Ab sofort muss mein iPad auf größere Updates von Apple verzichten, denn mein Modell ist zu iPadOS 16 einfach nicht mehr kompatibel. Doch ist dies wirklich so schlimm? Eher nicht, wenn ich ehrlich bin. Erfahrt jetzt in der aktuellen Ausgabe der Wochenendkolumne auf GIGA, warum ich so empfinde.

Im letzten Jahr bedankte ich mich noch bei Apple an dieser Stelle für die Unterstützung meines iPad Air 2 durch iPadOS 15. Doch jetzt ist Schluss, Apple kappt die Stränge. Das neue iPadOS 16 ist dann doch zu viel für meinen „Tablet-Oldtimer“. Der erhielt immerhin in den letzten 8 Jahren noch immer das aktuellste Betriebssystem und wurde ursprünglich mal mit iOS 8 ausgeliefert, ein dezidiertes iPadOS gab es da noch gar nicht im strengeren Sinne.

Mein iPad muss auf iPadOS 16 verzichten – gut so

Allein aus diesem Grund dürfte ich Apple über den fehlenden Support für iPadOS 16 nicht böse sein. Doch es gibt noch ein weiteres Motiv für meine Gelassenheit. Ganz ehrlich, auf das neue System kann ich und sicherlich nicht nur meine Wenigkeit gut und gerne verzichten. Dies liegt vor allem in meinem Nutzungsverhalten. Dies hat sich nämlich grundlegend nicht geändert.

Das iPad ist Surfstation, Face-Time-Telefon, E-Book-Reader und mobile Streaming-Basis für Netflix und Co. – mehr nicht. Schwebende Fenster, ja gar Multitasking im geteilten Display benötige ich alles nicht. Ebenso wenig verspielte Features und Gestensteuerungen, die ich am Ende ja doch nicht verwende. Ich beschränke mich allein auf die Essenz des iPads. Auch wenn Apple mir und den restlichen Anwendern etwas anderes einreden möchte, das iPad ist und bleibt für mich kein Arbeitswerkzeug, sondern dient ausschließlich der Unterhaltung.

Vieles davon ist für mich letztlich Spielerei:

iPadOS 16: Apples neue Features

All diese Anforderungen erfüllt auch noch mein iPad Air 2, wenn es auf das neue iPadOS 16 verzichten muss. Es läuft und läuft und läuft. Allein wünsche ich mir mittlerweile etwas mehr Speicher. Ein Problem, bei dem mir aber kein Systemupdate der Welt hilft. So ganz allein stehe ich mit der Meinung ja nicht da, wenn ich mich umschaue. Ob Freundin oder Familie, das Nutzungsszenario gleicht sich doch sehr. Hinzu kommt, Apples neuartige Bedienung mit dem Stage Manager in iPadOS 16 fährt in der Medienwelt gerade keine Lorbeeren ein. Die Kollegen von golem.de beispielsweise halten es sogar für „Multitasking-Mumpitz“. Nichts, was ich also unbedingt brauchen würde.

Apropos, auch mein geschätzter GIGA-Kollege und Mitstreiter Kaan Gürayer zeigt sich von einem iPadOS-16-Feature nicht gerade begeistert:

Kaan Gürayer
Kaan Gürayer, GIGA-Experte für Mobilfunk, Mobilität und Apps.

Im Gegensatz zum Air 2 des Kollegen Kaulfuss bekommt mein iPad Pro 2018 ja den Stage Manager – nach Protesten knickte Apple bekanntlich ein. Ich hatte mich auf das Feature wirklich gefreut, aber nach einem Kurz-Test kann ich gerne darauf verzichten. So ein Quark! Manchmal lassen sich die Fenster in der Größe verschieben, manchmal nicht. Manchmal ist der Größenregler rechts, manchmal links. Das alles ergibt keinen Sinn und ist alles andere als Nutzer-freundlich. Teilweise hat sich mein iPad mit aktiviertem Stage Manger wie ein Android-Tablet angefühlt: inkonsistent und buggy. Einen größeren Tadel kann es für ein iPad nicht geben. Der Stage Manager bleibt bis auf weiteres aus.

Apple liefert weiter Sicherheitsupdates

Einzig nachvollziehbarer Grund für Neid wäre noch der Verzicht auf sicherheitsrelevante Updates. Doch auch dieses Argument zählt nicht, denn Apple veröffentlichte erst diese Woche mit iPadOS 15.7.1 ein solches Update noch für iPadOS 15 und wird dies auch künftig noch tun. Entsagen muss ich also Features, die ich eh nicht benötige, nicht meinen Schutz.

Die Quintessenz für mich: Angesichts der neuerlich gestiegenen iPad-Preise wird mich das alte Air 2 auch künftig noch eine Weile begleiten – gut so und am Ende sogar richtig nachhaltig.

Meine Gedanken zum Wochenende: Die Kolumne möchte Denkanstöße liefern und den „News-Schwall“ der Woche zum Ende hin reflektieren. Eine kleine Auswahl der bisherigen Artikel der Kolumne: