Für Apple Pay könnten schwere Zeiten anstehen: Die EU-Kommission nimmt den Bezahldienst für das iPhone ins Visier, der auf dem Apple-Handy bislang eine Sonderstellung genießt. Für iPhone-Nutzer könnte das langfristig mehr Freiheit bedeuten. 

 

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Lange mussten Bundesbürger auf Apple Pay verzichten. Während US-Amerikaner bereits seit 2014 drahtlos mit ihrem iPhone und anderen kompatiblen Apple-Geräten bezahlen konnten, ging der Mobile-Payment-Service hierzulande erst Ende 2018 an den Start. Eine Alternative hatten iPhone-Besitzer in dieser Zeit auch nicht – Apple hat den verbauten NFC-Chip für Drittanbieter schlicht gesperrt. Genau so ein Verhalten könnte die Europäische Union in Zukunft unterbinden.

Apple Pay: EU-Kommission will Sonderrolle auf dem iPhone brechen

Wie Bloomberg berichtet, arbeitet die EU-Kommission an neuen Regeln, die es Smartphone-Herstellern untersagen, entsprechende Schnittstellen wie NFC vor dem Zugriff durch Dritte zu sperren. Apple wird im Regelwerk zwar nicht explizit erwähnt, aber es dürfte kein Zweifel daran bestehen, dass mit dem Vorstoß der US-Konzern das Ziel ist. Andere Hersteller wie zum Beispiel Samsung, Xiaomi oder Huawei schränken ihre Handys immerhin nicht so ein.

Apple selbst hat sich bislang noch nicht zum Bericht geäußert. In der Vergangenheit hat das kalifornische Unternehmen seine strikte Haltung unter anderem mit Sicherheitsrisiken begründet, die entstehen könnten, wenn man die NFC-Schnittstelle im iPhone öffnen würde. In ihren Überlegungen möchte die EU-Kommission diese Bedenken berücksichtigen.

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Das Einmaleins von Apple Pay: 

Apple erklärt zu Apple Pay: So fügst du eine Karte auf dem iPhone hinzu

Langer Weg, bis Apple-Pay-Exklusivität fällt

Bereits nächste Woche sollen die neuen Regelungen der EU-Kommission vorgestellt werden. Im Anschluss müssen die Vorschläge vom Europäischen Parlament und vom Ministerrat gebilligt werden, bevor sie in Kraft treten können. Dieser Prozess kann erfahrungsgemäß lange dauern. Bis auf weiteres werden iPhone-Nutzer beim drahtlosen Bezahlen also auf Apple Pay zurückgreifen müssen, bevor es irgendwann auch Alternativen geben könnte.

Kaan Gürayer
Kaan Gürayer, GIGA-Experte für Smartphones, Tablets und Smartwatches.

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