Im Preissegment bis 700 Euro tummeln sich viele Notebooks, die um die Gunst der Kunden buhlen. Ein ziemlich junger beziehungsweise frisch überarbeiteter Vertreter ist das neue Huawei Matebook D14, quasi der kleinere Bruder des Matebooks D15. Huawei preist das D14 als „ultradünn“ und „leistungsstarkes Leichtgewicht“ an. Ob das Gerät hält, was der Hersteller verspricht, zeigt der Test von GIGA.

 

Huawei MateBook

Facts 
Huawei MateBook

Jetzt, da die Huawei-Smartphones nicht mehr mit den so elementaren Google-Services ausgestattet sind, ist das Unternehmen umso mehr auf ein zweites Standbein angewiesen. Das könnten die Huawei-Notebooks sein, auch unter dem Namen Matebook bekannt. Erst vor kurzem veröffentlichte das Unternehmen einen ganzen Schwung neuer und geupdateter Notebooks, darunter auch das Huawei Matebook D14.

Statt auf Intel-Technik setzt Huawei beim D14 auf die Power einer AMD-Ryzen-5-3500U-CPU. Dazu gibt es einen 55-Wattstunden-Akku, ausreichend Speicher und ein helles Display, das von einem dünnen Rahmen umspannt wird. Verpackt ist das alles in einem Gehäuse aus Aluminium, das schlicht und elegant daherkommt. Weitere Stärken sind die kompakten Abmessungen und ein mit knapp 1,4 kg geringes Gewicht.

Unser Test-Fazit zum Huawei Matebook D14

Das Matebook D14 ist definitiv keine kraftvolle Spiele-Maschine und kein potentes Arbeitstier für anspruchsvolle Videobearbeitungen und Co. Das darf man aber auch nicht von einem Gerät dieser Preisklasse erwarten, schließlich kostet das D14 verhältnismäßig geringe 699 Euro.

Es ist vielmehr ein dünner und leichter Allrounder für gängige PC-Arbeiten, zum Surfen, für ein paar Spielchen und sonstige Unterhaltung. Er glänzt vor allem mit seinem hochwertigen Aluminium-Design, dem ausdauernden Akku sowie einer mehr als solider und dem Preis angemessener Performance. Ein paar Details hätte Huawei besser lösen können. Das ist aber gerade in dieser Preisklasse Meckern auf hohem Niveau.

Huawei MateBook D 14

Huawei MateBook D 14

Vorteile:

  • Edles Design und hochwertige Verarbeitung
  • Solide AMD-Power
  • Ausdauernder Akku
  • Kompakte Abmessungen
  • Geringes Gewicht

Nachteile:

  • Unvorteilhafte Froschperspektive der Kamera
  • Unter Volllast recht laut
  • Geringe Farbtreue des Displays
  • Arbeitsspeicher nicht erweiterbar
  • Nur ein USB-3.0-Anschluss

Die GIGA-Testwertung zum Huawei Matebook D14

  • Verarbeitung, Haptik & Design: 4,5/5
  • Display: 4/5
  • Video & Audio: 3/5
  • Performance: 3/5
  • Konnektivität & Speicher: 4/5
  • Akku & Alltag: 4,5/5

Gesamtwertung: 76%

Huawei Matebook D14 bei MediaMarkt

Verarbeitung, Haptik & Design: Edel und hochwertig

Das Huawei Matebook P40 hinterlässt einen hochwertigen Eindruck. Die Front ist schlicht, elegant und glatt – abgesehen vom mittig platzierten Herstellerlogo. Gefertigt ist das Gehäuse aus Aluminium statt billigem Plastik – in dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit. Die Dicke des Gerätes liegt bei knapp unter 1,6 cm. Es gibt zwar noch dünnere Geräte, aber im Verhältnis zum Preis ist das hier gezeigte mehr als in Ordnung, es braucht sich im Vergleich zu anderen flachen Notebooks nicht zu verstecken.

Das Scharnier ist schön stramm, sodass sich das nur knapp 1,4 kg schwere Notebook auch problemlos mit einer Hand herumtragen lässt. Die Verarbeitung war bei unserem Testgerät tadellos. Mit dem Matebook D14 kann man sich auch guten Gewissens in einem Café oder dem Meeting auf der Arbeit blicken lassen. Zumal die matte Front auch nicht gleich voller Fingerabdrücke ist.

Display: Dünner Rahmen und Full-HD

Im Matebook D14 steckt, der Name lässt es bereits erahnen, ein 14 Zoll großes IPS-Display. Auf 35,5 cm Diagonale wird eine Auflösung von Full-HD, sprich 1.920 x 1.080 Pixel dargestellt. Was heute von fast jedem Mittelklasse-Smartphone mit viel kleinerem Bildschirm getoppt wird, ist für Laptops dieser Größe üblicher Standard und reicht für ein detailreiches Bild. Die Helligkeit ist für diese Geräteklasse überdurchschnittlich hoch, die Farbwiedergabe hätte aber gerne etwas besser ausfallen dürfen.

