Eigentlich ist die Sache klar: Lidl verliert gegen Vorwerk einen Rechtsstreit und muss seinen Thermomix-Klon aus dem Sortiment nehmen. Trotzdem bietet der Discounter den „Monsieur Cuisine“ weiter zum Kauf. Der Teufel steckt nämlich im Detail.

Mit dem Thermomix hat Vorwerk einen echten Kassenschlager geschaffen, der sich Millionen mal verkauft hat. Das weckt Nachahmer, die einen Stück des Kuchens abhaben wollen. Einer davon ist Lidl. Der „Monsieur Cuisine“ genannte Thermomix-Klon ist dem Original zum Verwechseln ähnlich, kostet mit rund 400 Euro aber nur einen Bruchteil des Preises. Gegen die mehr oder weniger offensichtliche Nachahmung ging Vorwerk nun vor Gericht – und hat gewonnen.

Lidl verkauft Thermomix-Klon trotz Gerichtsurteil weiter

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat jetzt zugunsten des Wuppertaler Unternehmens entschieden (Quelle: Spiegel Online). Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die Lidl-Küchenmaschine ein Vorwerk-Patent rund um ein besonderes Heizelement verletzt. Lidl darf den entsprechenden Monsieur Cuisine mit „Dickschichtheizungs-Technologie“ nicht in Deutschland verkaufen.

Wer nun glaubt, dass mit dem Richterspruch das Küchenmaschinen-Duell zwischen Vorwerk und Lidl beendet ist, irrt sich jedoch. Der Discounter bietet in seinem Onlineshop weiterhin den Monsieur Cuisine an. Dort ist der Thermomix-Klon mit der sperrigen Zusatzbezeichnung „connect trend SKMC 1200 F6“ für 399 Euro erhältlich (bei Lidl ansehen)

Was Lidls Thermomix-Klon kann:

Monsieur Cuisine Connect SKMC 1200: Lidl-Kückenmaschine im Detail

Monsieur Cuisine erhält verändertes Heizelement

Möglich macht das eine veränderte Bauweise. Denn der neue Monsieur Cuisine bietet ein überarbeitetes Heizelement. „Mit geändertem Heizelement“, heißt es auf der Produktseite der Küchenmaschine.

Damit bedient sich Lidl eines cleveren Tricks. Denn das Urteil des OLG Düsseldorf bezieht sich nur auf Küchenmaschinen, deren Heizelemente laut Spiegel „zu nah an der Thermomix-Heizug“ seien. Mit einem geänderten Heizelement umgeht Lidl das Urteil – und kann den Monsieur Cuisine weiter anbieten.

Ob sich Vorwerk damit geschlagen gibt? Das Familienunternehmen hat angekündigt, im Bedarfsfall weiter „konsequent gegen Patent- oder Markenrechtsverletzungen vorzugehen.“