Für E-Auto-Zweifler fehlt in Deutschland besonders eines: eine gut ausgebaute Lade-Infrastruktur. Das lückenhafte Ladenetz ist eine der wichtigsten Hürden für die E-Mobilität und ein Problem, das nach wie vor Käufer abschreckt. Doch das könnte sich bald ändern, denn Volkswagen scheint Blut geleckt zu haben.

 
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Gute Nachricht für E-Autos: VW verstärkt Fokus auf Lade-Business

Der neue VW-Boss Oliver Blume bekennt sich immer wieder deutlich zu einer batterieelektrischen E-Auto-Zukunft. Erst kürzlich stieß er mit seiner Meinung zu E-Fuels FDP-Chef Christian Lindner vor den Kopf. Mit der Devise „Laden wird das neue Tanken“ scheint nun auch ein besonderer Fokus auf den Ausbau der Ladeinfrastruktur zu fallen. Ob man ordentlich investieren will, wird derzeit geprüft.

Das Zitat stammt von Elke Temme, der Leiterin des Bereichs „Laden und Energie“. Sie steuert für VW markenübergreifend das Geschäft mit Ladestationen und sämtlichen Dienstleistungen drumherum. Dazu gehören alle Themen hinsichtlich Energie, Ladeservices, -Equipment und -Infrastruktur – ein Geschäft mit riesigem Potenzial, so Temme im Interview (Quelle: Reuters).

Vor allem der Ausbau von Schnellladestationen ist maßgeblich für den Erfolg der E-Mobilität. Es ist ein Business, das sich auszuzahlen verspricht, angesichts der Menge an Ladepunkten, die bald in Deutschland und Europa benötigt werden.

Es scheint bei VW also Goldgräber-Stimmung zu herrschen. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie die konkreten Ziele der VW-Führungsriege aussehen und letztlich realisiert werden.

Automobilhersteller und die Lade-Infrastruktur: Im Goldrausch

Der VW-Konzern hat mit seiner Lade- und Energiemarke Elli in Kollaboration mit Energieanbietern bereits mehr als 400.000 Ladepunkte in ganz Europa aufgestellt. Damit ist es eines der größten Ladenetze in Europa.

Werbung für E-Autos kann VW jedenfalls:

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Doch auch andere Pkw-Hersteller investieren viel: Mercedes-Benz will bis Ende des Jahrzehnts über 10.000 Ladepunkte weltweit installieren und ist dafür bereit, mehrere Milliarden in die Hand zu nehmen. Man wolle sich nicht allein auf die Handlungskompetenz der Energieunternehmen verlassen.  Der amerikanische E-Autobauer Tesla betreibt weltweit bereits über 40.000 eigene Schnellladestationen, die Supercharger.

Beim Ausbau der Lade-Infrastruktur sind es jedoch nicht Alleingänge, die den Unterschied machen, sondern Kooperationen. Mercedes ist neben BMW und dem Ölkonzern BP auch am Digital Charging Solutions-Netz (DCS) beteiligt, das laut eigenen Angaben ebenfalls 400.000 Ladepunkte in Europa bereitstellt. Gemeinsam mit BMW, VW, Ford und Hyundai ist der Hersteller aus Baden-Württemberg zudem im Konsortium Ionity. Dessen Ladenetzwerk besteht deutschlandweit aus 480 Schnellladesäulen, jede davon mit bis zu 350 Kilowatt Leistung (Quelle: Tagesschau).

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