In Deutschland und der EU sind verschiedene Pläne in der Mache, die Reparierbarkeit von Smartphones und Co. zu verbessern. Die Ziele: weniger Müll, mehr Kundenzufriedenheit, geringere Kosten für Verbraucher. Hersteller wie Samsung, Xiaomi und viele andere sind wenig angetan.

 
Samsung Electronics
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Das Recht auf Reparatur soll kommen, so viel steht schon praktisch fest. Wie genau es aussehen wird, da allerdings gibt es noch Spielraum. In Deutschland will man in diesem Zusammenhang einen Reparierbarkeits-Index einführen, der Smartphones und andere Geräte leicht vergleichbar macht.

Xiaomi, LG, Apple, Sky: Die Tech-Branche und das Recht auf Reparatur

Auf EU-Ebene hingegen soll es weitreichende Vorschriften für Hersteller geben, etwa im Hinblick auf Designs, die eine Reparatur erschweren können. Auch sollen Samsung, Xiaomi, Apple und Co. Ersatzteile vorhalten und Anleitungen zur Reparatur öffentlich machen. Der Plan dürfte ihnen ein Dorn im Auge sein.

So bringt etwa der Verband DigitalEurope, in dem viele Branchengrößen wie Samsung, Apple, Xiaomi, aber auch Google, LG und Sky versammelt sind, teils absurde Gründe vor, die gegen eine Pflicht zur Reparierbarkeit sprechen sollen: Von Sicherheitsbedenken ist die Rede, einfacheren Zugriffen durch Hacker und dem „Verlust sensibler persönlicher, finanzieller oder beruflicher Daten“, wie die Kollegen von Netzpolitik.org zusammengestellt haben.

Die Qualität der Geräte würde unter den Vorgaben ebenso leiden wie das jeweilige Markenimage. Der einfache Schluss des Verbands: Nicht jede Werkstatt soll alles reparieren dürfen. Stattdessen will man Auswahl und Kontrolle von entsprechenden Betrieben in der eigenen Verantwortung wissen. Kurz gesagt hätten die Hersteller lieber Vertragswerkstätten, sodass Aufträge in der weit ausgestreckten, eigenen Hand bleiben.

Nachhaltigkeit muss nicht kompliziert sein, es kann auch einfach gehen:

Selbstreparierendes Ladekabel

Greenwashing oder echte Nachhaltigkeit? Ein schmaler Grat

Zumindest stellt man sich damit einer Pflicht zur Reparierbarkeit nicht grundsätzlich entgegen – das dürfte heutzutage auch mit einem betrechtlichen Imageschaden einhergehen, den man gerade vermeiden will. Apple etwa hat längst die Vorteile erkannt und will tätig werden.

Gleichzeitig begeben sich aber immer mehr Hersteller auf bestenfalls rätselhafte Wege, die vorgeblich zu mehr Nachhaltigkeit führen sollen. Bestes Beispiel: Der Verzicht aufs Ladegerät bei Smartphones, der viel eher als zusätzliche Einnahmequelle geeignet scheint, denn als sparsamer Umgang mit Ressourcen.