Tesla steht schon länger in der Kritik, weil teils sensible Daten über E-Autos und Fahrer gespeichert werden. Jetzt zeigt ein neuer Bericht des ZDF, wie schonungslos und ungefragt Tesla auch Videos speichert. Im Mittelpunkt steht ein Fall aus Berlin.

 

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ZDF-Bericht: Tesla speichert fast alles über E-Autos

Die Elektroautos von Tesla gelten als Speerspitze, wenn es um das intelligente Fahren geht. Da fallen natürlich eine ganze Menge an Daten an. Wie Tesla mit diesen umgeht, ist schon länger Gegenstand der Kritik. Sensoren und Kameras in den E-Autos erfassen diverse Daten und geben sie an Server des Unternehmens weiter – offiziell zur Produktverbesserung.

Dass eine massenhafte Speicherung von Daten und Videos echte Konsequenzen haben kann, zeigt ein Fall aus Berlin. Hier raste im Januar 2020 ein Tesla-Fahrer mit 120 km in der Stunde durch die Innenstadt. Zum Halten brachte ihn letztlich ein Ampelmast. Nach anschließender Fahrerflucht forderten die ermittelnden Personen Zugang zu sämtlichen Fahrzeugdaten, die sie dann auch von Tesla erhielten.

Teslas Bordcomputer lässt sich auch anderweitig nutzen, wie das Video zeigt:

Der Tesla wird zur Spielekonsole (Herstellervideo)

Dass Tesla ständig umfangreiche Daten sammelt, wundert auch Jürgen Bönninger von der Fahrzeugsystemdaten GmbH. Ihm zufolge beginnen intelligente Autos eigentlich erst wenige Sekunden vor einem Unfall mit der Datenaufzeichnung. Etwa zehn Sekunden nach dem Unfall wird die Aufzeichnung dann automatisch beendet. An derartige Einschränkungen hält sich Tesla allem Anschein nach nicht, obwohl das Unternehmen noch im September 2020 bestätigte, nur Unfälle aufzuzeichnen.

Tesla: Behörden erhalten Zugriff auf Videos

In den USA hat können Behörden zur Rekonstruktion eines Unfalls bereits auf umfassende Daten von Teslas zugreifen. Auch die Beschaffung von Videoaufnahmen sei kein Problem. Videos werden per Mobilfunk automatisch an Tesla übertragen, ohne den Fahrer darüber zu informieren (Quelle: ZDF).