Wer sich am Neuwagenmarkt gerade nach einem BMW umschaut, muss unter Umständen Abstriche machen. Der Chipmangel zwingt die Bayern dazu, viele Modellreihen ohne eine beliebte Funktion zu verkaufen. Es geht um das Touchdisplay.

 
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Der Autobranche stehen schwierige Zeiten bevor. Der Umbau auf Elektromobilität beschäftigt ebenso wie die anhaltende Chipkrise. Dabei ist der Nachschub an Waren und Komponenten weltweit stark eingeschränkt. Bei BMW hat man sich jetzt für einen kontroversen Schritt entschieden: Um weiterhin Autos liefern zu können, schränkt der Hersteller bei vielen Modellen die Funktionalität ein.

BMW muss auf Touchscreens verzichten

Konkret sollen mehrere Modellreihen in Zukunft ohne Touchscreen-Funktion gebaut werden (Quelle: Autoblog). Das hat BMW dem Branchenmagazin gegenüber bestätigt. Betroffen sind:

  • BMW 3er Serie
  • BMW 4er Serie, allerdings nicht der neue i4
  • BMW X5
  • BMW X6
  • BMW X7
  • BMW Z4

Die betroffenen Fahrzeuge werden ohne „Touchscreen Funktionalität“ gebaut, heißt es weiter. Bedeutet: Es werden also durchaus weiter Bildschirme verbaut, auf die für die Touch-Bedienung nötigen Chipsätze wartet man aber derzeit wohl einfach zu lange.

Die Bedienelemente werden bei den betroffenen Wagen dann wie vor Einführung des Touchscreens bei BMW über den iDrive-Controller an der Mittelkonsole gesteuert. Betroffen soll auch die Funktion „Backup Assistant“ sein. Dabei fährt der BMW automatisch eine zuvor registrierte Strecke rückwärts wieder ab, praktisch etwa beim Ausparken.

Für den ein oder anderen BMW-Kunden oder die -Kundin wird das ein ziemliches Ärgernis sein. Schließlich bewegt man sich bei BMW im gehobenen Segment des Automarkts, gewisse Komfort-Features gehören da dazu.

Vom Chipmangel sind auch E-Autos betroffen. Einige Irrtümer über die Stromer findet ihr im Video:

5 Irrtümer über Elektroautos Abonniere uns
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Keine Touch-Funktion? Dann wird der neue BMW günstiger

Wer nicht auf die Touch-Funktionalität angewiesen ist, könnte die aktuelle Situation aber für eine im Vergleich zum Kaufpreis kleine Ersparnis nutzen: Immerhin 500 US-Dollar – aktuell rund 432 Euro – erlässt BMW den Kunden, wenn sie auch die Touch-Funktion verzichten.

Diese haben außerdem realistische Chance auf kürzere Wartezeiten. Denn je weniger kritische Komponenten in einem Modell verbaut sind, umso größer ist aktuell die Chance, die immer längeren Wartezeiten – speziell bei E-Autos – noch umgehen zu können. Genau das ist bei BMW das Ziel. Die Branche erwartet, dass die Situation bis weit ins neue Jahr anhält oder sogar darüber hinaus.