Nur ein 1 Euro sollen 100 km Fahrt im E-Auto in Zukunft kosten. Das meint zumindest VW-Chef Herbert Diess. Doch die Rechnung dahinter ist wohl eher eine Wunschvorstellung. Tatsächlich dürften die Preise deutlich darüber liegen. Trotzdem kann der aktuell hohe Strompreis wieder fallen.

 

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VW-Chef: „Strom wird auf längere Sicht günstiger“

VW-Chef Herbert Diess will E-Auto-Fahrern Sorgen angesichts hoher Strompreise nehmen, die gerade neue historische Höchststände erreicht haben. Seiner Meinung nach wird sich der Strompreis in Deutschland bald in die entgegengesetzte Richtung drehen: „Strom wird nicht immer teurer, Strom wird auf längere Sicht günstiger“, erklärt der CEO von Volkswagen (Quelle: WirtschaftsWoche).

Dabei meint er nicht einfach nur günstiger als aktuell, sondern konkurrenzlos billig. Rechne man zusätzliche Kostenfaktoren wie Steuern und die EEG-Umlage heraus, werde Strom aus Solar- und Windanlagen derzeit für etwa 5 Cent pro Kilowattstunde produziert. So könne man für rund 1 Euro im E-Auto 100 km zurücklegen.

Das Problem: Selbst wenn alle Steuern und Zusatzkosten abgeschafft würden, steht Diess mit seiner Einschätzung derzeit praktisch allein. Strom wird nicht zum Erzeugerpreis verkauft. Und der Bedarf steigt dank E-Autos, auch Verbraucher wollen öfter auf Ökostrom umsteigen, der Bedarf der Industrie nach Atomkraft- und Kohleausstieg wird gigantisch.

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Deshalb und aufgrund des schleichenden Ausbaus erneuerbarer Energie gehen verschiedene Experten laut der Wirtschaftszeitung von steigenden Preisen für Deutschland aus. Diess habe allerdings recht damit, dass Wind- und Solarstrom günstiger produziert werden als sie bei den Endkunden ankommen.

Strompreise profitieren von Extra-Speicher durch E-Autos

Ändert sich etwas an der Preisgestaltung zum Vorteil der Stromkunden, wird das bei E-Auto-Fahrern deutlich zu spüren sein. Zum Vergleich: Der Spritpreis beträgt aktuell etwa 1,54 Euro pro Liter Super E10 (Quelle: ADAC). Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 7 Litern kosten 100 km so 10,78 Euro – gut das Zehnfache von Diess erhofften Langzeitpreisen für E-Autos.

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Das Beste: E-Autos können geladen werden, wenn der Strom günstig ist, meint Diess. Und dann – wie Tesla bereits vormacht und VW ebenfalls plant – als Stromspeicher das Netz erweitern. Geben die E-Auto-Akkus den Strom wieder ab, wenn die Preise steigen, könne man so Kosten stabilisieren.