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Baldur’s Gate 3 war nah dran, aber Starfield ist für mich das beste Spiel des Jahres

Ich kann nicht aufhören, Starfield zu spielen – und ich sage euch, warum. (© Bethesda)

Ist Starfield gut?! Während sagenhafte 6 Millionen Spieler zum Launch von Starfield ins All abhoben, verdichten sich die Fronten unter den Astronauten: Entweder sie können einfach nicht aufhören zu spielen oder sie fragen sich, warum alle Spaß haben und sie nicht. Während ich zur ersten Gruppe gehöre, kann ich euch vielleicht sagen, warum sich bei Starfield die Geister so sehr scheiden.

 
Starfield
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Ein Kommentar von Marina Hänsel

2023 ist ein fantastisches Spielejahr und niemand kann mich von dieser Meinung abbringen. Mit Baldur's Gate 3 ist für mich persönlich ein neues Dragon Age erschienen, und mit Starfield habe ich nicht nur ein neues Mass Effect bekommen, sondern auch noch eines, das sich schön nach Bethesda anfühlt. Da meine absoluten Lieblingsspiele von Bethesda oder vom alten Bioware stammen, fühlt sich 2023 ganzjährig ein bisschen wie Weihnachten an.

Zumindest für mich. Denn nicht alle Spieler haben dieselbe Meinung zu Starfield (bei BG3 sieht das schon anders aus). Tatsächlich scheiden sich die Geister im Bezug auf das neue Sci-Fi-RPG von Bethesda, und ich denke, ich weiß, warum: Starfield ist einfach weniger Mainstream als Skyrim.

Ihr wollt mehr zu Starfield sehen? Schaut euch einen 45-minütigen Deep Dive an:

Starfield – Gameplay-Deepdive
Starfield – Gameplay-Deepdive

Starfield ist ein sagenhaftes Spiel, aber kein Mainstream wie Skyrim

Nach 35 Stunden in Starfield kann ich euch zwei Dinge berichten: Für das, was dieses Spiel ist, würde ich eine erste Wertung von 9/10 geben – aber mit der beigefügten Klausel, dass es bei Weitem nicht jedem gefallen wird. Und in meinen Augen ist das keineswegs ein Grund dafür, dem Spiel deshalb böse zu sein. Sicherlich wurde von Bethesda nach dem Mega-Hit Skyrim ein Mainstream-tauglicheres Spiel erwartet – ein Game, das jeden irgendwie begeistern kann, weil es Mainstream-Fantasien befriedigt wie Mittelalter-Fantasy, Magie, Drachen und dazu auch noch einen actionreichen und leichten Einstieg bietet.

Starfield ist in dieser Hinsicht das genaue Gegenteil. Der Einstieg bietet keine Action, sondern Mystery. Die ersten Missionen zeigen nicht, was das Spiel drauf hat. Und nach 35 Stunden Spielzeit habe ich nur am Rand aller Gameplay-Mechaniken gekratzt, zu denen ich mir Guide-Videos anschaue, um sie erst einmal richtig zu verstehen.

Starfield bietet auch weniger Mainstream-Fantasien. Es ist Science-Fiction, die teils an harte Science-Fiction aneckt und ernste Themen anspricht. Wie bereits in den Trailern und Interviews zum Spiel mehrmals angemerkt wurde, geht es hier um die Weite des Alls, ferne Planeten und eine mysteriöse, uralte Technologie, deren Ursprung ihr in der Hauptquest erforschen wollt. Ihr werdet mehrmals mit NPCs darüber philosophieren, was die Menschheit da draußen in den Weiten des Alls erwartet. Ihr werdet steinige Planeten und Monde ohne Leben besuchen, ihr werdet scannen, forschen, erkunden und Stunden in den Bau eures Raumschiffs und eurer Outposts stecken.

Aber das ist nicht alles, was ihr tun könnt. Tatsächlich glaube ich, dass kein Test euch je alle Gameplay- und Spielmechaniken in Starfield nennen konnte, und ich werde das auch nicht können. Es ist einfach zu viel. Fakt ist, dass ihr auch ein Weltraumschmuggler sein könnt, der verbotene Ware an zwielichtigen Orten verkauft, um reich zu werden. Oder ihr schließt euch der Weltraumpolizei an und jagt Kriminelle. Oder ihr konzentriert euch auf eure Begleiter und heiratet. Oder ihr entscheidet euch dafür, ein Industriemogul zu werden und euer eigenes Handelsimperium aufzubauen. Oder ihr macht alles zusammen – ich habe nur 35 Stunden im Spiel; ich bin sicher, wenn ich an die 100 Stunden anecke, kann ich euch noch ein paar mehr Möglichkeiten nennen.

