Pierre Vogel ist tot - glaubt man einer Nachricht, die derzeit auf Facebook die Runde macht, wurde der bekannteste Salafist Deutschlands tot aufgefunden. In der Vergangenheit wurde dem ehemaligen Boxer wiederholt vorgeworfen zur Radikalisierung von Jugendlichen beizutragen - wurden Pierre Vogel seine radikalen Ansichten jetzt zum Verhängnis?

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Hoaxes auf Facebook

Er ist einer der schillerndsten Persönlichkeiten der deutschen Islamisten-Szene: Pierre Vogel. Der ehemalige Boxer ist dank öffentlichen Auftritten und Videoclips auf YouTube und den sozialen Medien gerade bei Jugendlichen äußerst bekannt. Kritiker werfen ihm schon lange vor, dass er ein doppeltes Spiel treibt, wenn er sich einerseits von politisch motivierten Gewalttaten distanziert, andererseits aber Verständnis für Terroranschläge aufbringt. Selbst in der Islamisten-Szene ist Pierre Vogel daher nicht unumstritten - da wirkt die neueste Meldung, dass Pierre Vogel tot aufgefunden wurde, gar nicht so abwegig.

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21 Beiträge, in denen alte Leute kläglich auf Facebook scheitern

Pierre Vogel tot? Meldung auf Facebook

Die Nachricht vom angeblichen Tod von Pierre Vogel ist seit einiger Zeit auf Facebook im Umlauf und wird dort massenhaft verbreitet. In dem Beitrag sieht man ein großformatiges Foto von Pierre Vogel, darunter die Bildunterschrift Salafist Pierre Vogel ist tot. Anschließend folgt ein kurzer Teaser, der neugierig machen soll, außerdem wird die Quelle der Nachricht genannt - in diesem Fall handelt es sich (angeblich) um RTL.de.

Schaut man sich den Beitrag nur kurz an, sieht es wirklich fast so aus, als ob Pierre Vogel verstorben wäre. Aber stimmt das auch wirklich? Und warum haben die etablierten Medien und das TV noch nichts darüber berichtet?

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Pierre Vogel ist NICHT tot: Vorsicht vor Fake-Beiträgen auf Facebook und Co.

Pierre Vogel ist natürlich nicht tot - wenn man ehrlich ist, wäre es auch ein wenig merkwürdig, wenn einer der bekanntesten deutschen Salafisten plötzlich verstirbt und kein einziges Medium über den Vorfall berichten würde. Es handelt sich hierbei also um einen Hoax, sprich: einen gezielten Fake-Beitrag mit dem Nutzer zum Anklicken verleitet werden sollen. Diese Beiträge treten seit einiger Zeit gehäuft auf Facebook und Co. auf  - das Schema ist im Grunde immer gleich:

  • Mit einer aufsehenerregenden Überschrift wird der Leser neugierig gemacht.
  • Anschließend klickt er auf den Beitrag, um weiterzulesen.
  • Statt beim Artikel landet man dann allerdings meist bei Betrugs-Seiten, wo z.B. dubiose Gewinnspiele oder Abofallen lauern.

Der angebliche „Tod“ des prominenten Opfers ist also nur eine Masche, um Leser anzulocken. In Wirklichkeit geht es darum, Facebook-Nutzern auf bestimmte Seiten zu locken, auf denen dann versucht wird, die Leser um ihr Geld oder ihre persönlichen Daten zu bringen. Eine beliebte Masche sind hier z.B. Handy-Abos: Um den vollständigen Artikel zu lesen, solle man seine Handy-Nummer angeben - in Wirklichkeit schließt man damit ein teures Abo ab. Den ursprünglichen Artikel wird man natürlich nie zu lesen bekommen, weil es den gar nicht gibt.

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So schützt ihr euch vor Fakes auf Facebook, WhatsApp und Co.

Solche Falschmeldungen haben sich wie bereits erwähnt inzwischen zu einer echten Plage in den sozialen Netzwerken entwickelt. In vielen Fällen machen sich die Betrüger die Tatsache zunutze, dass man nicht wirklich Bescheid weiß, wie es der betreffenden Person tatsächlich geht - so geschehen z.B. bei Michael Schumacher, bei dem seit langem gerätselt wird, wie es ihm wirklich geht. Auch bei Pierre Vogel wirkt die Todes-Nachricht zunächst nicht völlig unglaubwürdig: Der Salafisten-Prediger steht seit einiger Zeit auf der Abschuss-Liste der Terrorgruppe IS (Islamischer Staat) - die Islamisten wollen den Prediger tot sehen, weil er ihnen nicht weit genug geht und als Abtrünniger ihre Ideale verraten habe.

Meistens ist es dennoch recht einfach herauszufinden, ob jemand wirklich verstorben ist:

  • Checkt, ob andere etablierte Medien (z.B. Spiegel, Tageszeitungen im Internet) und das TV über den Fall berichten.
  • Wenn das nicht der Fall ist, könnt ihr mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass die Meldung falsch ist.
  • Checkt außerdem auf dem Watchdog-Blog mimikama, ob die Nachricht hier auftaucht.

Bevor ihr euch nicht sicher seid, dass es sich hierbei um eine echte Nachricht handelt, solltet ihr solche Beiträge außerdem nicht mit Freunden und Bekannten teilen - die Betrüger profitieren nämlich genau davon, dass viele Leser nur die Überschrift überfliegen und dann direkt auf den Share-Button klicken. Auf diese Weise verbreiten sich solche Geschichten in Windeseile - und die Chance, dass jemand tatsächlich in eine Abofalle tappt, steigt.

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