5 Gründe, warum ich keine zeitfressenden Videospiele mehr zocke

Lukas Flad 10

Das Problem mit vielen Videospielen ist, dass sie jede Menge Zeit beanspruchen. Zeit, die ich leider nicht immer aufbringen kann und daher statt der großen AAA-Titel lieber Prügler und Sport-Simulationen in meine Konsole schiebe. In Folgenden verrate ich euch fünf Gründe, warum ich zeitintensive Videospiele mittlerweile meide.

5 Gründe, warum ich keine zeitfressenden Videospiele mehr zocke

Ich hätte nie gedacht, dass mich eine Professional-Wrestling-Simulation mal dazu veranlassen würde, über meinen Konsum von Videospielen nachzudenken. Und dennoch hat es WWE 2K17 geschafft, dass ich mich mit dem Thema auseinandersetze. Denn während dem Spielen und Brechen sämtlicher Knochen im Körper meiner virtuellen Gegner, fiel mir plötzlich auf, dass mir das Spiel mehr Spaß macht als viele andere AAA-Titel der letzten Jahre. Oder konkreter formuliert: Ich komme besser damit zu recht, dass WWE 2K17 sich zu keiner Zeit nach Arbeit anfühlt. Etwas, das bei vielen der heutigen Spiele nicht mehr der Fall ist, da diese oft so zeitintensiv sind, dass ich sie gar nicht mehr spielen will. Dieses Phänomen ist allerdings erst in den letzten Jahren aufgetreten, denn wenn ich zurückdenke, hatte ich verdammt viel Spaß mit The Last of US oder GTA V. Warum sich meine Begeisterung für große Videospiele also trotzdem geändert hat, erkläre ich im Folgenden anhand von fünf Punkten:

1. Sie verlangen meine völlige Konzentration

Ich brauche inzwischen, wenn ich nach einem langen Tage einfach mal den Kopf ausschalten will, entweder eine leicht aktive oder vollständig passive Tätigkeit. Das bedeutet, dass zum einem oft ein Videospiel in die Konsole oder den Handheld wandert, ich zum anderen aber auch gerne einfach nur Serien schaue.

Der Hauptunterschied zwischen Serien und Videospielen besteht darin, dass Du bei letzteren aktiv ins Geschehen eingreifst. Du beeinflusst den Protagonisten dahingehend, dass Du ihm Deinen Willen aufzwingst und ihn durch die Welt bewegst. Durch dieses Gefühl der direkten Interaktion kannst Du aber zu keinem Zeitpunkt abschalten. Konstant ist deine Aufmerksamkeit gefordert. Selbst in Journey, einem Spiel, das mehr ein interaktiver Spaziergang durch eine fantastische Welt denn klassisches Videospiel ist, musst Du aufpassen, was um dich herum geschieht.

Nun gibt es natürlich einen feinen Unterschied zwischen einem Titel wie Journey und beispielsweise The Last of Us. Während der wunderschöne Spaziergang durch die Wüstenlandschaft von Journey an sich schon sehr entspannend ist, verlangt The Last of Us Deine volle Aufmerksamkeit. Es ist eben ein Titel der auf aufregende Ereignisse setzt – ich nenne dieses Phänomen mal narrative Action.

Es ist nichts anderes als der Unterschied zwischen The Last of Us und WWE 2K17. Ersteres bietet Action, Aufregung sowie Spannung und verpackt das alles in einer packend inszenierten Geschichte. Dem gegenüber steht die WWE-Simulation, welche zwar auch die anfangs genannten Punkte bietet, bei der mir die Geschichte aber absolut und ganz und gar vollkommen egal ist. Ich muss mich während des Spielstarts nicht Dingen wie dem letzten Speicherpunkt oder dem derzeitigen Fortschritt der Story widmen, sondern kann direkt ins Spielgeschehen einsteigen.

Verstehe mich nicht falsch! The Last of Us ist ein grandioses Spiel, das ich sehr gerne gespielt habe. Aber seit es im Jahr 2013 veröffentlicht wurde, hat sich eben mein persönliches Interesse verändert, wie ich in den nächsten Punkten näher beleuchten werde.

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Dumm gelaufen – Spieler, die beim Cheaten erwischt wurden.

