Ein besonderer Vorgang bei Apple, denn welche Firme gibt seinen Nutzern und Kunden schon freiwillig Geld zurück? GIGA verrät, was hinter dem neuen Geldsegen steckt – und wer davon profitiert. Allzu viel sollte man aber nicht erwarten. Wie das Update am Ende des Artikels bestätigt, erfolgen die Auszahlungen nun ab sofort.

Aktuell gelten in Deutschland geänderte Mehrwertsteuersätze. Zwischen Anfang Juli und Ende Dezember will der Staat nur mit 16 statt 19 Prozent an Verkäufen beteiligt werden, beim reduzierten Steuersatz sinkt der Anteil von 7 auf 5 Prozent – Corona geschuldet. Normalerweise sind Unternehmen nicht gezwungen, diesen Vorteil an die Kunden weiterzugeben. Viele tun es dennoch, auch Apple gehört dazu. Der iPhone-Hersteller senkte zum Stichtag entsprechend die Preise im Onlinestore und auch in den Ladengeschäften.

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Apples Steuervorteil: Jetzt auch der Kunde was davon

Keine Preisanpassungen gab es allerdings im App Store – Anwendungen und Abonnements kosten so viel wie bisher. Faktisch entspricht dies einer Preiserhöhung, denn wenn sich der Bruttopreis für den Kunden nicht ändert, bedeutet dies bei gesenkter Mehrwertsteuer am Ende ja eine Erhöhung des Nettopreises. Zum Beispiel erhöhte sich so der Preis für einen 2-TB-Speicherplan für die iCloud von 8,39 Euro auf 8,61 Euro netto, der Bruttopreis von 9,99 Euro bleibt bestehen. Kurzum: Apple steckt sich den Steuervorteil selbst in die Tasche. Im Einzelfall sind es Cent-Beträge, in der Masse dann doch „etwas“ mehr.

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Ärgerlich für Kunden, jedoch rechtlich nicht zu beanstanden. Doch Apple will an dieser Situation zumindest teilweise jetzt etwas ändern, wie an einer aktuellen Meldung an die Entwickler zu entnehmen ist. Demzufolge sollen deutsche Kunden mit laufenden App-Abos eine Rückerstattung über den jeweiligen Differenzbetrag erhalten,

Apples offizielle Meldung im Detail

Apple schreibt in Richtung Entwickler: „Beachten Sie, dass Apple Kunden in Deutschland (ab Juli 2020) mit automatisch verlängerbaren Abonnements automatisch monatliche Rückerstattungen gewährt, um die Steuerermäßigung zu berücksichtigen. Diese Rückerstattungen wirken sich nicht auf Ihre Einnahmen aus.“

Noch nicht bekannt ist, ab wann die Rückerstattungen greifen und von Apple ausgezahlt werden. So oder so, zumindest eine nette und etwas unerwartete Geste, selbst wenn die Ersparnis für den einzelnen Kunden letztlich doch überschaubar ist.

Update: Ab heute (9. September) gibt's dann tatsächlich das Geld zurück. So erhielt ein Kollege aus der GIGA-Redaktion bereits eine entsprechende Mail, in der Apple auf den Sachverhalt eingeht. Die Rückerstattung erfolgt monatlich, jetzt dann schon rückwirkend ab dem 1. Juli 2020.

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