Wer E-Auto fährt, kennt das Problem: Ist man außerhalb der gewohnten Gegend unterwegs, muss man auf Apps vertrauen, um passende Ladestationen zu finden. Denn bezahlen kann man den Strom in der Regel nur dort, wo man Mitglied ist. Aral will es Kunden an seinen Ladesäulen einfacher machen.

Während die meisten E-Auto-Fahrer mit ihren Stromern zu festen Ladestationen gondeln müssen, weil die notwendige Ladung eben nicht aus jeder Steckdose kommt – oder zumindest nicht überall auch bezahlt werden kann –, soll das bei Aral bald anders werden: Für die blauen Tankstellen wird das Plug&Charge-Verfahren getestet (Quelle: Aral).

Tesla zum Vorbild: Plug&Charge bei Aral dieses Jahr deutschlandweit

Bekannt ist die Ladetechnik von Tesla: Das Ladekabel wird angesteckt, E-Auto und Ladesäule kommunizieren per Kabel während der Ladung, Abrechnung der Strommenge und Bezahlung erfolgen automatisch über ein Kundenkonto.

Plug&Charge wird von Aral an sogenannten ultraschnellen Ladesäulen eingeführt. Derzeit baue man an Tankstellen deutschlandweit Säulen mit bis zu 350 Kilowatt auf. Bis Jahresende soll damit das einfache Laden und Bezahlen möglich sein.

Die Vorteile für Kunden sind offensichtlich: Auf Apps und Ladekarten kann man verzichten. Praktisch ist das allemal. Aber es setzt auch das Vertrauen der Kundinnen und Kunden in die Technik und deren Sicherheit voraus. Denn beispielsweise sind bisher gerade viele Schnellladesäulen nicht geeicht.

Aral erklärt: Die direkte und verschlüsselte Kommunikation zwischen Auto und Ladesäule sei sicher. Man wolle E-Autofahrenden „unter der Marke Aral pulse das schnellste, einfachste und sicherste Ladenetz bieten“. Wie schnell genau, darüber informiert man allerdings nicht.

E-Autos laden ist noch immer nicht so einfach wie tanken, das ist Fakt. Einige Irrtümer über E-Autos findet ihr hingegen im Video:

5 Irrtümer über Elektroautos

Außerdem lege man einen Grundstein für künftige Möglichkeiten der E-Mobilität. So werden automatische Abrechnungsprozesse und Ladevorgänge etwa entscheidend beim drahtlosen Laden von E-Autos oder auch, um E-Autos als mobile Speicher ins Stromnetz zu integrieren. Aral baut auf der bestehenden Infrastruktur für Tankstellen auf und kann so die Zahl der zur Verfügung stehenden Ladepunkte anheben.

Aral muss E-Auto-Hersteller ins Boot holen

Einige Hürden gibt es aber noch: Zum einen ist das Angebot nur sinnvoll, wenn es herstellerübergreifend funktioniert. Dafür arbeitet Aral mit den E-Auto-Produzenten zusammen.Tesla wird zudem bald vom Vorbild zum Konkurrenten. Elon Musk hat angekündigt, die Supercharger von Tesla für andere Marken zu öffnen.