Positiv ist, dass sich das Display um 180 Grad aufklappen lässt. Dank Blickwinkelstabilität bleibt die Anzeige in jedem Winkel wunderbar lesbar. Da das Display matt und entspiegelt ist, gibt es selbst im Freien kaum nervende Reflektionen. Umrahmt wird das Display von einem mit 6 mm angenehm dünnen Rahmen. Die Folge ist, dass das Gerät mit einer Breite von 32,3 cm ungefähr so klein ist wie manche Kontrahenten mit einem 13,3-Zoll-Display – trotz größerer Bildschirmdiagonale. Damit eignet sich das Notebook auch fürs mobile Arbeiten.

Video & Audio: Ungewohnte Kameraposition, dafür Dolby Atmos an Bord

Eine weniger vorteilhafte Konsequenz des schmalen Displayrahmens ist, dass die vorhandene 1-Megapixel-Webcam nicht am gewohnten Platz über dem Display untergebracht werden konnte. Hier haben sich die Ingenieure von Huawei (wie schon beim Vorgänger) etwas recht Spezielles einfallen lassen. Sie haben die Kamera zum Ausklappen zwischen den Tasten F6 und F7 in der Tastatur versteckt.

Die Aufnahmen mit der Webcam erfolgen durch die ungewöhnliche Position leider aus einer wenig vorteilhaften Froschperspektive. Für seriöse Videokonferenzen oder Video-Chats mit den Liebsten ist das eher nichts. Am besten, ihr schafft euch hierfür eine separate Webcam an. Ein weiterer Nachteil: Gleichzeitiges Tippen gibt dem Gegenüber die Möglichkeit, eure Maniküre auf den Prüfstand zu stellen. Vorteilhaft ist hingegen, dass Sicherheits-Fans die Cam einfach einklappen können, statt sie mit Klebeband abkleben zu müssen.

Laptops werden gerne als mobile Unterhalter genutzt. Für Bewegtbild mit Ton wartet das Gerät mit Dolby Atmos auf, was den Klang gerade bei Filmen deutlich aufwertet. Videos laufen flüssig, die Bildqualität ist gut und die Akkulaufzeit reicht für zwei bis drei Filme am Stück. Die Lautsprecher klingen (wie bei den meisten Notebooks) etwas dünn und können aufgrund ihrer Ausrichtung nach unten auch nicht so frei aufspielen. Bei Bedarf gibt es dafür einen Klinkenanschluss für Kopfhörer und Headsets.

Performance: Dem Preis angemessene AMD-Power

Bei der Beurteilung der Performance dürfen wir nie den recht günstigen Preis von 699 Euro aus den Augen verlieren. Für das Geld bekommt ihr einen AMD Ryzen 5 3500U mit bis zu 3,7 GHz Taktrate. Zwar steht mit der 4000er-Reihe der Nachfolger bereits in den Startlöchern. Die Leistung reicht trotzdem für die alltäglichen Dinge des Lebens aus. Dazu gibt es 8 GB DDR4-RAM mit 2.400 MHz – leider nicht erweiterbar.

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Ein paar einfache Spiele sind dank der recht potenten On-Board-Grafik Radeon Vega 8 problemlos möglich. Etwas anspruchsvollere Spiele sind auf dem Matebook D14 teils auch noch spielbar, wenn auch nicht wirklich gut, wie uns beim Spielen von Asphalt 9: Legends aufgefallen ist. Hier merkt man die limitierten Möglichkeiten der GPU, die dann nahezu durchweg am Anschlag schuften muss. Dann kann das Matebook D14 schon einmal etwas ausfallend werden, ist aber nie unangenehm laut. Beim normalen Arbeiten säuselt der Lüfter vor sich hin, das Gerät bleibt dabei akustisch schön dezent im Hintergrund. Auch wurde das Notebook im Test nie so heiß, dass er auf dem Schoß liegend euch die in Shorts verpackten Beine verbrennt.

Konnektivität & Speicher: Leider nur einmal USB 3.0

Auf den ersten Blick bietet das Matebook D14 eine solide Anschluss-Armada. Neben einer vollwertigen HDMI-Buchse für einen externen Monitor gibt es einen Klinkenanschluss, zwei USB-Anschlüsse vom Typ A (1x USB 3.0, 1x USB 2.0) und einen USB-C-Port. Etwas enttäuschend: der USB-Anschluss vom Typ C wird beim Laden des Gerätes mit dem mitgelieferten Netzteil belegt. Zwar kann er auch als Datenverbindung genutzt werden, arbeitet dann aber nur mit USB-2.0-Tempo. Somit gibt es leider nur einen schnellen USB-3.0-Port. 

Das neue Wifi 6 fehlt ebenfalls. Stattdessen gibt es „nur“ WLAN-ac mit 2,4 und 5 GHz sowie Bluetooth 4.2. Apropos Daten: Für diese steht euch eine 512 GB große NVMe-SSD zur Verfügung. Optionale Konfigurationen mit mehr Speicher bietet Huawei nicht an. Immerhin dürfte der erhältliche und schnell agierende Speicherplatz für die meisten Verwendungszwecke ausreichen, wer doch mehr braucht, kann eine externe SSD anschließen.

Akku & Alltag: Ausdauernd und nützlich

Die AMD-CPUs hinken bei der Energieeffizienz der Konkurrenz aus dem Hause Intel nach wie vor etwas hinterher. Dennoch schafft das schlanke Matebook D14 erstaunlich gute Akkuwerte. Je nach Nutzung liegt die Ausdauer bei um die 6 Stunden – dem 55 Wattstunden großen und nach zwei Stunden Ladezeit wieder vollem Akku sei Dank. So ist das Gerät ein gerne gesehener Begleiter, der abhängig von der Forderung nahezu einen Arbeitstag übersteht und dennoch nicht sonderlich schwer ins Gewicht fällt.

Die verbaute Kamera ist leider nicht für die Anmeldung per Gesichtserkennung mit Windows Hello geeignet. Immerhin gibt es einen Fingerabdruckssensor im rechts neben der Tastatur untergebrachten Powerknopf. Das reicht auch für ein rasantes Einloggen im System aus, das im Test zuverlässig funktioniert hat.

Das Touchpad reagiert zügig und präzise. Die Klickbereiche könnten etwas leiser sein. Die Druckpunkte der Tasten der Tastatur sind recht knackig, sodass sich insgesamt ein recht präzises Tippgefühl einstellt. Nach kurzer Eingewöhnung klappt das Tippen auf dem Gerät gut, wie dieser auf dem Huawei Matebook D14 geschriebene Test belegt. Zudem ist die Tastatur in zwei Stufen beleuchtet, was in dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit ist.

Huawei Matebook D14: Empfehlung und Alternativen

Wer keine Wunderdinge von einem Laptop erwartet, sondern ein leichtes und günstiges, aber dennoch für den Alltag ausreichend potentes Gerät sucht, ist mit dem Matebook D14 gut bedient.

Mehr Power für Bildbearbeitung: Das Asus ZenBook 14

Asus ZenBook 14 UX433FAC-A5154T

Asus ZenBook 14 UX433FAC-A5154T

Müsst ihr mit eurem Laptop Bilder bearbeiten und erwartet ihr deshalb mehr Leistung, solltet ihr euch alternativ das Asus ZenBook 14 anschauen. Mit um die 899 Euro ist es zwar etwas teurer, ist dafür aber auch mit einem Intel Core i5 10210U, 16 GB RAM und 512 GB SSD ausgestattet. Die integrierte Grafikkarte Intel UHD Graphics 620 reicht allemal zur Bildbearbeitung aus, für Top-Spiele ist der Laptop damit aber ebenfalls nicht gerüstet.

Preis-Leistungs-Alternative: Das Honor MagicBook 14

Honor MagicBook 14 - Mystic Silver

Honor MagicBook 14 - Mystic Silver

Wer hingegen eher weniger für das neue Notebook ausgeben möchte, der kann sich bei Huaweis Tochterunternehmen Honor umsehen. Hier gibt es das 599 Euro günstige Honor MagicBook 14 – eine absolute Preis-Empfehlung! Auch hier ist die Kamera in der Tastatur versteckt, wodurch der Aufnahmewinkel etwas ungünstig ist. Die integrierte SSD ist halb so klein wie beim Matebook 14, außerdem verfügt es über weniger Anschlüsse.

Huawei Matebook D14: Technische Daten im Überblick

Display 14 Zoll IPS-Display, Full-HD, matt & entspiegelt
Prozessor AMD Ryzen 5 3500U
Grafikkarte Radeon Vega 8 Graphics
Speicher 512 GB PCIe SSD
Arbeitsspeicher 8 GB 2.400 MHz DDR4
Anschlüsse
  • 1x USB Typ C
  • 1x HDMI
  • 1x 3,5 mm Kopfhörerausgang
  • 1x USB 3.0 (Typ A)
  • 1x USB 2.0 (Typ A)
Akku 56 Wh
Verbindung Wi-Fi: IEEE 802.1, 2,4 und 5 GHz
Bluetooth: BT 5.0
Gewicht ca. 1,38 kg
Preis 699 Euro

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Marcus Schwarten, GIGA-Experte.

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