Der ADAC hat 580 aktuelle Autos unter die Lupe genommen und dabei teils große Mängel bei Material und Verarbeitung festgestellt. Selbst bei teuren Autos stimmt die Qualität mitunter nicht mehr, weil Hersteller fast an jeder Ecke sparen müssen, meint der Automobilclub. Doch es gibt Ausnahmen.

ADAC: Auto-Qualität wird schlechter

Nach Einschätzung des ADAC ist die Material- und Verarbeitungsqualität bei Autos prinzipiell schlechter geworden. Nur wenige Hersteller würden heute besser abschneiden als bei früheren Untersuchungen. Als einen der wichtigsten Gründe führt der ADAC die „geballte Technik“ an, die heute selbst bei günstigen Autos zu finden ist. Hersteller seien deshalb gezwungen, an anderen Stellen zu sparen, um die Kosten niedrig zu halten.

Autos des Volkswagen-Konzerns kommen in der Untersuchung nicht gut weg. VW und seine Marken würden sich „auf dem absteigenden Ast“ befinden, was Material und Verarbeitung angeht. Bei früheren Modellen war die Qualität laut ADAC noch überdurchschnittlich. Als Beispiel wird der Modellwechsel vom Golf 7 zum Golf 8 angeführt. Hier habe VW schlicht „nachgelassen“ (Quelle: ADAC).

Auch bei manchen deutlich teureren Autos von Mercedes und Audi geben sich die Tester enttäuscht. Dem Anspruch an ein Premiummodell werden laut ADAC unter anderem der aktuelle Audi A3 Sportback und die neue Mercedes C-Klasse „nicht mehr gerecht“.

Dass die Qualität nicht überall nachgelassen hat, zeigt der aktuelle Renault Zoe. Der ADAC bestätigt „den größten Sprung“, wenn es um Material- und Verarbeitungsqualität geht.

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ADAC: Kostendruck vor allem bei Kleinwagen

Eine im Durchschnitt schlechtere Verarbeitung als zuvor bescheinigt der ADAC vielen Kleinst- und Kleinwagen. Beim Toyota Aygo, der bis April 2022 verkauft wurde, sei der hohe Kostendruck an jeder Stelle bemerkbar. Doch auch der um 6.000 Euro teurere Nachfolger Aygo X fällt mit fast identischen Schwächen auf.

Laut ADAC-Testingenieur Alexander Werner ist die Qualität „oftmals Wellenbewegungen ausgesetzt“. Erst eine negative Rückmeldung von Presse und Kunden würde dazu führen, dass Hersteller wieder mehr Geld in Materialien und Verarbeitung stecken.