Ende von Windows 7: Microsoft rät Nutzern zu fragwürdigem Schritt

Robert Kohlick 11

Bereits morgen ist es soweit: Microsoft stellt den Support für sein beliebtes Betriebssystem Windows 7 ein. Wer weiterhin Updates beziehen möchte, sollte daher schnellstmöglich auf Windows 10 umsteigen. Oder doch nicht? Microsoft rät seinen Nutzern stattdessen zu einer etwas kostspieligeren Alternative. 

Ende von Windows 7: Microsoft rät Nutzern, sich lieber einen neuen PC zu kaufen

Das Ende einer Ära steht uns bevor. Vor mehr als 12 Jahren ging Windows 7 an den Start und zählt auch heute noch als eines der beliebtesten Betriebssysteme. Doch ab dem 14. Januar 2020 wird Microsoft den Support für den OS-Klassiker einstellen und sich stattdessen auf die Weiterentwicklung von Windows 10 und dem neuen Windows 10X konzentrieren.

Einen ersten Blick auf Microsofts neues Betriebssystem gibt es im Trailer zum kommenden Surface-Gerät:

Microsoft Surface Neo: Erster Trailer zum Dual-Screen Notebook mit Windows 10X.

Doch was sollen nun die Nutzer machen, die noch Windows 7 auf ihrem System laufen haben? Im besten Fall einfach auf Windows 10 upgraden, oder? Nein! Wenn es nach Microsoft geht, sollten Business-Kunden von diesem Schritt absehen und sich stattdessen gleich einen neuen PC zulegen, wie aus der FAQ-Sektion der offiziellen Webseite hervorgeht:

Den meisten Windows 7-Benutzern wird empfohlen, auf ein neues Gerät mit Windows 10 Pro umzusteigen. Surface-Geräte sind schneller und leichter, leistungsfähiger und sicherer, mit einem Durchschnittspreis, der deutlich unter dem eines durchschnittlichen PCs vor acht Jahren liegt.

(…) Alle PCs, die älter als vier Jahre sind, können Sie mehr kosten, als Sie denken. PCs, die älter als vier Jahre sind, müssen dreimal so häufig repariert werden. Dies führt zu 128 Stunden Produktivitätsverlust - was sowohl Zeit als auch Geld kostet. Die Wartung und Reparatur dieser Geräte kann bis zu 450 Euro pro PC und Jahr kosten.

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Neukauf statt Upgrade: Microsofts schonungslose Eigenwerbung

Dass Microsoft seinen Kunden natürlich bei einem Umstieg zu Surface-Geräten rät, sollte wohl kaum jemanden überraschen. Trotzdem ist die Haltung des Unternehmens bedenklich und erinnert ein bisschen an die Kontroverse, mit der sich Sonos erst letztens konfrontiert sah. Schließlich können je nach Anwendungsfall auch Geräte, die mehr als vier Jahre alt sind, durchaus noch mehr als genug Leistung bieten, um alltägliche Aufgaben in Windows 10 bewältigen zu können.

Und dann gibt es ja immer noch zahlreiche Methoden, um seinen Rechner wieder etwas leistungsfähiger zu machen: 

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Ein pauschaler Ratschlag zum Umstieg auf ein komplett neues PC-System dürfte also im Gegensatz zu Microsofts Behauptung nicht für alle Business-Nutzer die sinnvollste Möglichkeit sein. Was meint ihr? Ist Microsofts Empfehlung wirklich praktikabel? Oder hat das Großunternehmen hier nicht das Wohl seiner Kunden im Sinn, sondern versucht nur Profit aus einem Problem zu schlagen, welches es selbst verursacht?

Robert Kohlick
Robert Kohlick, GIGA-Experte für Gaming-Hardware, -PCs und -Laptops.

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