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Suicide Squad: Kill the Justice League im Test - Enttäuschender Loot-Shooter

In Suicide Squad: Kill the Justice League spielt ihr keine Superhelden, sondern Bösewichte aus dem DC-Universum. (© GIGA / Warner)

Die Entwickler der Batman-Arkham-Spiele wählen einen frischen Ansatz. Denn in diesem Live-Service-Spiel von Rocksteady erlebt ihr das DC-Universum aus der Perspektive der Bösewichte. Währenddessen dominieren repetitives Gameplay, schlechte Witze und unbefriedigende Fortbewegungsmechaniken. Hier kommt der Test der PS5-Version.

 
Suicide Squad: Kill the Justice League
Facts 
Suicide Squad: Kill the Justice League

Antihelden statt Superhelden

Suicide Squad: Kill the Justice League ist ein Third-Person-Shooter, der einen neuen Schauplatz einführt. Wo ihr euch in den Batman-Spielen um die Sicherheit von Gotham City kümmert, geht es jetzt nach Metropolis, der Heimat von Superman und der Justice League.

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Doch ihr erkennt die Stadt nicht wieder, weil der Alien-Oberbösewicht Brainiac bei der Invasion der Erde niemanden verschont hat. Dank Gehirnwäsche kontrolliert er die Helden der Justice League und hat die meisten Einwohner in Sand-Statuen oder Aliens verwandelt.

Metropolis ist eine menschenleere Open-World, über die Bösewicht Brainiac wacht. (Bildquelle: Screenshot GIGA)

Jetzt kommt ihr ins Spiel. Als Schurken-Quartett, bestehend aus Harley Quinn, Deadshot, Captain Boomerang und King Shark. Diese kriminellen Außenseiter beauftragt Regierungsagentin Amanda Waller damit, die Erde zu retten.

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Danach seid ihr als Task Force X unterwegs und seid Marionetten der Regierung. Falls ihr eure Befehle nämlich nicht befolgt, sprengt Agent Waller die in euren Köpfen platzierten Mikrobomben. Euer Ziel ist fortan klar: Tötet die Justice League.

Ein Spiel für Vier

Jetzt fragt ihr euch bestimmt, wie drei verrückte Menschen und ein Hai gegen die Superkräfte von Green Lantern, Batman, Superman und anderen halbgottartigen Helden eine Chance haben. Mit Waffen und technischen Spielereien, die echten Superkräften nahekommen.

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Ihr feuert mit Mini-Guns, Shotguns oder Scharfschützengewehren. Dazu werft ihr Granaten und könnt Höhenunterschiede mit Jetpacks oder gewaltigen Sprüngen überwinden.

Suicide Squad: Kill the Justice League
Suicide Squad: Kill the Justice League

Und das Ganze erlebt ihr dauerhaft als Vierer-Team. Entweder mit Freunden im Koop-Modus oder als Einzelspieler mit drei zusätzlichen Bots. Wann immer ihr wollt, könnt ihr euren Charakter wechseln. Verpflichtend ist dennoch der Online-Zwang, der per zukünftigem Patch aber wegfallen soll.

Kriegsentscheidend sind Charakterwechsel zu keiner Zeit. Dafür ähneln sich die Spielweisen der Protagonisten zu sehr. In manchen Missionen bekommt ihr mit einem der Antihelden aber mehr Erfahrungspunkte. Warum? Das wissen nur die Entwickler. Eingebettet in die Story sind die vorgeschlagenen Wechsel in keiner Weise.

Fortbewegung mit Frust-Potenzial

Bereits im Tutorial ist die Fortbewegung ein zentrales Element. Jedes Mitglied der Task Force X hat dabei seine eigene Methode, aber nicht jede funktioniert gleich gut.

Mit dem Jetpack von Deadshot oder den großen Sprüngen von King Shark kommt ihr am Anfang am schnellsten klar. Captain Boomerang teleportiert sich über weite Strecken hinweg. Und genau das ist unübersichtlich, wenn ihr mitten in der Luft verschwindet und ganz woanders wieder auftaucht.

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Noch schlimmer ist es bei Harley Quinn, die sich wie Spider-Man schwingen und wie Batman mit einem Greifhaken hochziehen kann. In der Praxis fallt ihr aber häufiger frustriert zu Boden, als dass ihr elegant durch die Luft gleitet.

