Die Preisspirale schraubt sich weiter hoch. Der allgemeine Sog schlägt längst auch bei Elektroautos zu Buche: Der Kauf wird immer teurer. Stecken E-Autos schon in der Krise?

Ein Kommentar von Felix Gräber

Die Preise steigen so gut wie überall, das macht auch vor Elektroautos nicht Halt. Hersteller über Hersteller kündigt mit erschütternder Regelmäßigkeit höhere Preise an. Zuletzt waren Audi und Porsche bei Preissteigerungen vorn mit dabei. Bei Tesla wird es schwierig, noch mitzukommen, wie oft die Verkaufspreise nach oben hin angepasst werden. Knappe Verfügbarkeiten und lange Wartezeiten tun das Ihrige, um den gebeutelten Kunden auch noch das letzte bisschen Vorfreude auf den neuen Stromer zu nehmen.

Obenauf wird der Umweltbonus in absehbarer Zeit überarbeitet. Sicher ist schon jetzt, dass es bald weniger Geld geben wird, wenn sich Käuferinnen und Käufer für ein E-Auto entscheiden. Finanzminister Christian Lindner (FDP) will die Förderung gleich ganz abschaffen, lieber gestern als heute. Bis zu 9.000 Euro tiefer würde der Kauf eines E-Autos dann ins Angesparte schneiden.

Harte Zeiten für E-Auto-Käufer: Preissteigerungen warten überall

Es sind harte Zeiten für passionierte E-Mobilisten und interessierte Kunden. Unterdessen können sich die Autobauer nicht beklagen: Viele Konzerne haben trotz Chipkrise, Materialengpässen, Lieferschwierigkeiten und Werksschließungen Rekordgewinne eingefahren, indem sie teure Modelle bevorzugt gebaut und verkauft haben. Die Kunden haben es immerhin bezahlt.

Doch wie sieht es jetzt aus, wie geht es weiter? Kunden in Deutschland und vielen anderen Märkten haben mit der steigenden Inflation immer weniger Geld übrig, erstrecht für große Anschaffungen wie ein neues E-Auto. Bis sich die Preise wieder nach unten entwickeln, wie es mit fortschreitender technischer Entwicklung eigentlich der Fall sein sollte, wird es noch dauern.

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Inflation wird zur Bewährungsprobe für Elektroautos

Die aktuelle Situation ist eine Bewährungsprobe für Elektroautos und ihre Hersteller. Ob mit rückgehender oder ganz ohne staatliche Förderung, bei steigenden Kaufpreisen und sogar Stromkosten bleibt am Ende nur eines übrig: Das E-Auto selbst muss überzeugen. Jetzt, nicht erst in einigen Jahren, müssen E-Autos liefern, was die Hersteller in gewohnt werbetriefenden Kampagnen längst versprechen: Das E-Auto muss klar für jeden potenziellen Käufer die bessere Wahl sein.

Wie kann das gelingen? Eine Studie der Universität Genf hat zuletzt belegt, dass es nicht immer mehr Reichweite sein muss. Stattdessen sollten sich E-Auto-Bauer darauf konzentrieren, die Kunden mit Fakten von Skeptikern zu E-Auto-Fans zu wandeln.

E-Autos: Hersteller sollten bei knapper Hardware mit Software punkten

Letztlich aber muss das Produkt überzeugen – und zwar genug, damit Kunden auch mittelfristig höhere Preise zu zahlen gewillt sind. Eine Möglichkeit, um dahin zu kommen, würde allerdings eine Kehrtwende von den Herstellern verlangen. Die E-Auto-Hersteller sollten dringend ihre Software-Strategie überdenken und zumindest einen Teil der Angebote ohne Aufpreis anbieten, für den man bisher gerne Geld nimmt.

Lohnt sich ein E-Auto-Kauf? Je höher die Preise steigen, umso schwerer fällt die Antwort:

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Software-Abos gelten in der Branche als Zukunftsweg, auf dem sich gut Geld verdienen lässt. Die nötige Hardware ist meist längst an Bord, um Assistenten für autonome Funktionen oder Entertainment-Systeme nutzen zu können. Solche Features auch bei Basisversionen freizuschalten, kann neben mangelfreier Qualität und Kundenservice auf hohem Level wirklich einen Unterschied machen.

Ob einer oder mehrere Hersteller so einen radikalen Weg einschlagen? Kaum vorherzusehen. Fest steht aber: Auf die ein oder andere Weise müssen E-Autos liefern, jetzt mehr als je zuvor.