zahlen, sondern stattdessen die Mail löschen. Falls ihr wirklich einmal eine Mahnung erhalten solltet (natürlich nur aus Versehen, schließlich wisst ihr ja, dass sich illegales Streamen nicht gehört), wird diese in der Regel schriftlich versendet. Dazu kommt, dass die Rechtslage beim Streaming auf Seiten wie Kinox.to und Co. immer noch nicht eindeutig geklärt ist.

Seht euch zum Thema auch unser Video an: 

Filmstreams im Internet: Was ist legal? Wann droht eine Abmahnung? GIGA klärt auf.

Früher galt die Regelung, dass nur das Weiterverbreiten per File-Sharing an sich strafbar ist. Illegale Streams befanden sich demnach in einer Grauzone, da man das Video ja nur selbst ansah. Nach einem neuen EuGH-Urteil zum illegalen Streaming von Filmen und Fußball sieht die Lage anders aus. Verbraucherschützern zufolge ist das Risiko einer Abmahnung wegen verbotenen Streaming seit 2017 angestiegen. Daher gilt: Meidet Seiten wie Kinox.to, Burning Series und wie sie sonst alle heißen.

Ohne jetzt wie groß die Werbetrommel rühren zu wollen. Legale Anbieter wie Amazon Prime Video oder Netflix haben ein reichhaltiges Angebot an Filmen und Serien und das Beste ist: Ihr könnt euch das alles ohne schlechtes Gewissen ansehen. Die Qualität stimmt auch, Untertitel und verschiedene Spracheinstellungen sind möglich, außerdem sind die Preise recht moderat. Bei Netflix könnt ihr sogar den Account mit euren Freunden und Bekannten teilen.

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Wie habt ihr reagiert, als ihr die angebliche Mahnung von Kinox.to erhalten habt? Habt ihr tatsächlich gedacht, dass es sich dabei um eine echte Mahnung handeln könnte? Oder wusstet ihr sofort, dass die Sache nicht stimmen kann? Schreibt uns in den Kommentaren!

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