Samsung-Katastrophe: Faltbare 2.000-Euro-Smartphones gehen reihenweise kaputt

Peter Hryciuk 14

Samsung hat zu Beginn der Woche ausgewählten Journalisten und Influencern das faltbare Smartphone Galaxy Fold ausgehändigt und für Tests überlassen. Bereits nach wenigen Tagen zeichnet sich ein Supergau für das Unternehmen ab. Die Displays gehen reihenweise kaputt – und das hat mehrere Gründe.

Samsung-Katastrophe: Faltbare 2.000-Euro-Smartphones gehen reihenweise kaputt
Bildquelle: Samsung.

Samsung Galaxy Fold: Faltbares Display verabschiedet sich

Seit gestern Abend häufen sich die Meldungen, dass nach nur wenigen Tagen der Nutzung des Samsung Galaxy Fold das faltbare Display kaputt geht. Es gibt dabei verschiedene Schäden zu melden. Mark Gurman hat folgende Bilder bei Twitter geteilt:

Zu sehen ist dort das Samsung Galaxy Fold, bei dem das halbe Display nicht mehr funktioniert. Der Schaden hat sich dann noch erweitert. Einige Stunden später ist das Display komplett ausgefallen und das Smartphone unbenutzbar geworden. Der Grund für den Schaden könnte selbst verursacht sein. Er hat nämlich eine Schutzfolie entfernt, die eigentlich Bestandteil der Displaystruktur ist. Wieso sich diese einfach entfernen lässt, muss Samsung erklären. Wenn so ein Layer zur Struktur eines Displays gehört, darf sich dieses nicht einfach abziehen lassen.

Im Grunde zum gleichen Zeitpunkt hat Steve Kovach ein kurzes Video bei Twitter geteilt. Auch sein Samsung Galaxy Fold ist nach nur einem Tag Nutzung defekt:

Sieht nach einem ähnlichen Fehler aus. In dem Fall spielt der Inhalt auf dem faltbaren OLED-Bildschirm verrückt und das Smartphone ist natürlich auch hier unbrauchbar. Samsung wollte zunächst keinen Kommentar abgeben.

Kurze Zeit später meldet sich der YouTube-Star Marques Brownlee auf Twitter zu Wort. Er hat ebenfalls den Fehler gemacht und versucht die Schutzfolie zu entfernen, die ja ein Teil vom Display ist, und der Bildschirm hat sich sofort verabschiedet. Sieht dann so aus:

Bei Dieter Bohn von The Verge sieht die Geschichte etwas anders aus. Er hat die Schutzfolie nicht angefasst, dafür aber einen anderen Schaden davongetragen. Ein Teil aus dem Inneren des Galaxy Fold drückt gegen das OLED-Display und hat einen sichtbaren Abdruck hinterlassen:

In dem Bereich haben sich dann auch die Pixel verabschiedet, sodass man einen deutlichen Schaden bei der Nutzung sieht, der sich im Laufe der Zeit verschlimmern kann. Wir vermuten, dass eventuell das Scharnier, das nicht komplett zugeklappt werden kann, in der Hosentasche zusammengedrückt wird und so Komponenten an das faltbare Display im Bereich des Scharniers kommen. Bestätigt ist das nicht. Andere vermuten, dass unter das Display Schmutzpartikel gelangt sind. Das Scharnier ist offen, sodass das durchaus der Fall sein kann.

So schön könnte das Samsung Galaxy Fold der 2. Generation aussehen:

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Galaxy Fold 2: So schön könnte Samsungs nächstes Falt-Handy aussehen.

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Samsung äußert sich zu den Schäden am Galaxy Fold

Samsung hat eine offizielle Stellungnahme veröffentlicht, in der beschrieben wird, dass die Folie Teil der Struktur des Displays ist und nicht entfernt werden soll. Das Unternehmen untersucht den Fall, will den Verkaufsstart am 26. April 2019 aber nicht absagen. Vielmehr soll ein größerer Hinweis aufgebracht werden, damit die Folie nicht entfernt wird. Was mit den Schäden ist, die trotz aufgebrachter Folie aufgetreten sind, hat Samsung nicht verraten.

Wenn man bedenkt, dass so viele Schäden in so kurzer Zeit bei nur wenigen ausgehändigten Geräten aufgetreten sind, muss man sich zurecht die Frage gefallen lassen, ob das Samsung Galaxy Fold nicht doch zu fragil für den normalen Nutzer ist. 2.000 Euro sind eine Menge Geld. Da dürfen solche Probleme nicht auftreten, auch wenn es sich „nur“ um die erste Generation einer Smartphone-Revolution handelt. Was denkt ihr?

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