Zum 1. Oktober wird der Kostenvergleich unterschiedlicher Energiearten an vielen Tankstellen zur Pflicht. E-Autos kommen dabei wenig überraschend am besten weg, Strom für 100 km soll nur etwa die Hälfte dessen kosten, was für Benzin fällig wird. Doch die offiziellen Zahlen können täuschen.

Wer sich für ein E-Auto entscheidet, geht davon aus, dass es beim Kauf teurer wird als viele Verbrenner, später an der Ladesäule aber weniger gezahlt wird als bei Benzin oder Diesel. Stimmt auch. Nur wird es nicht so günstig, wie der offizielle Energiekostenvergleich suggeriert, der ab 1. Oktober für viele Tankstellen zur Pflicht wird.

Auf 100 km: E-Autos günstiger als alle anderen?

Dann müssen Tankstellen mit sechs oder mehr „Mehrproduktzapfsäulen“ über die Preise pro 100 km der verschiedenen Energiearten informieren. Aufgeführt werden Benzin (E5 und E10), Diesel, Strom, Erdgas, Autogas und Wasserstoff (Quelle: BMWi).

Gestaffelt sind die Preise nach Kleinwagen/Kompaktklasse und Mittel-/Oberklasse, Grundlage der Berechnung des Durchschnittsverbrauchs sind jeweils die drei häufigsten Modelle der Klassen nach WLTP-Standard. Mit einem Durchschnittspreis von 4,74 Euro (Kleinwagen) sollen reine E-Autos am günstigsten unterwegs sein. Am meisten und etwa doppelt so viel zahlt, wer Benzin (E5) tankt: 9,26 Euro (Kleinwagen) beziehungsweise 11,42 Euro (Mittel- bis Oberklasse) kosten 100 km:

Der Energiekostenvergleich für Pkw wird ab 1. Oktober an vielen Tankstellen zu sehen sein (Bild: BMWi).

Kritik: Stromkosten für E-Autos zu gering bemessen

Obwohl der Vergleich in wenigen Tagen Pflicht wird, hat er einiges an Kritik hervorgerufen (Quelle: dpa via Stuttgarter Zeitung). Denn zwar müssen die Vergleichstabellen für alle Kunden sichtbar bei betroffenen Tankstellen angebracht werden, doch die Grundlage für den 100-km-Strompreis ist der Preis pro kWh Haushaltsstrom. Die tatsächlichen Kosten an der Ladesäule sind damit praktisch immer höher als in der Vergleichstabelle.

Gängige Irrtümer über E-Autos findet ihr im Video:

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Besonders an Schnellladesäulen kann eine Kilowattstunde auch mal doppelt so viel kosten wie an der heimischen Steckdose. Das BMWi begründet die Darstellung damit, dass etwa 80 Prozent der Ladevorgänge zuhause stattfinden würden – umso verwirrender, dass dann gerade diese Kosten zum Vergleich an der Tankstelle genutzt werden.

Mittelfristig sollen auch die Preise fürs Laden unterwegs in die Berechnung und Preisdarstellung einbezogen werden. Bis dahin wird das Plakat statt der geplanten Transparenz wohl eher für Verwirrung sorgen.