Die Streaming-Welt wird nie wieder die gleiche sein: Die Zeiten ohne Werbung neigen sich ihrem Ende zu. Das hat Netflix nach Monaten der Gerüchte und Vermutungen inzwischen ein für alle Mal klargestellt. Doch die wichtigste Frage bleibt noch offen.

Netflix-Chef packt aus: Werbe-Abo startet bald

Netflix wird Werbung zeigen. Das hat Co-Chef Ted Sarandos beim Cannes Lions 2022 offiziell gemacht, einer der bekanntesten Zusammenkünfte der Werbebranche. Allein die Anwesenheit des Netflix-Chefs dort ist schon vielsagend, doch Sarandos wurde noch deutlicher:

Wir haben ein großes Kundensegment nicht auf dem Tisch gehabt, das sind Leute, die sagen: „Hey, Netflix ist zu teuer für mich und ich habe kein Problem mit Werbung“. Wir führen eine Werbe-Stufe ein. Wir fügen keine Werbung zu Netflix hinzu, wie ihr es heute kennt. Wir starten eine Werbe-Stufe für Leute, die sagen: „Hey, ich will einen niedrigeren Preis und ich sehe mir Werbung an.“ (Quelle: The Hollywood Reporter)

Wer sich für das Werbe-Abo entscheidet, kann also in Zukunft entspannt das Bad aufsuchen und sich erleichtern, während die Werbung läuft – in dem Wissen, dass Netflix euch mit einem Rabatt beim Preis entgegenkommt. Ganz wie beim linearen Fernsehen halt.

Was wir noch nicht wissen: Zu welchem Preis geht diese neue Abo-Stufe an den Start? Netflix soll die Zeit beim Meeting der Werbebranche auch genutzt haben, um Werbekunden aufzutun. Wer da wie viel investiert, beeinflusst auch, wie viel Geld Netflix letztlich nehmen wird. Gut möglich, dass das Werbe-Abo zudem nicht in Deutschland starten wird, sondern zunächst in den USA oder anderen Märkten. Den Start hat man inzwischen auf 2023 festgesetzt.

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Kein Grund zur Sorge für Netflix-Kunden: Preise werden nicht steigen – vorerst

Zumindest ein Gutes geht aber aus Sarandos‘ Ansage hervor: Netflix will nicht den bisher günstigsten Abo-Preis hernehmen, dort Werbung einführen und dann einfach die Preise für alle bisherigen Angebote anheben. Dieser Schritt bleibt Kunden wohl erspart – eine gute Entscheidung.

Vor steigenden Preisen sind deutsche Abonnenten trotzdem nicht sicher. So soll schon bald das seit Jahren geduldete Account-Sharing beendet werden – oder eben mehr kosten. Dass Netflix mit den Preisen flexibel haushaltet, zeigt auch ein Blick nach Kenia: Dort bietet seit vorigem Jahr eine Gratis-Version mit eingeschränkten Inhalten an.