Die Fortbewegung in der Luft ist im Vergleich zur Konkurrenz, nämlich Spider-Man 2, deutlich begrenzter und steuert sich komplizierter. (Bildquelle: Screenshot GIGA)

Egal wen ihr steuert: Intuitiv fühlt sich das nicht an. Das liegt an einer Steuerung, für die ihr in der Luft zu viele Tasten drücken müsst. Und bei jedem Charakter stellenweise auch noch unterschiedliche, obwohl für dieselbe Funktion.

Den Vergleich muss sich Suicide Squad gefallen lassen. Spider-Man, das über eine ähnliche Fortbewegungsmechanik verfügt, fühlt sich flüssiger und zugänglicher an. Das liegt auch daran, dass ihr in Suicide Squad nie für eine längere Zeit umherschwingen oder -fliegen könnt. Eine sich stetig leerende Leiste mit Air-Time lässt sich nicht unendlich oft aufladen.

Präzises Gunplay, krampfiges Kampf-Chaos

Wenn ihr nicht gerade zwischen Häuserdächern umherspringt, erlebt ihr in den zahlreichen Kämpfen eine der wenigen Stärken des Spiels: Das Gunplay und die Nahkampfangriffe sind präzise, wuchtig und unterhaltsam.

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Sobald es aber über diese Basis-Angriffe hinausgeht, fühlt sich Vieles jedoch unnötig kompliziert an. Das Aufladen eures Schutzschildes zum Beispiel. Dazu müsst ihr Gegnern in die Beine schießen, dürft sie aber nicht töten. Und dann nur noch schnell die Schultertaste zum Aufladen drücken. Das funktioniert im hektischen Eifer des Gefechts zu selten.

Oftmals sind die Kämpfe unübersichtlich und ihr könnt Freund und Feind kaum voneinander unterscheiden. (Bildquelle: Screenshot GIGA)

Und aufgrund eurer geringen Lebensenergie ist es bereits auf dem mittleren der drei Schwierigkeitsgrade nicht leicht zu überleben. Immerhin kann euch eure Crew pro Mission drei Mal wiederbeleben.

Zusätzlich könnt ihr in Kämpfen noch Counter-Shots ausführen oder mit einem Powerslide eure Feinde umhauen. Dazu kommen zahlreiche Schusswaffen, Nahkampfangriffe, Granaten und Ausrüstungsgegenstände mit Buffs und Effekten, die das Kampfgeschehen optisch und spielerisch zu einem überladenden Chaos verkommen lassen.

Generische Standard-Gegner ohne Persönlichkeit

In der rund zwölfstündigen Story begegnen euch zu viele angehäufte Spielmechaniken, die für euch auf spielerischer Ebene keine Bereicherung sind. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem ihr sie nutzen müsst.

In diesen Missionen erreicht Suicide Squad: Kill the Justice League seine Frust-Höhepunkte. So müsst ihr Scharfschützen-Gegner mit einem Counter-Shot erst einmal in einen verwundbaren Status versetzen. Erst danach nehmen sie temporär Schaden. Das Zeitfenster ist aber nie besonders groß, weil sie sich von Häuserdach zu Häuserdach teleportieren können und der Ablauf erneut startet.

Die Gegner wirken austauschbar und wenig bedrohlich. (Bildquelle: Screenshot GIGA)

Dadurch ergeben sich in den ohnehin schon repetitiven und sich ähnelnden Haupt- und Nebenmissionen auch noch Schwankungen im Schwierigkeitsgrad.

Auch das Gegner-Design kann nicht begeistern. Ihr kämpft gegen die Bürger von Metropolis, die zu Aliens mutiert sind. Mal sind sie klein. Mal sind sie größer und gepanzert. Aber immer lila. Und dann gibt es noch Hubschrauber, die ihr abschießen könnt.

Das alles wirkt generisch, unpersönlich und schon gar nicht bedrohlich. Ihr ballert eigentlich nur auf alles, was lila ist.

Die Bosskämpfe pendeln zwischen spektakulär und repetitiv

In den Bosskämpfen gegen die Mitglieder der Justice League ändert sich spielerisch nichts. Im Gegenteil. Ihr ballert wild drauf los. Und The Flash oder Green Lantern labern mehr, als in glorreichen Momenten in den klar abgesteckten Arenen einfach mal zu kämpfen.

Durch die blitzenden, rauchenden und lichtstarken Grafikeffekte sehen die Kämpfe spektakulär aus. Gleichzeitig verkommen sie aber zu stupidem Geballer, einer Geduldsprobe und Frust. Und zwar dann, wenn sich die Superhelden blitzschnell von A nach B bewegen. Dann kommt ihr kaum noch hinterher, auch weil euch gleichzeitig Standard-Gegner bekriegen und die ansonsten flüssige und optisch detaillierte Grafik auf Performance-Ebene einbrechen kann.

