Subnautica-Entwickler verlangt von Key-Reseller G2A 300.000 Dollar

Franziska Behner 3

Diese Forderung kommt nicht von ungefähr, denn die Keys, die bei Resellern angeboten werden, stammen häufig aus Käufen durch Kreditkartenbetrug. Der finanzielle Schaden bleibt aber an den Entwicklern hängen.

PR-technisch sieht es für G2A gerade eigentlich gar nicht so gut aus. Der Key-Reseller steht schon länger im Verdacht, durch Betrug erworbene Spiele-Keys zu verkaufen. Die vor Kurzem bekannt gewordenen Bestechungsversuche von Journalisten durch einen G2A-Mitarbeiter, tragen nicht wirklich zu einem positiveren Image bei. Ein Versuch die Wogen zu glätten, war die Etablierung eines Key-Blocking-Tools. Das soll Entwicklern die Möglichkeit geben, Listen von Keys, die nicht verkauft werden sollen, zu benennen und blockieren zu lassen.

G2A wollte 100 Studios zusammen bekommen, bevor sie das Tool entwickelt hätten. Aktuell sind gerade einmal 19 dabei, eine vollständige Liste wurde von G2A veröffentlicht. Charlie Cleveland, der Gründer von Unknown Worlds, dem Studio hinter Subnautica, hat da seine ganz eigene Meinung zu:

Bilderstrecke starten(37 Bilder)
Diese 18 Promis findest du auch in Videospielen

Cleveland glaubt zum einen, dass es Blödsinn sei, dass die Entwicklung eines Key-Blocking-Tools teuer ist. Zum anderen ist er der Meinung, dass G2A die Namen der Studios veröffentlicht hat, um alle anderen Entwickler vor den Spielern schlecht dastehen zu lassen. Cleveland berichtet auch, dass seine Firma 30.000 Dollar für Kreditkarten-Rückzahlungen bereitstellen musste, die durch den Betrug beim illegalen Kauf der Spiele-Keys entstanden sind. Bei dem Fall geht es um das 2012 erschienene Natural Selection 2.

Die Forderung von 300.000 Dollar geht auf eine weitere Image-Politur von G2A zurück. Die Seite bietet nämlich an, Entwicklern das Zehnfache von dem zurückzuerstatten, was sie durch Rückzahlungen verlieren

Warum zahlen Entwickler den Schaden den andere anrichten?

Wenn Keys auf illegalem Weg auf Key-Reseller-Seiten wie G2A landen, passiert das meistens mit geklauten Kreditkarten, beziehungsweise Kreditkartendaten. Die Keys werden auf legalen Plattformen gekauft und dann bei Key-Resllern weiter verkauft. Wird der Betrug erkannt, erfolgt in Regel eine Rückbuchung durch das Kreditkartenunternehmen. Die Kosten dafür bleiben dann am Entwickler hängen. Der Entwickler verliert also das Geld für den Key durch die Rückbuchung und muss diese dann auch bezahlen.

Wie hoch der Anteil an durch Betrug beim Key-Reseller gelandeten Keys ist, kann aber niemand wirklich sagen. Gerade Indie-Entwickler haben hier natürlich das Nachsehen, da ihnen auch „kleinere“ Summen schon wehtun können.

Original-Meldung vom 2. Juli 2019, 11:21 Uhr:

Indie-Entwickler sauer: „Wenn ihr euch ein Spiel bei G2A kaufen wollt, dann holt euch lieber eine Raubkopie!“

Key Reseller arbeiten in vielen Fällen mit dubiosen Quellen für ihre Spiele. Das schadet den Publishern sehr. Einer findet jetzt klare Worte.

Es gibt verschiedene Key Reseller, bei denen du Videospiele günstig erwerben kannst. Einer der bekanntesten ist G2A. Dort werden Spiele von kleineren und größeren Publishern angeboten. Wie Der Standard berichtet, macht G2A nun ordentlich Werbung bei Google und verleitet so viele Spieler dazu, die stark vergünstigten Keys zu kaufen, wenn sie nur den Spielenamen auf der Suchplattform eingeben.

Mike Rose, der Chef von No More Robots, sieht diese Entwicklung äußerst kritisch und äußert sich auf Twitter dazu mit einer klaren Meinung:

„Bitte, wenn ihr euch ein Spiel bei G2A kaufen wollt, dann besorgt euch lieber eine Raubkopie! Ernsthaft! Entwickler sehen so oder so keinen Cent, also wäre es mir recht, wenn auch G2A nicht daran verdient“

Weiter berichtet er davon, dass die Plattform Streamer gekauft haben soll, die sie nun natürlich verteidigen. Sie erklären in ihren Streams lang und breit, weshalb G2A überhaupt nicht so böse ist wie viele aktuell behaupten. Kaufen Spieler direkt im Stream einen Code via G2A, bekommt die Person vor der Kamera einen Prozentsatz der Einnahmen dadurch. Wie eine Art Provision also.

Twitch ist eine solche Plattform, auf der Streamer Spiele und Publisher (auch bezahlt) bewerben. Dazu gibt es Merchandise, wusstest du das?

Die GIGA-Modeshow – Wir haben das Twitch-Merchandise ausprobiert.

Das Verkaufen eines Spielekeys an sich ist hierbei nicht das Problem. Oft stammen die Codes allerdings aus Quellen, die nicht ganz (oder gar nicht) legal sind und sorgen daher für Ärger. Viele der Keys werden mit gestohlenen Kreditkarten gekauft, was großen Verlust für die Publisher bedeutet. Denn sie müssen den gesamten Verkaufspreis (plus eine Gebühr) zurückerstatten.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung