Hunderttausende potenziell gefährliche Produkte sollen über Amazon verkauft worden sein. Jetzt verklagen US-Verbraucherschützer den Versandhändler. Sie fordern: Amazon muss sich am Rückruf beteiligen und Kaufpreise erstatten. In manchen Fällen besteht Lebensgefahr.

 

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US-Verbraucherschutz verklagt Amazon wegen hunderttausender gefährlicher Produkte

Die US-Behörde für Verbraucherschutz und Produktsicherheit (CPSC) übt harsche Kritik an Amazon: „Wir müssen uns damit auseinandersetzen, wie wir mit diesen riesigen Drittanbieter-Plattformen effizienter umgehen und wie die amerikanischen Verbraucher am besten zu schützen sind“, erklärt der Vorsitzende der CPSC, Robert Adler (Quelle: CPSC). Bei diesen Worten bleibt es aber nicht, die Behörde verklagt Amazon.

Stein des Anstoßes sind eine Reihe von Produkten, in denen die CPSC Gefahren für Käuferinnen und Käufer erkannt hat. In manchen Fällen könnte sogar Lebensgefahr bestehen. Unter den betroffenen Produkten sind etwa 24.000 fehlerhafte Kohlenstoffmonoxid-Detektoren, die keinen Alarm auslösen. Dazu kommt eine nicht näher bezeichnete Menge Schlafklamotten für Kinder. Diese seien entgegen des Standards nicht feuersicher. Bei fast 400.000 Föhnen soll zudem keine Sicherung gegen Stromschläge verbaut sein. In allen Fällen können ernsthafte Verletzungen, sogar Tod, die Folge der Defekte sein, so die Argumentation.

Zwar treffe der Versandhändler bereits Maßnahmen gegen solche Produkte, diese seien aber nicht ausreichend. Es handelt sich bei den betroffenen Waren nicht um von Amazon selbst verkaufte Waren, sondern um die von Drittanbietern. Die bieten die minderwertigen Produkte aber über Amazons Marketplace an, weshalb die Verbraucherschützer den Händler in der Pflicht sehen. Die CPSC erwartet umfassende Rückrufaktionen, direkte Information der Kunden sowie die Erstattung des Kaufpreises seitens Amazon.

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Amazon kann Klage nicht nachvollziehen

Das Unternehmen gibt sich hingegen überrascht: Man habe bereits zuvor angeboten zusammenzuarbeiten, so Cecilia Fan, Unternehmenssprecherin von Amazon (Quelle: The Washington Post). Dass die Behörde sich zu einer Klage entschieden habe, in der man den Versandhändler hauptsächlich zu Dingen zwingen wolle, die Amazon ohnehin bereits tue, sei schwer nachvollziehbar, sagte sie der Zeitung, die heute Amazon-Gründer Jeff Bezos gehört.

Auch in Deutschland gibt es zusehends mehr Angebote auf Amazon, bei denen die Herkunft oft nicht ganz klar ist oder die nicht den Eindruck uneingeschränkter Funktionalität vermitteln. Bevor ihr Ware aus Übersee kauft, kann es ratsam sein, sich den Absender einmal genau anzuschauen. Dank der neuen Zollbestimmungen kann man dabei in manchen Fällen sparen.