In Kanada steht ein Mann vor Gericht, der zum falschen Zeitpunkt ein Nickerchen gemacht hat: Mit seinem Tesla bei 150 km/h unterwegs konnte ihn die Polizei nur mit Mühe stoppen. Der Fahrer war erst gar nicht aufzufinden – er hatte den Sitz nach hinten geklappt. Jetzt könnten ihm 10 Jahre Haft drohen.

 

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Auf Autopilot: Tesla-Schläfer droht lange Haft

Für die kanadische Polizei war es wohl eine Premiere: Eine Art Geisterauto würde ohne Fahrer bei hoher Geschwindigkeit auf dem Highway unterwegs sein. Tatsächlich war auf den ersten Blick niemand im Auto zu erkennen. Der Fahrer hatte den Autopiloten eingeschaltet, den Sitz nach hinten geklappt und war eingeschlafen. Der Tesla raste mit 140 km/h weiter – und ließ sich auch von der Polizei nicht sofort zum Anhalten bewegen. Ganz im Gegenteil beschleunigte er auf 150 km/h, als ihm das Einsatzfahrzeug kurz Platz machte. Die Bahn war schließlich frei.

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Ganz so lang ging die vermeintliche Geisterfahrt dann doch nicht weiter. Zur Überraschung der Polizisten befand sich tatsächlich ein Fahrer im Auto. Dieser hatte Teslas Autopiloten anscheinend ausgetrickst und nachträglich eine Vorrichtung zur Umgehung installiert. Tesla zufolge müssen Fahrer auch bei eingeschaltetem Autopiloten immer die Hände am Lenker haben.

Zunächst sah die Bestrafung noch recht glimpflich aus. Lediglich ein Strafzettel und ein Fahrverbot über 24 Stunden wegen Müdigkeit am Steuer sah die Gebührenordnung vor. Doch jetzt kommt der Fall vor Gericht, wie die Polizei Kanadas (RCMP) mitteilt. Wegen „Gefährlichen Fahrens“ wird nun Anklage erhoben, was in Kanada als strafrechtliches Delikt gilt. Hier drohen dem Fahrer nun bis zu zehn Jahre Haft.

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Polizei: Fahrer trägt die Verantwortung

Polizeichef Gary Graham kritisiert den Autopiloten von Tesla: „Es sind keine selbstfahrenden Systeme, die Verantwortung liegt beim Fahrer.“ Von Tricksereien an der Software hält er wenig überraschend gar nichts: „Obwohl die Hersteller Schutzvorkehrungen eingebaut haben, damit Fahrer die neuen Sicherheitssysteme in den Fahrzeugen nicht ausnutzen, sind diese Systeme genau das – zusätzliche Sicherheitssysteme.“

Simon Stich
Simon Stich, GIGA-Experte für Smartphones, Mobilfunk und die Gerüchteküche.

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