Der Erfolg der Elektromobilität ist in Gefahr. Zu diesem Ergebnis kommt ein Branchenexperte und warnt vor steigenden Preisen. Schuld daran seien die durch den Krieg in der Ukraine teuren Rohstoffe. Wenn Hersteller keine günstigen Konditionen für E-Autos mehr anbieten, würde auch der Umstieg auf die E-Mobilität leiden.

Teure E-Autos: Experte rechnet mit Mehrkosten für Verbraucher

Schnäppchen beim E-Auto-Kauf sind in nächster Zeit wohl nur für ausgesuchte Glückspilze zu ergattern. Die Preise dürften im Gegenteil sogar anziehen, Hersteller gezwungen sein, Angebote für Elektroautos einzustellen oder ihre Mehrkosten an die Kundinnen und Kunden weiterzugeben. Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommt der Branchenexperte Pedro Pacheco vom IT-Marktforscher Gartner (Quelle: dpa via t3n).

Grund für die von ihm erwartete Preissteigerung am E-Auto-Markt ist in erster Linie das Metall Nickel. Russland ist einer der größten Exporteure von Nickel, der Angriff Putins auf die Ukraine hat den Nickelpreis in die Höhe schnellen lassen. Das Metall kommt in vielen E-Auto-Batterien zum Einsatz, die ohnehin noch immer als teuerste Komponente beim Bau von Elektroautos gelten.

Im Zuge des Kriegs in der Ukraine dürfte sich laut Pacheco auch die Chip-Krise weiter verschärfen. Schon in den vergangenen Jahren der Pandemie hatten viele Autobauer ihren Chipnachschub streng rationiert, teure Modelle beim Bau bevorzugt und so ordentlich an der Situation verdient. Die Ukraine ist aber international ein wichtiger Lieferant von Neon, einem Edelgas, das in der Chip-Produktion eine wichtige Rolle spielt.

Pacheco sieht daher den Spielraum für Hersteller schwinden, in dem sie attraktive Angebote machen können. Folgt man seiner Argumentation, dürften sich zudem die langen Wartezeiten für Neuwagen sobald nicht normalisieren.

Wer es noch schafft, sollte sich besser heute als morgen ein E-Auto zulegen:

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Sorge: Käufer könnten Interesse an Elektroautos verlieren

Nimmt man noch die neuen Corona-Fälle und daraus resultierende Lockdowns chinesischer Fabriken und Häfen dazu, braut sich wohl erneut ein ordentliches Donnerwetter für die Automobilindustrie zusammen. Laut Pacheco werde es in besonderem Maße E-Autos betreffen, aber auch in der Verbrenner-Mittelklasse werden Kunden die Auswirkungen zu spüren bekommen. Er erwartet, dass aufgrund hoher Preise und geringer Verfügbarkeit beide Marktsegmente leiden werden und das auf mindestens zwei Jahre.