Kingdom Hearts 3 im Test: Eine traumhafte Reise in die Vergangenheit

Lisa Fleischer

Selten ist mir ein Spiel so sehr ans Herz gegangen wie Kingdom Hearts 3. Die Serie begleitete mich durch die PlayStation 2-Ära – der dritte Teil weckt die besten Erinnerungen daran. Vor allem aber führt er mich erneut durch all die Disney- und Pixar-Filme, die ich in meiner Kindheit so geliebt habe.

Hier großartig auf die Geschichte von Kingdom Hearts 3 einzugehen, würde diesen Test sprengen. Darum haben wir uns dazu entschieden, schon bald einen extra Artikel zu veröffentlichen, in dem wir die Story Revue passieren lassen – sobald er fertig ist, werden wir ihn dir an dieser Stelle verlinken. Die Eckdaten: Schlüsselschwertträger Sora reist mit seinen steten Begleitern Donald Duck und Goofy durch zahlreiche Welten, um sie vor der Dunkelheit zu bewahren, während die neue Organisation 13 unter der Führung von Antagonist Meister Xehanort versucht, die Balance zwischen Licht und Dunkelheit herzustellen. Auf ihrer Reise schließen sie neue Freundschaften, lachen zusammen, meistern aber auch Momente des Zweifels und der Trauer.

Begegnungen mit dem Besten von Disney

Ich beginne also meine Reise – und treffe schon gleich in der ersten Welt auf Hercules, der nicht nur ein alter Bekannter in der Serie, sondern zufällig auch einer der ersten Disney-Helden ist, mit denen ich in meiner Kindheit in Kontakt gekommen bin. Später folgen erste Begegnungen mit Woody und Buzz aus Toy Story, Mike und Sully aus Die Monster AG und Rapunzel aus dem gleichnamigen Film von 2010. Und sogar Rémy aus Ratatouille findet einen Platz in Kingdom Hearts 3 – auch wenn seine Welt, in dem Fall wahrscheinlich Paris, von Sora, Donald und Goofy gar nicht besucht wird.

Die Welten in Kingdom Hearts 3: In Kingdom Hearts 3 gibt es 10 Hauptwelten und dann noch einige Welten, die du nur kurz besuchst. Dazu zählen: Twilight Town und der mystische Turm, die die Entwickler selbst entworfen haben, die Monster AG-Welt Monstropolis, Arendelle aus Die Eiskönigin: Völlig unverfroren, Olymp aus Disneys Hercules, Toy Box aus Toy Story, Kingdom of Corona aus Rapunzel: Neu verföhnt, 1000 Acre Wood aus Winnie Puh, San Fransokyo aus Baymax: Riesiges Robowabohu und The Caribbean aus Fluch der Karibik.

Das weckt Erinnerungen, schließlich gehören Disney- und Pixar-Filme zu meinen All-Time-Favorites. Besonders machen diese Erfahrungen aber erst, dass Kingdom Hearts 3 die Film-Referenzen nicht eins zu eins nacherzählt, sondern – wie für die Serie üblich – immer einen eigenen Dreh findet. Die Welt der Monster AG besuchst du beispielsweise erst nach den Geschehnissen des Films und erfährst so, was aus Mike und Sully inzwischen wurde.

Die erste Szene von Kingdom Hearts 3 hat Publisher Sqaure Enix inzwischen schon veröffentlicht – hier kannst du sie dir angucken und damit noch mehr Lust auf das Spiel machen.

Kingdom Hearts 3 - Opening Movie Trailer.

Rémy ist nach wie vor der kleine Koch – arbeitet inzwischen aber für einen ganz anderen Disney-Charakter. Dadurch profitierst auch du von seinen phänomenalen Kochkünsten – Koch-Mini-Spiel á la Cooking Mama inklusive. Und Rapunzels Geschichte wird so umgeschrieben, dass auch deine drei Hauptcharaktere eine entscheidende Rolle darin spielen. Das lässt dich einen ganz anderen Blick auf die tollen Kindheitsgeschichten werfen – und gleichzeitig aktiv daran teilhaben, auch wenn die Entscheidungsfreiheit aufgrund des linearen Charakters von Kingdom Hearts natürlich kaum vorhanden ist.

