Die Reichweite gilt oft als entscheidendes Kriterium für oder gegen ein E-Auto. Es muss immer weiter gehen. Tesla-Chef Elon Musk sieht das inzwischen anders. Er erteilt den Reichweiten-Träumen der Tesla-Fans eine Absage.

 
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Musk macht eine Ansage: Teslas brauchen nicht mehr Reichweite

Was Elon Musk immer mal wieder via Twitter zum Besten gibt, muss man sich erstmals trauen: In einem seiner jüngsten Tweets stellt sich der Tesla-Chef gegen ein Mantra der E-Mobilität: E-Autos brauchen möglichst viel Reichweite. Nicht so laut Musk: Für ihn brauchen Teslas nicht viel weiter fahren können, als sie es derzeit schon tun.

Genauer gesagt sei schon die Reichweite von über 400 Meilen (rund 644 km) mehr als die meisten Fahrer nutzen würden. Ein E-Auto mit einer Reichweite nahe 1.000 km hätte Tesla schon vor einem Jahr bauen können, man habe sich aber dagegen entschieden, so der CEO weiter:

Zum einen eben, weil die bisherige Akkukapazität bereits selten voll ausgenutzt würde. Ein weiterer Grund: Die größeren und schwereren Batterien für extrem lange Reichweite würden zum Nachteil anderer Fahreigenschaften gehen. Musk nennt dabei die Beschleunigung und das allgemeine Fahrverhalten sowie die Effizienz seiner Stromer.

Tesla-Fans in Sorge um neue E-Autos

Musks Ansage hat einen offensichtlichen Nutzen: Mit der Konkurrenz durch Lucid Air, aber auch Mercedes oder Polestar sitzt Tesla schon längst nicht mehr bequem auf dem Reichweiten-Thron. Derzeit führt Mercedes mit dem EQS den Vergleich an. Wenn man auf Reichweite keinen Wert mehr legt, kratzt es auch nicht am Tesla-Image, wenn andere Hersteller mehr rausholen.

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Tesla-Fans, die sich unter Musks Beitrag sammeln, sind zwiegespalten: Manche würden auf bessere Beschleunigung durchaus zugunsten maximierter Reichweite verzichten. Andere geben sich mit dem Status quo zufrieden. Sorge macht hingegen, was Musks Ansage für die bereits angekündigten Modelle bedeuten könnte. Bisher wurde etwa für Teslas Cybertruck und den neuen Roadster eine höhere Reichweite angegeben. Das Model S Plaid+ als neuer Reichweite-Stern im Tesla-Portfolio hatte man ursprünglich vorgesehen, inzwischen aber wieder aus der Planung gestrichen.