Oder ihr verliert euch in diesem riesigen Universum und schaltet das Spiel nach 10 Stunden ab, weil ihr nichts damit anfangen könnt. Auch möglich.

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Denkt Mass Effect, nicht Skyrim. Denkt Interstellar, nicht Star Wars. Denkt The Expanse.

Jeder, der Mass Effect ausprobiert hat, weil er Shooter mag, der weiß, wie sich Starfield für ihn anfühlen wird. Starfield ist ein Shooter, ja, aber die meiste Zeit werdet ihr viel reden, lesen, scannen, abbauen, looten und andere Dinge tun. Vom Gefühl her ist Starfield eine Mischung aus Mass Effect, Interstellar, Star Trek und The Expanse.

Es ist ein zu Teilen oft ernstes, langsames und philosophisches Spiel. Es erwartet von euch, dass ihr euren eigenen Weg findet und eure eigene Story schreibt; wer hier an die Hand genommen werden will, der kann sich ganz schön frisch machen. Und ja, Starfield ist groß, kühl und melancholisch in der Darstellung der großen Weite des Alls. Um jedoch ehrlich zu sein, empfand ich bis jetzt jedes Bethesda-Spiel als groß, relativ kühl und zu Teilen einsam. Das ist der Preis der Freiheit, welche Bethesda RPGs bezahlen müssen und es ist auch der Grund, warum jene Spiele irgendwie einzigartig sind. Es ist gleichfalls der Grund, warum ich Bethesda-Spiele so sehr liebe.

Ich kann nicht aufhören, Starfield zu spielen – aber dasselbe muss nicht für euch gelten

Starfield ist wahrscheinlich das am wenigsten mainstreamige Bethesda-Spiel überhaupt. Damit meine ich, dass es einen besonderen Geschmack braucht, um derart in Starfield zu versinken, wie es gerade viele Spieler erleben. Auf der einen Seite ist dieses Spiel groß und frei genug, damit man es aus unterschiedlichen Gründen lieben kann – auf der anderen Seite jedoch glaube ich, dass jeder sich darüber klar werden sollte, was Starfield ist und was es nicht ist.

Zuallererst ist Bethesda neues Sci-Fi-RPG genau das: ein Rollenspiel der Superlative. Es ist noch freier, noch größer und noch komplizierter als Skyrim. Das Skill-System verdient in meinen Augen jede Menge Lob, und abgesehen davon könnt ihr euren Charakter auch in jedem anderen möglichen Aspekt individualisieren. Kurz gesagt: Ihr könnt einfach nahezu jede Rolle spielen und seid frei, euer Leben in Starfield ganz nach eurem Geschmack zu gestalten.

Ein zweiter großer Punkt in Starfield ist die Liebe zu Science Fiction. Falls euch Sci-Fi-Geschichten nicht faszinieren und ihr kein Interesse daran habt, Planeten zu erkunden und Mysterien auf den Grund zu gehen, dann könnte dieses Spiel einfach nichts für euch sein. Selbst wenn ihr ein großer Fan von Skyrim sein, aber Skyrim ist eben Fantasy und fühlt sich vollkommen anders an als Starfield.

Starfield macht nicht einfach so Spaß. Um hier Spaß zu haben, müsst ihr investieren: Ihr müsst euren Charakter leben, die NPCs und Gespräche ernstnehmen und ihr müsst euch in die Gameplay-Systeme reinfuchsen, die erst richtig spaßig werden, sobald ihr sie verstanden habt. Das hat Starfield übrigens mit Baldur's Gate 3 gemeinsam: Auf unterschiedliche Art sind es beides komplexe Spiele. Nur hat das niemand bei Bethesda erwartet, während Baldur's Gate 3 zugänglicher ist als die vorherigen Spiele des Studios.

Nicht jeder will Starfield ausprobieren, wie mein Kollege Nathan klarstellt:

Am Ende glaube ich, dass Starfield für mich eher das Spiel des Jahres ist als Baldur's Gate 3. Aber das ist eine absolut persönliche Entscheidung, die bei jedem anders ausfallen kann – beide Spiele sind gut, beide Spiele sind komplett unterschiedlich, beide Spiele werden nicht jedem gefallen. Eigentlich bin ich nur glücklich, dass ich die Möglichkeit habe, diese beiden tollen Welten über die nächsten Monate hinweg zu erkunden.

Starfield ist am 6. September 2023 für PC und Xbox Series erschienen.