(K)eine neue Ära

Bevor du deine Reise überhaupt richtig antreten kannst, werden dir anhand der ersten Welt erst einmal die grundlegenden Gameplay-Mechaniken erklärt. Diese sind relativ deckungsgleich mit den alten Teilen – dementsprechend nostalgisch fühlt sich Kingdom Hearts 3 auch an. Für mich ist das genau das Richtige, schließlich habe ich schon die PS2-Teile geliebt. Wer an moderne Rollenspiele oder Action-Adventures gewöhnt ist, könnte sich daran aber stören, ist das Spiel doch gerade am Anfang relativ repetitiv und ziemlich einfach.

Auch die Grafik hat sich zwar verbessert, ist aber noch lange nicht beim Status Quo angekommen, teilweise hast du selbst auf der PlayStation 4 Pro unschöne Pixel-Umrandungen bei 3D-Charakteren. Immerhin ist das Spiel schön bunt, an jeder Ecke strahlen dir die verschiedensten Farben entgegen und die Soundkulisse ist phänomenal – ganz zu schweigen vom tollen Soundtrack inklusive Skrillex-Titelsong. Und zum Glück kannst du frei wählen, ob deine Kamera klassisch fixiert sein soll oder ob du sie frei bewegen willst.

Die Spielzeit von Kingdom Hearts 3: Grob geschätzt beträgt die Spielzeit von Kingdom Hearts 3 zwischen 30 und 40 Stunden, je nachdem wie groß dein Erkundungsdrang ist. Spielst du nach Abschluss der Story noch weiter, kannst du sogar noch mehr Stunden in das Spiel investieren. Überspringst du hingegen jede Cutscene und konzentrierst dich nur auf das Gameplay, kannst du das Spiel sogar in 15 Stunden abschließen – wie unser Kooperationspartner PowerPyx.

Inzwischen haben es auch einige Pixar-Welten in Kingdom Hearts geschafft – doch wie gut kennst du dich mit ihnen überhaupt aus?

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In den ersten zwei bis vier Stunden lernst du also das Kämpfen – auch wenn sich dies in den Spielverlauf einfügt, fühlt es sich deutlich zu lange und zu monoton an. Schließlich sind die meisten Mechaniken leicht zu lernen, außerdem werden sie ähnlich ausgelöst, selbst wenn sie unterschiedliche Auswirkungen haben. Hinzu kommt, dass die Tutorial-Sequenzen immer gleich ablaufen: Mit einer langen Cutscene wird dir die Rahmengeschichte erklärt, dann erkundest du das Schlauchlevel, sammelst Gegenstände, für die du noch gar keinen Gebrauch hast, verkloppst im Kampf dank Hack-and-Slay-Mechanik im Handumdrehen Gegner und dann geht alles wieder von vorne los: Cutscene, erkunden, Gegner verkloppen und immer so weiter.

Abwechslung im Gameplay: Die Mischung macht’s

Zum Glück gesellen sich nach dieser langen Tutorial-Sequenz aber nach und nach neue Mechaniken hinzu: Du rufst Disney-Charaktere wie Ralph aus Ralph reichts oder Simba aus König der Löwen herbei, um gewaltige Koop-Attacken auszuführen. Du lässt dein Schlüsselschwert transformieren, um besondere Kombos hinzuzugewinnen. Oder du rufst Attraktionen wie das Karussel oder die Wildwasserachterbahn herbei, um Gegner mit einem spektakulären Move zu schwächen.

Außerhalb der Kämpfe gibt es ebenfalls so einiges zu tun: Mit deinem Gummi-Jet fliegst du durch das Weltall und besiegst in alter Shoot-em-Up-Manier mal ganz kleine, mal riesig große Raumschiffe. Und in den einzelnen Welten finden sich verschiedene Gameplay-Mechaniken, die sich perfekt in das jeweilige Thema einfügen: In der Monster AG wird das Laufen teilweise durch das Schlitter auf den Stangen, an denen die Schranktüren transportiert werden, ersetzt. Hier verkloppst du Gegner auch nicht mehr mit deinem Schwert, sondern du beschießt sie aus der Ferne mit Magie.

