Was passiert mit dem VW Golf in einer rein elektrischen Zukunft? Die Frage stellen sich Fans ebenso drängend wie Volkswagen selbst. Markenchef Thomas Schäfer kann sich einen ID. Golf für die Zukunft vorstellen. Doch das letzte Wort ist nicht gesprochen.

 
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ID. Golf: VW-Chef lässt auf Klassiker als E-Auto hoffen

„Wir haben Markennamen mit Kultstatus, Golf und GTI. Es wäre verrückt, sie aussterben zu lassen. Wir werden uns an die ID-Logik halten, aber Modelle mit Kultstatus werden weiter ihren Namen tragen“, erklärte VW-Markenchef Thomas Schäfer gegenüber dem britischen Magazin Autocar am Rande der LA Motor Show 2022.

Schäfer nannte als Beispiel den ID. Buzz, ein Modell, das den neuen Namen der Elektro-Reihe mit einer Modellbezeichnung verbindet, die es ähnlich auch zuvor schon gab. Die Kombination des ID-Kürzels mit einer Nummer ist also nicht in Stein gemeißelt. Schäfer wird sogar noch deutlicher, ohne allerdings ein Versprechen zu geben: „VW könnte einen ID. Golf haben.“ 

Dass es sich dabei bisher um Überlegungen handelt, nicht aber um konkrete Pläne, hat VW auf Nachfrage den Kollegen von PC Welt erklärt: „Einen vollelektrischen Golf können wir so nicht bestätigen“, heißt es in dem Statement. Wie oben beschrieben, sei Kern von Schäfers Aussage, „dass wir uns Gedanken darüber machen, wie wir so bedeutsame Markennamen wie „Golf“ oder „Polo“ in die Elektromobilität überführen, beispielsweise indem es zukünftig ein Modell mit dem Namen ID. Golf geben könnte“, so VW.

Gegenüber dem e-Golf dürfte ein solcher ID. Golf auf einer reinen Elektro-Plattform stehen. Wie er sich sonst unterscheidet, würde sich im Fall der Fälle in Zukunft erst zeigen.

Einerseits ist damit klar, dass VW nicht auf die neue Nomenklatur der ID-Reihe für seine Elektroautos verzichten will. Seit dem ersten Modell ID.3 steht der Name für Elektrifizierung und ist nur noch schwer wegzudenken. Andererseits hatte und hat VW schon zuvor starke Markennamen, die man nicht aufgeben will: „Wir würden nicht auf den Namen Golf verzichten, keine Chance“, stellt Schäfer klar.

Bei der Positionierung in den Segmenten und der Größe sieht der Manager ausreichend Unterschied zwischen den Modellen, um beide weiterzuführen. „Der ID.3 war nie ein Nachfolger für den Golf, er ist eher ein Golf Plus“, erklärt er gegenüber Autocar.

Auch der ID. Golf wird – wenn er kommt – gegenüber dem Verbrenner preislich überzeugen müssen:

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Günstiges E-Auto? ID. Golf könnte zum Volksstromer werden

Damit dürfte auch klar sein, dass ein ID. Golf seiner klassischen Ausrichtung treu bleiben würde: Er würde sich zwischen ID.2 als Mini-E-Auto für die Stadt und dem ID.3 als Premium-Kompaktwagen einordnen. Der klassische Golf für jedermann, im Idealfall.

Klarheit, ob sich der ID.3 preislich weiter nach oben öffnen würde oder endlich der lang erwartete Volksstromer mit dem ID. Golf kommt, lässt noch auf sich warten: Die aktuelle achte Generation des Golf soll voraussichtlich bis 2027/2028 bestehen bleiben.