Ace Combat 7 im VR-Test: Über den Wolken herrscht Krieg

Daniel Kirschey

Fliegen ist der große Traum der Menschheit gewesen. Inzwischen ist es vollkommen normal. Doch wie fühle ich mich, wenn ich mithilfe der PSVR in den Cockpit geworfen werde? Zeit es herauszufinden.

Du musst das unbedingt mal ausprobieren, Daniel“ redet Kollege Marco begeistert auf mich ein. „Du hast wirklich das Gefühl im Cockpit zu sitzen!“ Mein erster Gedanke galt meinem Magen. Denn, das muss ich hier zugeben, ich habe in einigen – zum Glück wenigen – Spielen Probleme mit Motion Sickness. Einfach gesagt: Mir wird’s speiübel, wenn in einem Ego-Shooter das sogenannte Field of View zu klein, das sogenannte Head Bobbing, also das Nicken und Schwanken des Kopfes, zu stark oder die Bewegungsgeschwindigkeit zu schnell ist.

Also dachte ich mir: Was soll schon passieren. ¯\_(ツ)_/¯ Damit es so real wie möglich wirkt, habe ich mir dann noch den THRUSTMASTER Joystick T-Flight Hotas 4 geschnappt, die VR-Brille aufgesetzt und los geht’s. Marco freut sich natürlich und gibt mir noch den Tipp mit, unbedingt die Expertensteuerung zu nutzen.

Im Video teste ich den VR-Modus und gleichzeitig die Standhaftigkeit meines Magens.

Ace Combat 7 im VR-Test.

Es wird hell. Die PSVR-Brille beginnt ihre Arbeit. Statt mich direkt in den Cockpit zu schleudern, lande ich erst einmal im Menü. So so, neben dem VR-Modus bietet Ace Combat 7 auch noch eine ganz normale Kampagne. Die werde ich mir wohl auch noch zu Gemüte fahren, aber zuerst zum VR-Ausflug. Angewählt und schon im Spiel. Statt aus der Verfolgerperspektive schaue ich dem Piloten direkt aus den Augen. Das ist schon mal ein Unterschied zur Kampagne, erklärt mir Marco.

Geschwindigkeit ist König

Das Cockpit sieht gut aus, die etwas geringere Auflösung stört wie meistens in der VR-Version nicht sonderlich. Direkt vor den Augen sieht trotzdem alles scharf auf. Ganz so ein immersives Gefühl wie ein Typ, der für die perfekte Erfahrung 25.000 Dollar in Equipment gesteckt hat, habe ich wohl nicht. Doch auch ich fühle mich wie ein echter Pilot.

Der Himmel brennt sich blau in meine Netzhaut. Viel Schatten gibt es nicht. Schließlich befinde ich mich auf einem Flugzeugträger mitten auf dem Ozean. Der Tower gibt an mich weiter, dass mein Flügelmann schon starten darf. Kurz warte ich, dann bin ich dran.

 

Sobald ich freie Fahrt habe schiebe ich den Schub-Knüppel nach vorne und den Steuerungsknüppel nach hinten. Der Düsenjet jagt los und hebt ab. Meine Lippen verziehen sich zu einem Grinsen. Denn während ich den Steuer- und Schub-Knüppel bewege, reagieren auch ihre digitalen Pendants im Düsenjet. Das unterstreicht die Illusion wirklich im Cockpit zu sitzen. Leicht ist die Steuerung nicht. Ein bisschen muss ich mich einarbeiten. Doch das geht schneller als ich dachte.

Mein Magen ist noch ruhig. Der Himmel bis auf ein paar Wolken frei. Fliege ich durch sie hindurch, perlen Wassertropfen von der Frontscheibe. Gemütlich gleite ich mit einer ungeheuren Geschwindigkeit dahin. Dann passiert es. Feindliche Flugzeuge tauchen auf dem Radar auf. Endlich gibt’s etwas, dass ich vom Himmel schießen kann. Leicht den Schubknüppel nach hinten ziehen, Geschwindigkeit herausnehmen. Sonst bin ich einfach zu schnell an den Bombern die träger fliegen vorbei.

Es ist Krieg

Kugelsalven und Raketen schießen mir um den Kopf. Dann ist ein Bomber anvisiert, ein Knopfdruck später, entfaltet sich eine Feuerblume und schwarzer Rauch qualmt, wo eben noch der das Flugzeug war. Schnell eine Kehrtwende machen: Mein Düsenjet legt sich auf die Seite, mein Magen hüpft kurz, dann geht es wieder. Doch plötzlich erwischt mich eine Rakete – irgendwo – keine Ahnung wo – die Steuerung fällt aus.

Vorbei ist der Traum des Fliegens. Der Ozean kommt rasen schnell näher. Der Steuerknüppel ist ganz nach hinten gezogen, ich versuche verzweifelt die Nase des Düsenjets nach oben zu bekommen. Da ist das mulmige Gefühl in der Bauchgegend. Mir wird es leicht übel. Mit einem saftigen Klatscher treffe ich auf das steinharte Wasser und diesmal entfaltet sich die Feuerblume fett und grell mitten in meinem Kopf, tritt nach unten in den Magen aus. Dann Stille und Schwärze. Game Over.

Bock auf VR bekommen? Dann schaue mal hier hinein.

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Ja, ganz zum Schluss ist es mir kurz schlecht geworden. Aber das wäre es einem Pilot in dieser Situation wohl auch. Ace Combat 7 lädt einen Checkpoint und ich kann wieder in die Luft abheben. Der blaue Himmel wartet. Die Übelkeit ist verzogen. Ich bin bereit für einen neuen Versuch. Mein Kollege hatte vollkommen recht. Ace Combat 7 im VR-Modus ist ein Erlebnis.

 

 

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