In den Bosskämpfen gegen die Justice League ändert sich spielerisch nichts. Ihr ballert nahezu ohne Unterbrechung wild um euch. (Bildquelle: Screenshot GIGA)

Das sich wiederholende Gameplay unterscheidet nicht zwischen Haupt- oder Nebenmission. Ihr steht an einem Fahrzeug und ballert. Oder ihr lauft neben einem fahrenden Truck her und ballert. Oder ihr befindet euch neben einem Transmitter und ballert. Und jedes Mal müsst ihr eine bestimmte Anzahl an Gegnern, die rechts auf dem Bildschirm eingeblendet ist, ballernd beseitigen. Das bleibt auch im eintönigen Endgame so.

Loot-Shooter mit wenig lohnenden Belohnungen

Weil es sich hier um einen Loot-Shooter handelt, bekommt ihr nach jeder Mission Belohnungen. Das sind neue Waffen von eurem Waffenhändler Pinguin (ja, DER Pinguin), sowie verschiedene Währungen und Materialien, mit denen ihr eure Waffen modifizieren könnt.

Und natürlich Erfahrungspunkte, mit denen ihr langsam in den drei Skill-Bäumen pro Charakter vorankommt. Spürbare Effekte haben die Verbesserungen in Bezug auf Schaden oder Panzerung aber kaum.

Obwohl die Missionen eintönig sind, hat die Story unterhaltsame Elemente. Die vier Loser wachsen euch ein wenig ans Herz, trotz ihrer Inkompetenz, Intrigen und wirklich schlechten One-Liner-Gags, von denen nur die wenigsten zünden.

Ein optisches Highlight sind die lebendig wirkenden Gesichtsanimationen. (Bildquelle: Screenshot GIGA)

Die lebendigen Gesichtsanimationen, die schauspielerische Leistung, die in die Darstellung der Hauptcharaktere geflossen ist (bestes Beispiel: die von Debra Wilson gespielte Amanda Waller), ziehen euch dennoch in den hochwertigen Zwischensequenzen ins Spiel.

Weil in den Missionen aber jeder noch so kleine Furz kommentiert werden muss, seid ihr früher oder später froh, wenn die Dialoge und das Spiel endlich vorbei sind.

Suicide Squad: Kill the Justice League ist bereits erhältlich für PC, PS5 und Xbox Series X|S.

Suicide Squad: Kill the Justice League (PlayStation 5)
Suicide Squad: Kill the Justice League (PlayStation 5)
Preis kann jetzt höher sein. Preis vom 25.02.2024 13:19 Uhr

Test-Fazit

Suicide Squad: Kill the Justice League hat keinen leichten Weg hinter sich. Nach negativen Previews, einer bewusst verzögerten Ausgabe von Review-Codes und einer langen Server-Down-Time am Release-Tag der teuren Deluxe-Edition, ist Skepsis angebracht. Und leider auch berechtigt.

Beim Spielstart fällt die Technik positiv auf. Die Grafikqualität bei 60 Bildern pro Sekunde, die Gesichtsanimationen, sowie die schauspielerischen Leistungen der Charaktere, haben mich begeistert und sind neben dem präzisen und wuchtigen Gunplay auch der Grund, warum das Spiel kein Totalschaden ist.

Besonders für Fans der Batman-Arkham-Spiele ist Suicide Squad aber keine Empfehlung wert. Das hier hat rein gar nichts mit den Erfolgen aus der Vergangenheit von Entwickler Rocksteady zu tun.

Nahezu alles an diesem Spiel ist repetitiv, belanglos oder ermüdend: das Missionsdesign, die Gegner, die schlechten Witze, die leere und leblose Open-World-Map, die Bosskämpfe, die Waffen und Fähigkeiten.

Ich weiß, dass die Entwickler hier einen Live-Shooter-Ansatz gewählt haben und ein Vergleich zu den Batman-Spielen hinkt. Was mich aber enttäuscht, ist die Tatsache, dass Rocksteady seit dem letzten veröffentlichten Spiel aus dem Jahr 2016 viel Zeit und Arbeit investiert hat und am Ende ein so mittelmäßiges Ergebnis dabei herumkommt.

Wertung
6.5/10
“Suicide Squad: Kill the Justice League ist ein mittelmäßiger Loot-Shooter mit guter Technik, präzisem Gunplay, aber repetitivem Missionsdesign und Haudrauf-Humor. Nichts für Batman-Arkham-Fans!”
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