2. Sie lassen sich zu viel Zeit

Im Bezug auf den vorangegangenen Punkt, muss ich jetzt einfach das Offensichtliche Aussprechen: Videospiele nehmen viel Zeit ein. Sehr viel Zeit. Klar, Captain Obvious lugt jetzt hinter irgendeiner Ecke hervor, aber der Punkt stimmt nun mal. Und eigentlich ist es ja auch gar nicht schlecht, wenn Videospiele viel Inhalt für das ausgegebene Geld bieten.

Nun bin ich aber ein Spieler, der sich mittlerweile selten wirklich viel Zeit nehmen kann, um seine Spielfigur für mehrere Stunden über den Bildschirm zu hetzen. Für mich sind also in den letzten Jahren kurze Spielabschnitte deutlich attraktiver geworden als lange Level, welche ich absolvieren muss. Die meisten großen Videospiele ziehen aber eben genau in diese Richtung und verfrachten ihre Handlung in eine offene Welt. Dieser gigantische Spielplatz bedingt die Tatsache, dass Spiele zeitintensiver werden, umso mehr, da die Entwickler diese Welt schließlich auch irgendwie mit Inhalt füllen müssen; und man kann mehr Inhalt quasi mit einer längeren Spielzeit gleichsetzen.

Ein weiteres Problem ist hier auch, dass zeitintensive Spiele verlangen, dass Du Dich über mehrere Abende hinweg mit ihnen auseinandersetzt, was dafür sorgt, dass gewisse Spielmechaniken schneller Gefahr laufen sich abzunutzen als andere. Diese Tatsache wird auch von meinem dritten Punkt unterstützt.

3. Repetition, Wiederholung und Abermals

Dass bereits etablierte Marken in der Videospielbranche gerne mal ein paar Ableger ohne wirkliche Innovationen veröffentlichen, ist nicht wirklich etwas Neues – zeigt sich dann aber gerade bei den zeitintensiven Titeln als größeres Problem, denn die Langeweile kommt ganz einfach schneller auf.

Selbstverständlich gibt es Spiele, die in erster Linie auf einem altbewährten Prinzip beruhen. So sollte man von der FIFA-Reihe nicht unbedingt neue Spielmechaniken erwarten, die das Erlebnis auf einmal um 180 Grad drehen. Allerdings muss man auch beachten, dass bei einem zeitintensiven Titel das Gefühl der Stagnation größer ist als bei einem Videospiel, welches man nur hin und wieder für ein bisschen Ablenkung startet.

Es wäre jetzt gemein, den großen Namen in der Videospielbranche anzukreiden, dass sie sich nicht genügend weiterentwickeln, denn es ist nun auch nicht so, dass die Spieler seit Jahren dasselbe Spiel präsentiert bekommen. Dennoch muss man zugeben, dass beispielsweise die Assassin‘s-Creed-Reihe trotz der kleinen Neuerungen, die jedes Jahr in das Franchise Einzug halten, größtenteils beim bewährten Prinzip der Serie bleibt. Der Unterschied zu FIFA liegt wie bereits erwähnt darin, dass ich den Abenteuern der Meuchelmörder häufiger einen Besuch abstatten muss. Die Abnutzungserscheinungen werden dementsprechend innerhalb einer kürzeren Zeitspanne deutlich, was den Spielspaß trüben kann.

4. „Mal eben Zwischendurch“ funktioniert nicht

Die wenigsten Videospiele erlauben es Dir, innerhalb von wenigen Minuten komplett ins Spielgeschehen einzutauchen. Genau hier liegt eines der Kernprobleme des Mediums: Die großen Titel brüllen praktisch konstant, dass man sich auf sie einlassen muss, um das beste Spielerlebnis zu erhalten. Und tatsächlich musst Du wie etwa bei der Far-Cry-Reihe auf die Welt hören, damit das Spiel funktioniert. Tust Du das nicht, hast du eine Landschaft, die zwar neben den Hauptmissionen frei erkundet werden kann, aber ohne Inhalte, die die Story vorantreiben, wirklich nur von Deiner Bereitschaft lebt, wie weit Du Dich an einen anderen Ort transportieren lassen willst.