Es gibt sogar Umgebungsrätsel, in denen du massive Gegenstände von einem höher gelegenen Punkt aus angreifen sollst – den es erst einmal zu finden gilt. Und auf deinem Gummi-Fon, mit dem du mit Chip und Chap kommunizierst, finden sich Retro-Minispiele, mit denen du dich vom restlichen Spiel ablenken kannst. So vielfältig deine Aufgaben später sind, ist es vielleicht ganz gut, dass dir anfangs die grundlegenden Mechaniken erklärt werden und dann nach und nach neue Dinge hinzukommen. Dadurch habe ich mich zu keinem Zeitpunkt überfordert gefühlt.

Noch mehr wichtige Informationen zu Kingdom Hearts 3 haben wir dir in folgendem Artikel zusammengefasst:

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Das ist Kingdom Hearts 3: Welten, Plattformen, Charaktere und mehr Infos

Bei den ganzen Mechaniken werden selbst die unterschiedlichen Tasten auf der PS4 irgendwann zu wenige. So liegt später das Interagieren mit Charakteren und Gegenständen auf derselben Taste wie das Auslösen von temporären Spezialattacken. Das führt dazu, dass ich teilweise Attraktionen herbeirufe, obwohl ich eigentlich eine Truhe öffnen will, aber offenbar im leicht falschen Winkel stehe – ärgerlich, aber definitiv kein Gamebreaker.

Release, Plattform, Sprache und Demo von Kingdom Hearts 3: Kingdom Hearts 3 erscheint am 29. Januar 2019 für die PlayStation 4 und Xbox One. Die Sprachausgabe ist auf Japanisch und Englisch beschränkt, es gibt aber deutsche Untertitel. Eine Demo von Kingdom Hearts 3 gibt es zwar nicht im Store zum Download, dafür tourt GameStop gerade gemeinsam mit Square Enix durch Deutschland, um eine Test-Version des Spiels an ausgewählten Standorten zu präsentieren.

Test-Fazit zu Kingdom Hearts 3: Eine traumhafte Reise in die Vergangenheit

Ja, Kingdom Hearts 3 weist keine neuen Wege, sondern beruft sich auf die altbewährten Tugenden der Serie. Genau das macht das Spiel aber ironischer Weise so gut: Ich fühle mich in die besten Tage meiner Kindheit zurückversetzt, ohne dass ich auf eine solide Grafik und eine frei bewegbare Kamera verzichten müsste, und lerne darüber hinaus eine ganz neue Seite an all den Disney- und Pixar-Charakteren kennen, zu denen ich damals aufgeschaut habe.

Und auch wenn das Gameplay anfangs noch repetitiv ist, gesellen sich später so viele mögliche Aktionen, Sammelaufgaben und Gameplay-Elemente hinzu, dass mir mit jeder dazugewonnen Spielstunde nicht etwa langweilig wird, sondern meine Neugier von Mal zu Mal mehr befriedigt wird – da können sich aktuelle Singleplayer-Spiele noch eine Scheibe von abschneiden.

Wird dir gefallen, wenn du sowieso schon Fan der Kingdom Hearts-Reihe bist, du Disney- und Pixar-Filme liebst und eine Geschichte schätzt, die den Spagat zwischen lustig und traurig perfekt meistert und deine Gefühle durcheinanderwirbelt.

Wird dir nicht gefallen, wenn für dich die Grafik bei Spielen immer auf dem allerneusten Stand sein muss und dir Spiele gar nicht schwer genug sein können.

Hast du jetzt auch Lust auf Kingdom Hearts 3 bekommen, kannst du es bestellen und dann pünktlich zum Release in den Händen halten. Wirst du es dir holen? Auf was bist du schon am meisten gespannt? Welche Welt interessiert dich am meisten? Schreibe es uns unten in die Kommentare.

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