Smartwatch-Technik: Was ist eigentlich ein LTPO-Display?

Holger Eilhard 2

Die vor einigen Tagen vorgestellte Apple Watch Series 5 verfügt über ein sogenanntes LTPO-Display. Doch was versteckt sich hinter diesem Kürzel und was macht die Technik im Zusammen­hang mit der neuen Smartwatch so besonders?

Smartwatch-Technik: Was ist eigentlich ein LTPO-Display?
Bildquelle: Apple.

Apple Watch: LTPO-Display feierte schon in der Series 4 Premiere

Wer nur einen kleinen Ausschnitt aus dem Apple-Event am 10. September gesehen hat, könnte glauben, dass das LTPO-Display eine Neuheit für die Apple Watch Series 5 ist. Das Kürzel LTPO steht dabei für Low-Temperature Polycrystalline Oxide. Normalerweise setzen Hersteller bei der Fertigung von LCDs oder OLED-Display auf Low-Temperature Polycrystalline Silicon (LTPS), was bei AMOLED-Panels aber teuer sein kann. Die Alternative ist, wie PC World berichtet, der Einsatz von LTPO, eine Mischung aus LTPS und IGZO (Indium Gallium Zinc Oxide). Die Technik erlaubt auch kleine Displays, welche bei einer Smartwatch zum Einsatz kommen, ohne dass die Performance darunter leiden muss. Die Displays sind günstiger in der Produktion, bieten eine höhere Pixeldichte im Vergleich zu LTPS und sind gleichzeitig stromsparender.

LTPO kam schon in der Series 4 aus dem vergangenen Jahr zum Einsatz. Entsprechend gab es bereits schon im September 2018 erste Details zum Einsatz der Display-Technologie. Die Kollegen von PC World haben nun einen genaueren Blick auf die Series 5 geworfen, um herauszufinden, welche Vorteile sich bei der neuen Smartwatch ergeben.

Apple Watch Series 5: Promo-Video.

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Apple Watch: Stromsparendes LTPO-Display ermöglicht Always-on-Modus

Die größte Neuheit der diesjährigen Apple Watch ist das Always-on-Display, welches das manchmal störende oder schlicht nicht mögliche Bewegen des Handgelenks unnötig macht. Das Zifferblatt der Series 5 ist immer aktiv, wenn auch nur mit einem abgedunkelten Design. Erst mit einer Bewegung des Handgelenks aktiviert man die volle Helligkeit. Damit kann man – wie bei jeder herkömmlichen Uhr – auch aus dem Augenwinkel auf die Zeit schielen.

Der Bildschirm der Apple Watch Series 5 ist im inaktiven Modus ab sofort nur deutlich gedimmt und nicht vollständig abgeschaltet:

 

Diese Fähigkeit ist aber nicht alleine auf die Displaytechnologie zurückzuführen. Erst in Kombination mit anderen Komponenten, wie einem neuen Energie­treiber, Energiemanagement und ebenfalls neuen Umgebungslichtsensor, kann Apple in der Series 5 das Always-On-Feature aktivieren, ohne dass dabei die Akkulaufzeit leiden muss. So kann die Bildwiederholrate von 60 Hz auf bis zu 1 Hz reduziert werden.

Dabei wird im „inaktiven“ Modus nicht nur das Display der Smartwatch abgedunkelt, sondern auch einige Informationen ausgeblendet. So verschwindet etwa der Sekundenzeiger auf analogen Zifferblätter. Hat man einen weißen Hintergrund gewählt, ändert die Watch dieses automatisch auf Schwarz, um ebenfalls Strom zu sparen. Apple verspricht trotz des immer aktiven Displays „bis zu 18 Stunden Batterielaufzeit“.

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