Und dieses Spiel mit der Immersion macht absolut Sinn, denn Videospiele sind prädestiniert dafür, die Spieler in andere Welten zu entführen. Diese Möglichkeit eröffnet sich allerdings nur, wenn man eine gewisse Zeit damit verbringt durch die virtuellen Umgebungen zu laufen und sich mit ihnen anfreundet. Ich muss mich komplett auf den Bildschirm und das darauf Abgebildete konzentrieren. Es ist ein langwieriger und anstrengender Prozess, bis man endlich mal in einer fremden Welt angekommen ist. Man kann nicht mal eben so eine Hauptmission absolvieren, da man sich dafür schon wieder zu sehr in die Spielwelt begeben muss. Heißt: Spiele ich ein Level in einem Ableger der Far-Cry-Reihe in der Mittagspause, kann ich das natürlich machen, aber es geht einfach ein zu großer Teil des Erlebnisses aufgrund der Hektik verloren (was verdammt schade ist), da ich mich nicht auf das Spiel einlassen kann; und das ist ein Problem, da ich mich meistens nur für kurze Momente mit einem Videospiel ablenken will.

Das klassische Spiel für Zwischendurch wird man also eher nicht bei Titeln finden, die ohnehin schon mit einer langen Spielzeit glänzen wollen. Und das nervt. Oft will ich einfach nur für wenige Minuten in ein Spiel versinken, um dann wieder sofort aufzutauchen, nicht mehr an das Gespielte zu denken, und anschließend andere Dinge zu tun. Ein WWE 2K17 wird ein Far Cry in diesem Punkt immer schlagen.

5. Meine Präferenz liegt nicht mehr auf dem Erlebnis

Vor vier Jahren hätte es mich noch überrascht, wie ich mit einem Spiel wie WWE 2K17 Spaß haben könnte. Ich hätte Personen müde belächelt, die endlose Stunden in ein solches Spiel investieren und wahre Perlen wie The Last of Us oder GTA V links liegen lassen. Jene Titel, die sich mittlerweile ebenfalls nur noch in Ausnahmefällen in meine Konsole verirren – obwohl ich sie mal so gerne gespielt habe.

Der Nutzen von Videospielen hat sich für mich in den letzten Jahren einfach verändert. Da, wo ich früher auf den Moment des völligen Eintauchens in eine fremde Welt versessen war, will ich heute meine Abende am liebsten damit verbringen, in Street Fighter ein paar Hadouken zu verteilen. In diesem Text könnte es daher vielleicht den Anschein erwecken, dass ich alle großen AAA-Titel nicht mehr spielen möchte, da sie mir nicht gefallen, aber das ist so nicht ganz richtig. Früher habe ich die oben genannten (zeitfressenden) Titel sehr gerne gespielt, nur bin ich mittlerweile an einen Punkt gekommen, an welchem ich mit vielen von ihnen nicht mehr warm werde, da ich mich nicht vollends darauf einlassen kann: Tagsüber habe ich keine Zeit, Abends will ich mich nicht konzentrieren und das Spielen eines Spiels über die Wochenenden zu verteilen, ist ebenfalls suboptimal, da diese für mich zu weit auseinander liegen, als dass ich ein tolles Erlebnis haben könnte.

Videospiele sind für mich einfach das perfekte Medium, um den Kopf wirklich absolut frei zu bekommen – nicht nachdenken zu müssen, denn hat man die Steuerung einmal verinnerlicht, dann muss man sich auch nicht mehr auf diese konzentrieren. Es kostet einfach nicht viel Anstrengung ein paar Knochen zu brechen (denn Wrestling ist echt).

Es gibt auch Ausnahmen: Wie gesagt schließe ich zeitintensive Spiele nicht kategorisch aus. Es gibt einige Titel, die ich zu meinen liebsten Videospielen zähle und welche sich nicht unbedingt in wenigen Tagen beenden lassen. Was diese Spiele von dem ganzen Rest unterscheidet, ist einfach und allein, dass diese mir das Eintauchen in die Welt derart einfach machen, dass nahezu jeder der obigen Punkte nichtig ist. Und vielleicht ist die Tatsache, dass ich sie gespielt habe, als ich noch mehr Zeit hatte, ebenfalls nicht ganz unwichtig.

Zu diesen Spiele gehören unter anderem:

  • Red Dead Redemption
  • GTA V
  • Ni no Kuni
  • The Last of Us
  • Dragon Age: Origins
  • Die Mass-Effect-Reihe
  • The Elder Scrolls V: Skyrim
  • The Witcher 3: Wild Hunt

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